Langhaarnetzwerk

Wir sagen "ja" zu langem Haar.
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 Betreff des Beitrags: Re: Lange Haare im Alter
BeitragVerfasst: 17.12.2015, 16:35 
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Da stand "häufiger" nicht "ausschließlich".

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2c F8 optisch irgendwie MO, FTE *PP* *Gral* *YouTube*
Ein Krauthobel ist ein Krauthobel ist ein Krauthobel. :ugly:


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 Betreff des Beitrags: Re: Lange Haare im Alter
BeitragVerfasst: 17.12.2015, 17:06 
Ich hab das schon richtig gelesen.


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 Betreff des Beitrags: Re: Lange Haare im Alter
BeitragVerfasst: 07.04.2016, 10:16 
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Beiträge: 765
Heute um 14:05 auf Radio Österreich 1 folgender Beitrag: "Gewalt in der Pflege".
Wen´s interessiert, was aktuell in Österreichs Pflegeheimen abgeht, kann sich das anhören. Webradio: www.ö1.at über Livestream. Die Sendung ist ca. 5 Tage dann noch zum Nachhören.


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 Betreff des Beitrags: Re: Lange Haare im Alter
BeitragVerfasst: 07.04.2016, 11:46 
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Registriert: 01.12.2015, 17:59
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blondeulli hat geschrieben:
Sanna hat geschrieben:
Ich finde das Thema sehr interesannt und finde es hat seinen eigenen Fred verdient :)

Ich selbst habe meine Ausbildung im Altenheim gemacht und ich bin auch schon zu Besuch bei Angehörigen in Heimen oder Krankenhäusern gewesen.
Ich musste mich oft über den Umgang mit den Bewohnern wundern.
Ich weiss nicht ob ich wenn ich die 70 mal passiert habe, interesse daran habe wie ein Kleinkind behandelt zu werden.
Wahrscheinlich wäre mir Zuwendung in Form von Körperhygiene wichtiger, die mit alle 21 Tage waschen sicher nicht gegeben ist, als kitschige Sing und Bewegungsspiele, oder dieses tätscheln der Bewohner seitens der Pfleger mit dem Komentar "Eiiiiii wer ist denn daaa" ?.

Wenn ich bedenke was ein Heimplatz kostet, sollte die individuelle Betreuung eine Selbstverständlichkeit sein und keine Massenabfertigung, wie es heute der Fall ist


Ich bin da absolut deiner Meinung Sanna! Vor allem deine Meinung zu der individuellen Betreuung bei den Kosten eines Heimplatzes hast du meine volle Zustimmung. Ich arbeite bei einer Krankenversicherung und weiß, was Pflegeplätze heutzutage kosten (4000 Euro im Monat sind nicht selten :x ). Und dafür kann ich auch eine Haarwäsche verlangen, wann ich meine, dass sie notwendig ist.
[-X


Ich glaube, nur ein Bruchteil davon geht in die Pflege des Patienten. Er muss ja auch essen, die üblichen Nebenkosten zahlen, bekommt evtl. täglich die Bettwäsche gewaschen usw.
Man kennt die ganzen Pflegeberichte über überfordertes Pflegepersonal, des selbst sehr wenig Geld bekommt und eigentlich für keinen Bewohner richtig Zeit hat, so dass freundliche Behandlung rein schon aus Zeitmangel selten ist. Wenn die Arbeitsbealstung so groß ist, dass man mit Mühe und Not die "Grundpflege" schafft, und bei der schon knappsen muss, bleibt auch keine Zeit für absoluten Luxus wie freundliche Behandlung oder gar Diskussionen über Haarlängen.

Mein Einblick in das Thema stammt aus Büchern und von drei Angehörigen, die im Heim waren. Eine war noch sehr rüstig, nur etwas verwirrt, aber mMn weniger dement sondern sie lebte eher nicht mehr in der heutigen Zeit und verstand vieles nicht (hatte fast 20 Jahre selten ihren Wohnort verlassen und die letzen 5 Jahre auch selten ihre Wohnung), der dritte hatte beide Beine amputiert und seine Frau war irgendwann mit der Pflege körperlich überfordert. Die Zweitgenannte war nach einem halben Jahr im Heim tot, runtergemagert von 10-15 kg Übergwicht auf deutliches Untergewicht.

Ich vermute - große Spekulation - dass der Großteil der Heimkosten auf das Konto des Heimbetreibers fließt, denn meines Wissens bekommen die Mitarbeiter oft wenig Geld und von einer Köchin hörte ich mal, sie sollte für ca. 4 € jedem Bewohner 4 Mahlzeiten (inklusive Kaffeetrinken) pro Tag ermöglichen und es wurde sehr auf Sparsamkeit gemahnt. Da war dann nur einmal Kuchen in der Woche drin (okay), aber ansonsten auch nicht viel und nicht unbedingt frisches Essen.
Wenn Heimbewohner, was wohl nicht so ganz selten der Fall ist, ums Essen bangen müssen - zu wenig, zu eintönig, zu ungesund oder gar farbloser Brei - dann sind lange Haare eben Luxus. Wenn Heimpersonal, was jedenfalls auch in den 90ern im Heim meines Großvaters, der beide Beine amputiert hatte, so überfordert sind, dass sie (ärmere) Bewohner anschreien oder Sätze bringen "wir haben Mittagspause, Sie können jetzt nicht auf Toilette", dann sind lange Haare für die meisten Bewohner kein Thema, denn es geht eher Richtung nacktes Überleben, für viele im Wortsinne, für die meisten aber bezogen auf die psychische Gesundheit. Man lernt recht schnell, dass man nichts mehr wert ist, weniger als ein Gefängnisinsasse in den Heimen, die ich gesehen habe (besonders das von meinem Großvater, obwohl seine Frau über 12 Stunden am Tag dort war und alles für ihn tat, was ihr möglich war, was ihm dann z.B. öfter frischeres Essen und Kuchen bescherte, weil sie das mitbrachte).
Eine Bekannte von mir hat sich mal versprochen und sagte "Insassen", und mMn war das ein freudscher Versprecher.

Ich würde gern mal wissen, wo genau das Geld hinfließt und wie viel tatsächlich dem Bewohner selbst zugute kommt (für seine Pflege und alltägliche Versorgung sowie das reine Wohnen) und mich wundert, dass Krankenkassen, die ja Geld sparen wollen, da noch nicht nachgehakt bzw. Alarm geschlagen haben, falls wirklich der Betreiber sich ein Großteil in die Tasche steckt - denn warum sollte die Krankenkasse das finanzieren wollen.
Viele ältere Menschen in Heimen kann man leicht entmündigen - sie reden dann halt "Quatsch", wenn sie mal die Chance haben sollten, die Polizei zu rufen, so gelesen bei Breitscheidl und ich kann es mir nach meinen Erfahrungen absolut vorstellen - und wenn man einem Menschen wörtlich fast alles genommen hat, möchte der nur noch überleben (in eingen Fällen auch sterben; selbst gehört - damit die Quälerei ein Ende ha) und hat weder die Kapazitäten noch die Möglichkeiten sich um Luxus wie Haarlänge oder Haarwäsche zu kümmern.

Mich wundert immer, dass anscheinend keiner der vielen involvierten Menschen, inklusive Heimbetreiber, Heimaufsicht, Ärzte, Polizisten etc., Gedanken macht, wie er selbst mit der Situation klarkommen wird (nicht würde, sondern was passiert, wenn ich soweit bin?!).

Den de facto werden heute immer noch - s. aktuelle Berichterstattungen und Diskussionen - viele Menschen in Heimen schlimmer behandelt als Gefängnisinsassen und in einer Weise, die anderen Menschen einen längeren Gefängnisaufenthalt bescheren würde, würden sie sie auf jüngere Menschen (z.B. Kinder) anwenden. Aber offenbar kümmert das viele nur theoretisch und man kann wenig ändern, obwohl die Gefahr groß ist, dass jeder irgendwann mal in die Situation kommt.

Ich hoffe sehr, dass, wenn ich soweit bin, meine Haarlänge eine meiner Sorgen sein wird und nicht die Frage, ob heute jemand mit mir redet, mal das Zimmer lüftet, ob ich rechtzeitig auf Toilette gebracht werde oder wie lange ich in meinem Urin liegen muss, oder ob ich heute mal das Bett verlassen darf und ob ich jemanden treffe, mit dem ich reden kann oder nur demente Menschen oder gar nur gegen die Wand starren kann. Und ob ich heute feste, erkennbare Nahrung oder nur braunen Brei serviert bekommen und ob und wie ich diese selbst essen kann.

Wenn Haarlänge meine größte Sorge wäre, wäre ich sicherlich in einem der besseren Heime untergekommen und verglichen mit vielen andern sehr glücklich!

LG von
Tasha

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86 cm SSS, Ziel ca. 110-120 cm. Wasche mit Roggenmehl + Seife.

Bild Kaufstopp 2019!


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 Betreff des Beitrags: Re: Lange Haare im Alter
BeitragVerfasst: 07.04.2016, 12:47 
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Beiträge: 1186
Wohnort: Daheim
Ich denke, viel Geld fließt da auch an die Banken, die den Bau des Altenheims finanziert haben. Bzw. eben in die Taschen von irgendwelchen "Investoren", die ihre 9% Zinsen und was weiß ich wollen. Aber das Heim muss eben erst gebaut werden (man braucht ja immer mehr von den dingern, Stichwort Überalterung de rGesellschaft) und die Geldgeber wollen da schon fett Gewinne machen. Bzw. "Ein Heim gründen" gilt irgendwo als sichere Einkommensquelle für jene, die lieber ihr Geld (und andere) arbeiten lassen, anstatt selbst einen Finger zu krümmen... Wertpapiere und Staatsanleihen werfen ja nix mehr ab...

Ich sehe ein großes Problem darin, dass in einem Altenheim einfach zu wenige examinierte Altenpfleger arbeiten. Meine beste Freundin ist examinierte Altenpflegerin und was ich da alles mitkriege...
Es gibt teilweise zwar noch relativ viel Personal, aber viele davon sind nur "Pflegehelfer" (angelernt, ohne Examen, kosten eben weniger). Die dürfen den Alten das Essen servieren oder mit ihnen Lieder singen, nicht aber sie waschen, anziehen oder so. Und den wenigen Examinierten, die das dürfen, fehlt einfach die Zeit dazu, das täglich zu machen. Da gibt es dann bestenfalls bei jedem schnell ne Katzenwäsche... Und auch da gibt es einfach zu viele Pfleger, die das nur möglichst selten machen wollen (weil sie es z.B. hassen, Alte anzufassen oder gar zu waschen, aber vom Arbeitsamt zur Ausbildung quasi gezwungen wurden, obwohl sie eigentlich komplett ungeeignet für den Beruf sind...).

Für lange Haare kämmen fehlt da dann auch die Zeit (und die Lust). Manchmal schnell mit der Schere abschnippeln geht einfach schneller (da kommt dann alle 2 Monate der Friseur, der dafür sorgt, dass künftig nicht mehr als wenige cm übrig sind, wo kämmen fast schon unnötig ist). Die Alten, die sich noch selber kämmen können, dürfen die Haare schon behalten, aber das sind die wenigsten. Die, die das noch könnten, könnten sich meist auch noch selbst versorgen und da wäre die werte Verwandtschaft schon zu geizig, die Mutter oder den Vater ins Heim zu stecken...

Meine Oma haben sie im Altersheim ja quasi verhungern lassen (sie hatte ne Magen-OP, weshalb sie nur noch kleinste Portionen essen konnte, das Heim sah es aber auch nicht ein, ihr 8mal am Tag kleine Portionen zu bringen, weshalb sie chronisch zu wenig Nahrung bekam)... dass ihre langen Haare gleich anfangs abgeschnitten wurden, war ihr kleinstes Problem...

Meine Mutter meint seither jedenfalls, dass sie sich eher umbringen würde, als sich in ein Heim stecken zu lassen und so vegetieren zu müssen ("verhungern kann ich auch daheim..."). Und nachdem ich gesehen habe, wie die Alten dort teils behandelt werden, würde ich eher meine eigene Karriere beenden und meine Eltern (+ggf. Schwiegereltern) selber pflegen, als ihnen DAS anzutun... da dürfte meine Mutter dann auch ihre langen Haare behalten... einmal morgens und abends schnell flechten, dann braucht man auch nicht so ewig zum kämmen...

_________________
2a F ii

90 91 92 93 94 95 96 97 98 99 100 101 102 103 104 (Steiß)

Hüfte erreicht -> auf in Richtung Hosenbund und Steiß


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 Betreff des Beitrags: Re: Lange Haare im Alter
BeitragVerfasst: 07.04.2016, 15:39 
Dass Pflegehelfer nicht waschen und anziehen dürfen, ist mir neu. Ich hab damals nach der Schule ein FSJ in der Altenpflege gemacht und da hab ich eigentlich alles gemacht, was so anfiel. Also auch waschen, anziehen, füttern, beim Toilettengang helfen usw. Ebenso die anderen nicht examinierten wie Pflegehelfer, Zivis und Praktikanten. Das einzige, was nur examinierte machen durften waren Medis herrichten und Insulinspritzen verabreichen.

Und auch wenn's langsam arg OT wird:
Wer seine Angehörigen selber Zuhause pflegt hat meinen größten Respekt. Man muss aber auch sehen, dass das nicht für alle eine Option ist. Dafür muss man schon extrem belastbar sein. Vor allem wenn man bedenkt, wie schwierig manche Menschen zu pflegen sind.
Wenn ich da an meinen Vater denke...meine Mutter hat ihn nur wenige Monate zuhause gepflegt und die war echt fertig mit den Nerven und das obwohl 3 mal am Tag der Pflegedienst kam und meine Mutter als Rentnerin nicht noch Job und Kinder am Hals hatte. Hätte mein Vater noch länger gelebt hätte er mit Sicherheit in ein Pflegeheim gemusst, sonst hätte man meine Mutter irgendwann nen Nervenzusammenbruch gehabt.
Seit dieser Erfahrung ist sie übrigens total dafür, dass sie im Falle von Pflegebedürftigkeit in ein Heim kommt. Davor war das anders.


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 Betreff des Beitrags: Re: Lange Haare im Alter
BeitragVerfasst: 07.04.2016, 16:13 
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Also eines möchte ich noch loswerden, trotz of Tonic.
Haarewaschen ist Körperhygiene, ebenso wie tägliches Zähneputzen.
Und wenn ich tausende von € im Monat auf den Tisch lege um im Heim gepflegt zu werden, will ich dafür gewaschen und ernährt werden und Zähne geputzt bekommen.
Es kann nicht angehen, das ich noch wegen Vernachlässigung extra Zahhnarztkosten und oder Friseurkosten tragen soll.
Es kann nicht sein, das Heimbewohner ruhigestellt werden und körperlich vernachlässigt werden.
Dann soll der Staat es Familien einfacher machen, seine Angegörigen Zuhause zu pflegen, wie man es bis vor 20 Jahren auch noch gemacht hat, wenn er es nicht gebacken bekommt, Altersbetreuung zu finanzieren.
Aber daran scheitert er ja, genau wie an der Kinderbetreuung auch.

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2bMii


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 Betreff des Beitrags: Re: Lange Haare im Alter
BeitragVerfasst: 08.04.2016, 11:26 
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Auch totales OT: Was mich auch immens stört an Altenheimen, dass diesen Menschen jegliche Sexualität abgesprochen wird, sie werden total ruhig gestellt. Finde ich gerade bei Ehepaaren, die gemeinsam dort sind voll schlimm. Weil, im Alter hat man da ja keine Bedürfnisse mehr zu haben. :roll:
(Schätze selbst Menschen die geistig nicht mehr ganz da sind würden sich über etwas Nähe freuen).

Zu den Haaren: Meine Omas hatten beide schon kurze Haare als sie ins Heim kamen (wobei es bei der einen Oma ja nur mehr knapp 4 Monate waren, die sie am Schluss im Heim war). Die Großeltern meines Freundes haben mittlerweile eine 24-Stunden-Kraft die bei ihnen wohnt und sich alle 14 Tage mit einer anderen abwechselt. So wäre mir das auch noch am Liebsten wenn ich mal alt bin, denn die kümmert sich dann nur um zwei Personen und hat dann auch mehr Zeit sich eben auch mit der Pflege der Haare zu beschäftigen. Ich selber könnte mir das allerdings nicht leisten, mein Freund schon.
Hier in Ö zahlt die PVA je nach anfallender Anzahl der Pflegestunden (mindestens 60/Monat) Geld aus, das aber bei weitem nicht die Kosten eines Heimaufenthaltes abdeckt.

Das ist doch voll die Marktlücke: Eine auf lange Haare spezialisierte Frisörin, die sich speziell um die Haare von Heimbewohnern kümmert, regelmäßig zum Waschen kommt und zum Einflechten, Hochstecken etc.

_________________
2c Fii; ZU 7,5; 96 cm nach SSS (22.02.2017), extrem FTE
NHF: Weißgesträhnte Haselnuss mit hennaroten Längen
Taille [x] Hosenbund [x] Steiß [ ]
vegan


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 Betreff des Beitrags: Re: Lange Haare im Alter
BeitragVerfasst: 30.10.2016, 10:34 
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Ich hab den Thread wegen eines anderen gesucht und endlich wiedergefunden, hatte gedacht, ich hätte hier schon mal geschrieben, aber das war wohl ein Irrtum.

Es erschreckt mich ehrlich gesagt, wie hier verallgemeinert wird. Ich bin zwar Krankenschwester, habe aber in meiner beruflichen Laufbahn auch schon in Pflegeheimen gearbeitet.
Es ist NIE vorgekommen, dass wir ungefragt jemandem die Haare abgeschnitten hätten (weder in der Klinik, noch im Heim), es wurde auch niemand ruhig gestellt, schon gar keine Ehepaare, die Zärtlichkeiten austauschen wollten. Einmal wurde ein Mann dem Psychiater vorgestellt, weil er sexuell völlig enthemmt war und sowohl Pflegekräfte als auch sämtliche alten Damen belästigte (inklusive Exhibitionismus).

Die meisten Frauen hatten schon beim Einzug kurzes Haar, ich erinnere mich aber sehr gern an eine Dame mit ca. steißlangen stahlgrauen Haaren. Diese wurden einmal pro Woche gewaschen und täglich eingeflochten (war vor meiner LHN-Zeit, da kannte ich noch keine Dutts). Es gab keinerlei Diskussionen darüber, ob die Haare ab müssten - obwohl wir tatsächlich wenig Zeit hatten und oft nicht mal Frühstückspause machen konnten.
Aufgehört hab ich da übrigens, weil ich mich schlecht gefühlt hab, für die Menschen dort nicht genug Zeit zu haben, oft fiel mir nach Feierabend ein, dass ich doch mit Frau X oder Herrn Y noch reden wollte, aber vertrösten musste, weil jemand anders geklingelt hatte oder ich was erledigen musste. Das war für mich belastend und unbefriedigend und ich war und bin nicht die einzige Pflegefachkraft, der es so geht.

Aber zum Thema:
Für mich ist Abschneiden der Haare auch im Alter kein Thema. Ich sehe nicht, warum ich im Alter meine Haare nicht mehr lang tragen sollte, auch wenn ich sie vielleicht nicht mehr selbst pflegen und frisieren kann. Als Alternative zum Heim könnte ich mir vorstellen, in eine Senioren-WG zu ziehen, da ist der Personalschlüssel deutlich besser und die alten Menschen unterstützen sich, soweit möglich, auch noch gegenseitig.
Ansonsten würde ich mir wohl einmal pro Woche jemanden kommen lassen, der mir die Haare wäscht und dann einen Amish Bun frisiert, der hält (mit Seidentuch zur Nacht drüber) locker eine ganze Woche durch.

_________________
1a/bFii - SSS: 140cm - U: 7,5cm (vor HA:9cm) - inzwischen wieder 8,6cm :)
Farbe: NHF braun mit silberweiß
Zwischenziel: MO (123cm SSS-2015 erreicht)/Knie (135cm SSS 01/17 erreicht)
Endziel: Terminal Length
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 Betreff des Beitrags: Re: Lange Haare im Alter
BeitragVerfasst: 30.10.2016, 10:53 
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Grundsätzlich empfinde ich es als eine Schande, dass mit alten Menschen, die ihren Beitrag oft mühsam für unser Zusammenleben geleistet haben, wie mit Kleinkindern gesprochen wird, dass über ihren Kopf hinweg entschieden wird.
Was das Abschneiden langer Haare betrifft, so ist es in manchen Fällen aber so, dass vor allem pflegebedürftige Menschen aufgrund der vielen Medikamente, die sie einnehmen müssen oder die sie in Pflegeheimen verabreicht bekommen, unter Haarausfall leiden. Bei meiner Tante war das so, sie hatte zum Schluss nur noch sehr wenig Haar.

Aber nehmen wir die augenscheinlich fitten Alten, wozu meine Mutter absolut gehört. Sie ist inzwischen 81, wird aber immer mindestens 10 Jahre jünger geschätzt. Sie jammert nie über irgendwelche "Wehwehchen", sagt aber, dass es für sie ein enormer Kraft- und Zeitaufwand ist, so gepflegt auszusehen. Es wird alles anstrengender, die Gelenke sind halt alt, die Bewegungen eingeschränkt. Da kommt niemand dran vorbei. Also kann man doch teilweise nachvollziehen, dass viele ältere und alte Frauen sich lieber die praktische Welle im kurzen Haar verpassen lassen und dann regelmäßig zum Friseur gehen.

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2cMii NHF mit vielen Silbersträhnen
Die ersten Spitzen reichen bis Anfang Oberschenkel


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 Betreff des Beitrags: Re: Lange Haare im Alter
BeitragVerfasst: 30.10.2016, 11:11 
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Buschrose,
das klingt aber so, als wäre das generell so üblich. Und das finde ich unfair gegenüber allen, die mit alten und/oder kranken Menschen genauso sprechen wie mit jedem anderen Erwachsenen auch. Meine Kollegen und ich reden selbst mit komatösen Menschen nicht wie mit Kleinkindern und ich würde jeden in meinem Team sofort drauf ansprechen, wäre das anders.

Wenn alte Menschen sich aus eigenem Willen die Haare abschneiden lassen (sei es, weil es ihnen besser gefällt oder ihnen leichter handhabbar erscheint), dann ist das m.E. völlig ok. Meine Mutter hatte im Alter zwischen Mitte 20 und 70 immer kurze, gefärbte, zeitweise auch dauergewellte Haare, mit 70 ließ sie dann rauswachsen und die Haare (wunderschönes Silbergrau in beneidenswerter Dicke) wuchsen bis ca. APL. Seit einiger Zeit lässt sie sie nun wieder kürzer schneiden, sie meint, es gefällt ihr so besser und (außer von mir) bekommt sie für die kürzeren Haare auch immer Komplimente.
Ich finde, diese Entscheidung für kurze Haare sollte genauso respektiert werden wie die, die Haare auch im Alter und selbst wenn sie dünn geworden sind, lang zu lassen.
Abschneiden gegen den Willen (egal ob im Altenheim oder Krankenhaus) ist dagegen Körperverletzung und strafbar.

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 Betreff des Beitrags: Re: Lange Haare im Alter
BeitragVerfasst: 30.10.2016, 11:38 
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Ich verschiebe jetzt Mal eigenmächtig meinen beitrag aus dem Ü40-Thread hierhin, da er hier passt.

Ich war heute im Seniorendomicil im Quartier, habe dort Stoffresten gebracht. Die machen immer so süsse Stofffigürchen für den Weihnachtsbaum, die sie verkaufen.
Da war gerade die Friseurin da und ich habe die einfach mal gefragt, was denn an Frisuren gefragt werde von den Kundinnen hier. Ihre Antwort: Natürliches Haar, die früher fast immer gefragt Dauerwelle mache sie hier fast gar nicht mehr, viele Damen möchten einen Bob oder sogar "lange Haare" (damit meinte sie Schulterlang). Färben würde sie auch nicht mehr so viel wie früher, "graues" Haar sei In.
Das sind ja zwar für unsere Masstäbe noch keine wirklich langen Haare, aber ich kann mir vorstellen, dass der Trend in die Richtung geht. Das wir in der Stadt sind, ist sicher auch ein Faktor, aber ich finde es schön, weil die Standartdauerwelle, die viele ältere Damen tragen, finde ich meist nicht so schön.


Anmerken möchte ich noch, dass es kein Pflegeheim ist sondern ein Ort mit Alterswohnungen und Alters-WGs ist wo es einfach noch ein gemeinsames, freiwilliges Freizeitprogramm gibt.

Ich bin nicht Pflegerin oder etwas in die Richtung, aber habe eine Weile zwei Mal die Woche freiwillig in einem Pflegeheim beim Beschäftigungsprogramm* geholfen (schade dass ich keine Zeit mehr habe). Und dort wurde niemande die Haare ungefragt verändert, auch z.B. einer neuen Bewohnerin nicht, die ein (entschuldigung) toupiertes Nest auf dem Kopf hatte. Nicht aus Verwahrlosung, sonst war sie noch sehr gefplegt, einfach aus persönlichem Stil. Dort wurde auch mit Menschen nicht wie mit Kindern gesprochen, was ich auch richtig finde. (Ausser in Ausnahmefällen, z.B. mit einer Person, die nur (noch?) sehr einfache Sätze verstand.

Ich kann mir aber schon vorstellen, dass die Haare mancherorts abgesäbelt werden an Leuten, die sich nicht wehren können. Sicher nicht aus böser Absicht, aber vielerorts werden pflegende ja leider extrem unter Zeitdruck gesetzt... :(

*Ich finde das Wort nicht so gut, es klingt irgendwie wie "die müssen wir auch noch mit irgenwas (sinnlosen) beschäftigen..." Aber ein besseres Wort finde ich nicht. :?

_________________
Startlänge: freiwillige Glatze am 29.01.2015, aktuell 92cm (Hosenbund, 09/19)
2a C iii, ZU 13 (aktuell 10cm durch HA), NHF mittelrot.
Ziel: trimmen auf Hosenbund, auf zu Klassik im 2020.
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 Betreff des Beitrags: Re: Lange Haare im Alter
BeitragVerfasst: 01.11.2016, 23:09 
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Ich finde es ehrlich gesagt nicht sehr schön wenn sehr alte Menschen zu lange Haare haben. Auch das pflegen fällt ihnen dann manchmal sehr schwer

_________________
"Überzeugungen sind gefährlichere Feinde der Wahrheit als Lügen." - Friedrich Nietzsche


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 Betreff des Beitrags: Re: Lange Haare im Alter
BeitragVerfasst: 02.11.2016, 00:55 
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Beiträge: 3696
Wohnort: Schweiz
Alle sollen das tragen dürfen, was sie glücklich macht und das in jedem Alter!
Meine Uroma (lebte bis zum Schluss mit 92(!) zu Hause und hatte Steiss-lange schneeweisse Feen, die sie immer geduttet hatte.

Ich meine aber auch eine "Trendwende" festzustellen. Weg von der kurzen gefärbten Omi-Dauerwelle hin zu natursilber und länger . Auch in der Werbung und in Filmen sieht man öfter ältere Frauen mit langen grauen/ Weissen Haaren. Ich denke dass die Ur-grossmutter Generation eher lange Haare hatte, die nächste Generation sich als "modern" zeigen wollte-> Kurz, Dauerwelle, gefärbt und nun wieder ne Art Gegentrend kommt.

Ist nur mein persönliches Empfinden, keine Ahnung ob das so auch wirklich ist.

Ich persönlich lass es mir noch offen. Im Moment möchte ich die Haare sicher lang behalten... wobei ich meine "Länge" ja noch finden muss... :-D Aber könnte mir im Alter auch APL oder so vorstellen... je nachdem...

Ps: Ich finds schlimm wenn alte Menschen so schlimm behandelt werden in Altenheimen/ Pflegeheimen. :-( Es bricht mir immer das Herz wenn ich so was im Fernsehen sehe. Aber es ist bei weitem nicht in allen Heimen so... Ich hoffe jedoch vorher zu sterben oder alt und FIT zu bleiben...

_________________
1aF-M ii, ZU 7,4cm (ohne Pony), goldblond
SSS Start:67cm, 84cm , färbefrei seit Ende Okt. 2017
Ziel: 1. Taille: 78cm, dann Hosenbund - ca. 90cm

Eillets TB (Haarmonie - ein Forum für alle!)


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 Betreff des Beitrags: Re: Lange Haare im Alter
BeitragVerfasst: 02.11.2016, 21:49 
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Beiträge: 97
Wohnort: Nähe Zürich
Wie Eillets schon bemerkte, es gibt keine Altersgrenze wo man nicht lange Haare tragen darf. Jeder soll seine Haare so tragen wie es ihm/ihr gefällt, auch im hohen Alter. Im Gegenteil ich finde es gut, dass man langsam wie man immer mehr sieht aus den kurzen dauergewellten und gefärbten Haaren bei den älteren Damen abkommt.


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