Langhaarnetzwerk

Wir sagen "ja" zu langem Haar.
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BeitragVerfasst: 24.08.2008, 18:23 
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Yasha hat geschrieben:
Schmierseife ist das Gegenstück zu Kernseife. Bei Kernseife sind die Fettsäuren mit Natrium versalzt, bei Schmierseife mit Kalium. Schmierseife wird niemals fest, so wie Kernseife, sie bleibt immer flüssig und halt eben: schmierig ;)


Aha, und wieder hab' ich was dazugelernt! Das ist es, was ich an diesem Forum so schätze.

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BeitragVerfasst: 26.08.2008, 16:46 
Marlene hat geschrieben:
Ich hatte mal von Stefanie Faber ein Buch über Kosmetik zum selber machen.
Kann mich erinnern, dass ich danach ein Pfefferminz-Shampoo gemacht hatte. Wurde u.a. Schmierseife dafür verwendet.

Ja, das hab ich glaub ich auch schon mal gelesen... ich meine, dort läuft die Schmierseife unter der höchst eleganten Bezeichnung "silberseife", oder irre ich mich?


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BeitragVerfasst: 28.08.2008, 19:18 
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Interessante Information zur Körper- (und Haar-) Hygiene in der Zeit 1500-1800:
In dieser Zeit hatte man "Angst" vor Wasser, man dachte, dass Waschen krank machen würde. Daher hat man dies sehr wenig getan. Die Haare wurden deshalb gepudert, quasi Trockenshampoo.
Nette Anekdote zum gefährlichen Wasser:
Der französische König ließ eines Tages nach einem Minister schicken, der jedoch an diesem Tag gebadet hatte. Also ließ er dem König ausrichten, er könne nicht kommen, er hätte gebadet. Und der König antwortete, er solle sich lieber schön eingepackt ins Bett legen und dort die nächsten Tage bleiben, damit er bloß nicht krank würde. :lol:
Um den körperlichen Gestank zu überdecken, wurde das Parfum erfunden und möglichst oft die Kleidung, wobei weiß eine besondere Bedeutung hatte, gewechselt.
Wenn ich wieder daheim bin, werd ich in dem Artikel nochmal nach der genauen Haarpflege schauen. Musste ihn mal für ein Seminar lesen.

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Ziel: bis zur Taille (ca. 80cm) oder doch zum Steiß (ca. 100cm)?
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BeitragVerfasst: 29.08.2008, 23:49 
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Jaja, das war die Zeit - besonders in Frankreich -, wo man sich nur gepudert hat, alles stank (entweder nach Dreck oder nach Parfüm) und die Pest guten Nährboden fand.
Ich weiß ehrlich nicht, ob da etwas dran ist oder es nur eine urban legend ist, aber ich habe mal gehört/gelesen, daß damals ein Mädel heilig gesprochen wurde, weil sie sich niemals gewaschen hat. Na prost Mahlzeit!


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BeitragVerfasst: 30.08.2008, 10:37 
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Es hiess doch auch damals, dass die Menschen nur zweimal im Leben gebadet werden, eben einmal ganz am Anfang und dann eben am Ende nochmal. Und dazwischen halt nicht. War ja ungesund.

Wobei ich glaube, dass man es zum Teil auch mit der Sauberkeit nicht so genau genommen hat, weil die Möglichkeiten die wir heute haben einfach nicht da waren. Ich mein, sich hinzustellen, den Hahn aufzudrehen und (meistens) sofort angenehm warmes Wasser auf der Haut zu spüren, das ist schon ein unschätzbarer Luxus. Oder man kommt im Winter nach Haus, alles ist nasskalt und bähbäh und man lässt sich ein schönes heisses Bad ein und die Welt ist wieder in Ordnung.


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BeitragVerfasst: 30.08.2008, 11:45 
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Ob Stefanie Faber in ihrem Buch die Schmierseife Silberseife genannt hat, weiß ich nicht mehr.
Kann mich nur noch an diese Savon Marseilles (richtig geschrieben?) erinnern.

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LG Marlene

13.12.2010: 90 cm erreicht. Neues Ziel: dichtere Spitzen durch Microtrim - 1c/2a C ii/iii

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Im Bürstenclub seit 09.06.2012 :)


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BeitragVerfasst: 02.09.2008, 18:12 
...hö hö, kann kein französisch sprechen, nur essen - kurz: ich weiß es nicht, aber es sieht "richtig" aus.... :lol:


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BeitragVerfasst: 12.10.2008, 21:45 
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Der grund für die wassserscheu während der renissance (ka wie mans schreibt) kam daher, dass man zum baden ins badehaus ging. zu dieser zeit kam die geschlechtskrankheit SYPHILLIES vor und verbreitete sich über die badehäuser rapide. da man davon aber noch keine ahnung hatte dachte man das der kontakt mit wasser krank machete (syphillies war damals oft tödlich)

daher wusch man sich aus angst nicht.



Bei usn war das auch ganz normal mit dem Badewasser. als kleines kind habich immer mit meinem kleinen bruder die wanne geteilt, danach sind teils auch meine eltern in die wanne gestiegen. waschtag war auch bei usn glaub ich samstags und haare waschen hab ich auch gehasst wie die pest weils immer so geziept hat. das musste ich auch nicht jedesmal...

das waren noch zeiten. heutzutage würden die ganzen übermotivierten eltern von einzekindern wahrscheinlich sows als grob fahrlässig bezeichnen...

traurige zeiten


aber auch ich bin ein opfer der moderne.... geduscht wird jeden 2. tag, das haarewaschen will ich jetzt aber auch langsam herabsetzen.


ich vermute auch das man das früher je nach wpohlstand mit HES oder ähnlichem gemacht hat...


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BeitragVerfasst: 13.10.2008, 20:05 
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Ne mit HES kann ich mir das gar nicht vorstellen. Immerhin waren das ja wertvolle Lebensmittel.


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BeitragVerfasst: 13.10.2008, 20:53 
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Laelithar hat geschrieben:
Der grund für die wassserscheu während der renissance (ka wie mans schreibt) kam daher, dass man zum baden ins badehaus ging. zu dieser zeit kam die geschlechtskrankheit SYPHILLIES vor und verbreitete sich über die badehäuser rapide. da man davon aber noch keine ahnung hatte dachte man das der kontakt mit wasser krank machete (syphillies war damals oft tödlich)

daher wusch man sich aus angst nicht.



Das stimmt so nicht wirklich, es gab zwar in der Renaissance eine Badehauskultur, die war aber bei weitem nicht so verbreitet, als dass man da aus scheu vor Syphilis den Grund für die Mangelden Körperhygiene sehen könnte.
Es ist bei der Syphilis sogar so, das die Treponema-Bakterien außerhalb von Schleimhäuten sehr schnell absterben, so dass für eine Infektion eigentlich ein Schleimhautkontakt Voraussetzung ist.
Die Syphilis kam zu beginn der Renaissance bzw. am ende des Mittelalters durch die Truppen um Kolumbus aus Südamerika nach Europa und verbreitete sich (auch als Franzosen-krankheit verschriehen) innerhalb von 7 Jahren bis nach Indien.

Die Möglichkeit über Badewasser Krankheiten zu übertragen war im übrigen seit dem Mittelalter schon bekannt (außerhalb von zentraleuropa auch schon früher)...
Im Ãœbrigen diente die öffentliche Badekultur zu der Zeit nicht zur eigentlichen Körperhygiene sondern die Badehäuser waren, ähnlich denen im Orient (Hamam etc.) als Ort für Schwitz- und Dampfbäder, es waren Orte an denen z.B. auch geschröpft wurde oder der sog. Aussatz behandelt wurde. Also war es im Prinzip ein Kurbad, eine Heilanstalt, kein Ort täglicher Hygiene.

Es wurden im Zuge der Syphilisepidemien, bzw. Frambösie, natürlich Badehäuser geschlossen, genauso wie Bordelle, weil auch die sexuelle Ãœbertragung bekannt war, aber daraus resultiert nicht die Waschscheue der Zeitgenossen...


So Historiker-Klugscheißmodus wieder OFF ;)

:lol:

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BeitragVerfasst: 14.10.2008, 14:51 
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Also als ich vor einigen Wochen meinen Vater mal danach fragte, wie sich die Leute früher die Haare sauber gemacht haben, sagte er, daß sie meistens ganz normale Seife dazu nahmen.

Seine Schwestern hatten zudem eine Brennschere, die sie noch überm Ofen heiß machen mußten und an Zeitungspapier prüften, ob die Temperatur richtig war, um sie schließlich am Haar zu verwenden.
Als Ergebnis kamen dabei ondolierte Haare raus.
Heute gibt es als Nachfolger der Brennschere Kreppeisen oder wie man heutzutage dazu sagt.

Ich dagegen kenne Brennscheren nur von Zeichnungen oder als Museumsausstellungsstücke. Damit sollen sich die Damen früher die Haare ondoliert haben?

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Früher mußte man selbstbewußt sein, als Frau kurze Haare zu tragen.
Heutzutage muß man selbstbewußt sein, wenn man wieder als Frau lange Haare trägt.
(meine eigene Feststellung)


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BeitragVerfasst: 14.10.2008, 15:27 
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joa, sicher, ich kenn die dinger auch noch, meine ma hat son ding noch ... wenn auch nur noch zur deko. Die hat sich damals die ein oder andere strähne mit verkohlt...
Lockenwickler in dem sinne gibts noch net so lang :)

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BeitragVerfasst: 14.10.2008, 15:30 
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hm das mit dem badehaus habich in der schule in geschichte so "gelernt" aber danke für die korrektur wenn dem nicht so ist =)


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BeitragVerfasst: 14.10.2008, 15:31 
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ja der geschichtsunterricht in der schule ist net so ganz aktuell ;)

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BeitragVerfasst: 26.10.2008, 12:05 
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Silberseife ist einfach Schmierseife mit feingemahlener Kreide drin. Zum schonenden Silberputzen halt. ;-)
Wenn man die Schmirgelwirkung nicht braucht, kann man einfache Schmierseife nehmen.

Als ich klein war, haben wir auch noch in einer Zinkwanne gebadet, die am Badetag, dem Samstag, in der Küche auf zwei Stühle gehoben wurde und aus Kesseln und Töpfen vom Ofen befüllt wurde. Die Zinkwanne(n) war auch dafür da, die Wäsche darin zu waschen - mit Schmierseife und Rubbelbrett. Im Sommer schwamm auch schon mal Obst und Gemüse darin, das in Mengen eingemacht wurde, weil man sonst im Winter keines gehabt hätte. Weiterer Einsatz dann noch zum Schweineschlachten. (war das jetzt zuviel Information?)

Die Küche hatte noch einen echten "Spülstein", halt eine rechteckige Wanne aus Stein mit einer Schwengelpumpe, die das Wasser aus dem Brunnen hob, daneben. Die Toilette war ein Plumpsklo. Mein Vater hat dann irgendwann ein gekacheltes Bad gebaut und eine Motorpumpe an den Brunnen angeschlossen und eine Toilettenschüssel mit Wasserspülung installiert. Aber selbst dann wurde das Wasser in einem Badeofen heiß gemacht: Unten eine Feuerstelle, darüber ein hoher Kupferkessel, durch den längs das Ofenrohr lief. Aber Badetag war immer noch Samstag. Niemand wäre auf den Gedanken gekommen, dass man das mühsam geheizte Wasser auskippen und die Wanne schrubben sollte, nachdem nur eine Person darin gebadet hat. Ich kann auch heute noch nicht sehen, wo das Problem sein soll, wenn reinliche Menschen einer Familie das gleiche Wasser nacheinander nutzen und als meine Kinder klein waren, hatte ich oft mal ein oder zwei Nachbarskinder mit in der Wanne deren Mütter das auch völlig normal fanden.

Wer unter der Woche Haare waschen wollte, hat das mit kaltem Wasser gemacht oder eben nicht. Ich bin übrigens gerade mal 50 Jahre alt, das war nicht finsteres Mittelalter. Ich hatte vor erst dreissig Jahren sogar noch eine Studentenbude, die kein Bad hatte und wo ich mich auch in der Küche waschen musste, und zwar mit Wasser, was ich mit dem Tauchsieder erhitzt hatte oder eben kalt.

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