Langhaarnetzwerk

Wir sagen "ja" zu langem Haar.
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BeitragVerfasst: 30.07.2013, 14:38 
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Fernsehfilme als zuverlässige und realistische Abbildungen der Wirklichkeit? Da fällt mir der Film "die Wanderhure" ein, hat so viel mit dem realen Mittelalter zu tun wie die Schwarzwaldklinik mit einem echten Krankenhaus.

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BeitragVerfasst: 30.07.2013, 15:10 
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AlbaElisabetta hat geschrieben:
Fernsehfilme als zuverlässige und realistische Abbildungen der Wirklichkeit? Da fällt mir der Film "die Wanderhure" ein, hat so viel mit dem realen Mittelalter zu tun wie die Schwarzwaldklinik mit einem echten Krankenhaus.


Och wieso?
Damals haben die bestimmt "Tickets" gekauft.
(abgesehen davon hatte der Film nichtmal besonderns viel mit dem Buch zu tun)

Ich find Fernsehfilme/ Dokus auch kritisch, man nennt sie ja nicht umsonst Histortainment.
Kann auch sein, dass mans grade mit den Haaren nicht so ganz genau nimmst und dann halt die jungschauspielerin mit BSL castet und nicht noch Geld für ne perücke ausgeben will.
Manchmal sieht man in solchen Dokus aber Originalbilder, find ich ja immer schön.
Letztens kam eine Doku über die Romanows und die Haarpracht der Töchter konnte man auf ein paar Ausgegrabenen sw Fotos bewundern. :oops:

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BeitragVerfasst: 30.07.2013, 15:18 
Ich sag nur Künstlerische Freiheit und so...
Manchmal wird das auch ein bisschen sehr frei interpretiert, je nachdem, wie's ihnen halt ins Konzept passt.


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BeitragVerfasst: 30.07.2013, 15:48 
Armidala hat geschrieben:

Also das ist die Übertreibung des Jahrhunderts :lol: - grad beim Film wird das 'A' nichtmal geschrieben, da gehts rein um die Wirkung und um Zuschauerzahlen und dafür wird alles getan. die halten sich im Allgemeinen nichtmal für 1% am 'damals Tatsächlichen', die informieren sich nicht und studieren weder Quellen noch halten sie sich an Anweisungen von archäologen und Historikern.


:lol: =D>
Danke, Armidala! You made my day. :lol:

Japp, so isses. Ein Weisungsrecht für Archäologen, Historiker oder SonstSolideWissende ist in der Branche nicht vorgesehen. Die schreibt man nur gern in den Abspann, so feigenblatttechnisch :wink:
Was nicht heißt, dass es nicht manchmal Ausnahmen gibt. So NadelimHeuhaufenhäufige Ausnahmen. Wenns brenzlig wird oder heikel, wenn man Angst vor Fettnäpfchen hat, dann hören sie manchmal plötzlich doch. Also beinahe ganz freiwillig. :mrgreen:
Und es gibt ganz ganz großartige Maskenbildner, die wirklich viel Ahnung haben, sich bilden und recherchieren ... aber die muss man sich eben auch leisten wollen und sie dann auch machen lassen.
Aber man kann gar nicht genug vor Illusionen in dem Feld warnen.

RasaDevi (keine Maskenbildnerin, aber gelegentlich weisungsbefugt :wink: )


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BeitragVerfasst: 30.07.2013, 15:56 
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Die Frage ist ja, mit welchem Anspruch ich an einen Film gehe.

Möchte ich möglichst viele Menschen einfach nur gut unterhalten? Oder möchte ich ein detailreiches, realistisches Abbild der jeweiligen geschichtlichen Epoche zeichnen?

Erwartet ja niemand, dass bspw. "Gladiator" total realistisch ist :mrgreen:

Wenn man sehr realistisch arbeiten will, muss man echt Geld in die Hand nehmen und riskieren, dass die Zuschauer überfordert sind (das Mittelalter war sicher kein Honigschlecken und alleine die Vierteilung eines Verbrechers möchte ich nicht möglichst realistisch in einem Film sehen).

Ich interessiere mich sehr für die Tudor-Zeit und da gibt es einerseits hanebüchenen Unsinn ("Die Tudors", "Die Schwester der Königin" oder "Elizabeth", die sind alle schlecht recherchiert oder absichtlich historisch unkorrekt), aber auch eine sehr gute Verfilmung des Lebens von Elizabeth I. vom BBC. Inhaltlich ziemlich korrekt (soweit man das sagen kann), aber auch Kleidung und Frisuren passen recht gut...

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BeitragVerfasst: 30.07.2013, 17:04 
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Na, da bin ich jetzt überrascht, hatte das mal so gelesen, daß man sich an die damalige Mode hält. Aber gut, ich kann mir auch gut vorstellen, daß es anders ist. Dazu fällt mir ein, daß doch einige historische Filme immer ein bißchen von der Mode beeinflußt sind, die gerade angesagt ist, als der Film gedreht wurde.


Ja stimmt, beim genaueren Überlegen ist es wohl doch anders. Es historische Filme aus den 60er Jahren, es gibt auch Verfilmungen von Märchen aus den 60er Jahren, da tragen die Darstellerinnen hochtoupierte Frisuren.

War wohl doch ein Irrtum von mir.

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BeitragVerfasst: 30.07.2013, 17:08 
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Schade find ich ja, dass diese ganzen Heimatfilme alle in den 50er/60ern gedreht wurden, als kurze Haare in waren.
So ab und an sieht man aber doch mal lange (authentische) Haare.

Letztens lief eine *hust* freche Verwechslungskomödie mir Alepntouch und sowohl der Familiendrachen (die Mutter) als auch die Schwiegertöchter hatten lange Haare.
Die mami nen dichen Dutt, die Mädels aber ganz komische Frisuren. Dachte die ganze Zeit, dass die nen Bob haben, das Gebilde konnte man aber öffnen und dann hatten beide Taillenlange Haare. 8)

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BeitragVerfasst: 30.07.2013, 20:39 
Ostwind hat geschrieben:
Na, da bin ich jetzt überrascht, hatte das mal so gelesen, daß man sich an die damalige Mode hält. Aber gut, ich kann mir auch gut vorstellen, daß es anders ist. Dazu fällt mir ein, daß doch einige historische Filme immer ein bißchen von der Mode beeinflußt sind, die gerade angesagt ist, als der Film gedreht wurde.


Ja stimmt, beim genaueren Überlegen ist es wohl doch anders. Es historische Filme aus den 60er Jahren, es gibt auch Verfilmungen von Märchen aus den 60er Jahren, da tragen die Darstellerinnen hochtoupierte Frisuren.

War wohl doch ein Irrtum von mir.


Liebe Ostwind,
das Schlimme ist, dass Du Dich eigentlich gar nicht geirrt hast, sondern eher auf eine gezielte Fehl-Info hereingefallen bist. Film- und Fernsehleute betonen ja meist selbst, wiiiiee viel sie recherchiert und sich "eingefühlt" und auch "eingelesen" haben wollen. Schauspieler sagen auch gern, dass sie schon eeewig mit der Figur vertraut sind, die sie da spielen - auch wenn sie vor Annahme der Rolle vor ein paar Monaten noch gar nicht wussten, wer das ist :wink: . Das gehört zum Marketing à la Der Zuschauer will beschwindelt werden.
Wenn alle sagen würden: Hey, es geht nur um gute Unterhaltung, na, dann wär's doch gut! Aber statt dessen wird eben von "wissenschaftlicher Beratung", "jahrelanger Vorarbeit", "historischer Authentizität" geredet, man listet unter Dank alle möglichen Institute, Museen etc. auf, als wenn man nebenbei gleich nen Doktor gemacht hat, und tut auch sonst alles, damit es nicht nach "bloß gute Unterhaltung" riecht.
Mit Geld hat das gar nicht so viel zu tun. Wissenschaftler kriegen eh nichts nennenswertes für Beratung. Es hat wohl letztlich mehr mit "künstlerischer Freiheit" zu tun, die sich nicht gern reinreden lässt - vor allem, wenn es wenig mit Kunst zu tun hat. :wink:
Also nimms Dir nicht krumm. :knuddel: Es ist ein unfaires Spiel und dann behaupten auch noch alle, wir, die Zuschauer, wollen es ja so.


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BeitragVerfasst: 31.07.2013, 09:22 
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Na, dann ist es ja wie in vielen Bereichen leider auch, klappern gehört zum Handwerk. Schade ist, daß man den Leuten, die viel Gerede um ihre Fähigkeiten und Leistungen machen mehr glaubt, als den Stillen, die einfach gut ihre Arbeit erledigen und nicht weiter drüber reden, weil sie denken, wer sich die Arbeit genau ansieht, der wird schon überzeugt sein.

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BeitragVerfasst: 31.07.2013, 12:26 
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Also ehrlich das ist doch seit Menschengedenken schon so .... die die am lautesten schreien, hört man eben, wer den Mund nicht aufbekommt, der wird beiseitegeschoben und wenn er hundertmal gute Arbeit macht.
Dem Menschen wurde der Mund gegeben zum reden und die Ohren zum hören und der Verstand zum selektieren. Wers nicht benutzt, geht halt unter. :D :roll:

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BeitragVerfasst: 05.08.2013, 16:19 
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Leider werden auch für Dokus die Kostümbereiche sehr stiefmütterlich behandelt, d. h. die kriegen nicht viel Geld und Zeit. Dadurch müssen sie mit dem auskommen, was zu Verfügung steht und man sieht gar Reißverschlüsse bei Kleidern vorm 20. Jahrhundert. Bei den Frisuren sieht's genaus aus. Leider.

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BeitragVerfasst: 06.08.2013, 15:25 
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Criosdan hat geschrieben:
Leider werden auch für Dokus die Kostümbereiche sehr stiefmütterlich behandelt, d. h. die kriegen nicht viel Geld und Zeit.

Grad bei Dokus könnten sie auch auf wahnsinnig viele richtig gute Reenactment Gruppen zurückgreifen, deren Kleidung und auch Frisuren dem A verdammt nahe kommen bzw. genau draufliegen.
Nur sind sowohl Kleidung als auch Frisuren dann für Fernsehfritzenaugen dermaßen unspektakulär, dass die nicht mal im Traum drauf kommen würden, die guten Gruppen zu nehmen. Auserdem könnten die Leutchens ja auch noch Anreise/Verpflegungskosten und Gage wollen [-X :roll:

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BeitragVerfasst: 06.08.2013, 15:32 
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Und gerade im Bereich Frisuren ist halt sehr wenig tatsächlich belegt.
die Grabfunde weisen oft nicht verwertbares bei Frisuren auf, oft werden nur wenige Strähnen gefunden.
Und Bilder zeigen nun mal nur Abbilder, und sind nicht für alle Zeiten und Epochen ausreichend
und schon garnicht ausreichend für alle Stände vorhanden.

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BeitragVerfasst: 08.08.2013, 14:30 
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Vamperl, alle Stände werden von so Dokus eh nicht beleuchtet ... die zeigen doch meistens eh nur die 'Häuptlinge'. Und für die ist grad be iden Römern sehr viel dokumentiert und belegbar - sei es durch Schriften aber auch durch Statuen.

Bei Völkern, die nix aufgeschrieben haben, wird es natürlich schwer, aber auch hier kann man durchaus anhand von Haarnadelfunden, deren Länge und Stärke etc. mögliche Frisuren von Unmöglichen absondern.
Außerdem wird alleine vom Praktischen her eine (schwer) arbeitende Frau ihre Haare mit Sicherheit nicht offen getragen haben und wohl auch keinen herumbaumelnden langen Zopf ..... lange Haare und offenes Kochfeuer sind 2 Dinge, die sich definitiv _nicht_ vertragen.
Auch das ist Reenactment, dass man durch praktisches Ausführen bzw. Ausprobieren sich dem Tatsächlichen damaligen Sachverhalt annähern und Fantasieprodukte wirkungsvoll ausgrenzen kann.

Hab ich selber schon etliche Male gemacht .... kürzlich wieder die Theorie der Archäologen wiederlegt, die in der großen Nadel, die man im Grab von Arnegunde gefunden hat, eine Haltenadel für einen feinen Seidenschleier gesehen hat.
Das Ding ist 28cm lang mit 3 diken 'Gnubbeln' und massiv Gold. alleine aus Länge und Gewicht ist das vollkommen unmöglich, dass das Teil einen feinen Seidenschleier gehalten haben könnte. Habe ich im Experiment eindeutig wiederlegt.
Das war entweder eine Nadel zum zusammenhalten eines schweren (Woll)tuchmantels oder aber tatsächlich eine sehr prunkvolle Nadel für dickes langes Haar.
Alle anderen Funktionsweisen funktionieren schlichtweg nicht mit der Größe und dem Gewicht.
Und dass das reine Grabbeigabe war, kann auch nicht sein, da man Gebrauchsspuren auf dem Teil fand.

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BeitragVerfasst: 09.08.2013, 20:04 
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AlbaElisabetta hat geschrieben:
Fernsehfilme als zuverlässige und realistische Abbildungen der Wirklichkeit? Da fällt mir der Film "die Wanderhure" ein, hat so viel mit dem realen Mittelalter zu tun wie die Schwarzwaldklinik mit einem echten Krankenhaus.


Liebe Alba, für den Beitrag würd ich dich am liebsten abknutschen! :knuddel: :knuddel: :knuddel:

Was Dokus angeht: Die wenigsten ernsthaften Geschichtswissenschaftler würden sich als Berater für gängige Dokus hergeben, weil da in sehr, sehr vielen Fällen hanebüchener Schwachsinn vermittelt wird.

In Unterhaltungssendungen wird häufig mit besonderer Authentizität geworben und da werden dann Historiker und Archäologen hinzugezogen, damit auch ja jedes optische Detail von der Knopfleiste bis zum Schuhwerk stimmt. Mit historisch korrekter und geschichtsdidaktisch erwünschter Darstellung von Geschichte hat das nur leider oft genug trotzdem wenig zu tun.

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