Langhaarnetzwerk

Wir sagen "ja" zu langem Haar.
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BeitragVerfasst: 25.09.2008, 15:48 
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Diese Frisur ist aus dem von mir unermüdlich empfohlenen Buch von Ann Akers Johnson (s. Mediathek). Ich halte sie nicht für authentisch, ich habe so einen Flip nie auf Bildern aus der viktorianischen Zeit gesehen. Ich weiß nicht mehr genau seit wann es Gummis für die Haare gibt, in der Mode kamen Gummibänder in den Ärmeln gegen Ende des 19. Jahrhunderts, also Ende der viktorianischen Ära, auf, aber fürs Haar? Und mit einem Band läßt sich das nicht machen.

Viktorianische Figuren sind viel komplizierter, oft mit Haarteilen und Brenneisen gemacht, mit gestutzten Stirnfransen und Wurstlocken. Aber die Biedermeierfrisuren der Droste-Hülshoffoder Clara Schumann Madonnenscheiteln und Zöpfen finde ich auch schön, ich wünschte, ich wäre geschickt (und mutig!) genug, mit so einem Kunstwerk auf dem Kopf rumzulaufen.

Aber diese Frisur aus dem Video mag ich sehr gern, sie sieht wirklich romatisch und süß aus und somit in einem weiteren Sinne doch wieder viktorianisch. Aber der Video läuft ja ewig :wink: Im Buch werden da ein paar Blümchen reingesteckt, sehr hübsch und weich.

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BeitragVerfasst: 25.09.2008, 16:09 
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@Mata: Die Frisuren in deinen Links sind ja interessant... so einen V-Scheitel hab ich ja noch nie gesehen (würde vermutlich auch kaum halten bei dir).

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BeitragVerfasst: 25.09.2008, 17:02 
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Ja, das ist Biedermeier, also die Zeit zwischen 1815 bis 1848. Mir ist Biedermeier ästhetisch sehr lieb, die Möbel sind ja berühmt, schlichte Stoffe und Muster, bürgerlich eben.

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BeitragVerfasst: 25.09.2008, 17:30 
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Eine ziemlich verplante Roberta hat geschrieben:
(würde vermutlich auch kaum halten bei dir)


](*,) Soll natürlich heißen ,,bei mir"... will gar nicht wissen, was du da gedacht hast, Mata :wink: . Sorry :oops: :oops: :oops:

@Biedermeier: Auch wenn ich das als Kunst- und Literaturepoche nicht so mag (hab die Judenbuche als unangenehme Schullektüre in Erinnerung), muss ich doch zugeben, dass die Frisuren sehr interessant aussehen, besonders die zweite. Auf der Straße tragen würde mich aber seeeehr viel Mut kosten...[/quote]

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BeitragVerfasst: 25.09.2008, 17:35 
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Hab ich genauso gelesen, war klar, daß das ein Vertipper ist.

Ich halte die Judenbuche auch für weit überschätzt. Aber die deutsche Literatur im 19. Jahrhundert hat auch Perlen, nicht weniger als die englische. Wie gesagt, ich warte auf den Boom :wink:

Und die Frisuren - ja die gehen wohl nur mit Abendkleid. Schade eigentlich, daß Kleid und Rock oft gleich "fein" aussehen. Zu Jeans sehen diese Frisuren leider nicht sehr gut aus...

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BeitragVerfasst: 25.09.2008, 22:01 
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Mensch, Mata, spann' uns doch nicht länger auf die Folter und gib' endlich zu, dass Du promovierte Geschichtswissenschaftlerin bist! Die interessierte Laiin nehm' ich Dir nicht ab :wink:.

Der V-Scheitel ist mir bei anderen Bildern noch nie aufgefallen. Aber ich hab' mich neulich beim Anschauen einer Verfilmung gefragt, wie in den verschiedenen Epochen das Tragen von Ponies gehandhabt wurde, denn ich erkenne da keinen eindeutigen Trend. Hat man sich damals einfach (so wie man das heute macht) ausgehend von der Gesichtsform für oder gegen einen Pony entschieden? Was ich schon desöfteren gesehen habe, waren im frühen 19. Jahrhundert Ponies, die in sehr kleine Wellen gelegt das Gesicht umrandeten, manchmal wie Korkenzieherlocken, an anderen Personen dann eher so in Richtung Wasserwellen (also auf der Haut aufliegend).

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BeitragVerfasst: 26.09.2008, 00:31 
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Bei dieser Art Scheitel in V- Form oder auch T- Form war es sehr oft üblich das Frauen mit recht wenig Haaren gerade drei kleine Dutts stecken konnten, an denen dann jeweils ein Haarteil (Schillerlocken zum Beispiel) befestigt wurde.

In Elizabeth Gaskell`s "Wives & Daughthers" ist sehr schön zu sehen wie die angeheiratete Stiefmutter am Abend ihre Schillerlockigen Haarteile abnimmt.

Es wurde also auch damals bereits sehr viel geschummelt, gerade bei den Leuten die es sich finanziell leisten konnten.

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BeitragVerfasst: 26.09.2008, 00:42 
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Greta hat geschrieben:
Was ich schon desöfteren gesehen habe, waren im frühen 19. Jahrhundert Ponies, die in sehr kleine Wellen gelegt das Gesicht umrandeten, manchmal wie Korkenzieherlocken, an anderen Personen dann eher so in Richtung Wasserwellen (also auf der Haut aufliegend).


Diese Art Frisur kam das erste mal 356- 323 v. Chr. (hellenistische Zeit) in Mode und wurde wieder modern zur Zeit gegen Ende der französischen Revolution als Kaiser Napoleon Bonaparte an die Macht gelangte( 1769-1821) im Dirktorium 1795-1799.

Quelle: Stilkunde Frisurenkunde (Berufsgeschichte, Handwerk und Technik)) von Heinz Möller, Walter Domnik und Gaby Tinnmeier

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BeitragVerfasst: 26.09.2008, 06:53 
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So wie Jane Bennet? Die Schauspielerin hat dafür ihre Stirnhaare geopfert und kürzen lassen, damit man ihr authentische Stirnlocken drehen konnte. (Aus Pride und Prejudice der BBC, spielt Anfang des 19. Jahrhunderts).

Hiersind ein paar Bilder von Mrs. Gibson, der Frau, die abends ihre Haarteile abnimmt. Sie haben sich große Mühe mit ihren Frisuren gegeben, allein dafür absolut sehenswert. (Wives and Daughters, BBC, spielt um 1830). Hiersteht:

Zitat:
The lavish production required more than 1,000 costumes and up to 40 hairstyles for each of the leading ladies.


Ich habe die Leute immer schon beneidet, die solche Filme ausstatten. Das muß solchen Spaß machen, einerseits genau zu rekonstruieren, wie Leute früher rumgelaufen sind, andererseits die Persönlichkeit der Figur zum Ausdruck zu bringen.

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BeitragVerfasst: 26.09.2008, 12:17 
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Oh, ich hab' auch ein Bild gefunden, was diese wasserwellartigen Locken zeigt, hier. Die sehen in der BBC-Produktion von "Sense & Sensibility" (2008) teilweise sogar etwas nass aus. Bestimmt gab's auch damals schon Hilfmittelchen, die ähnlich wie heutige Setting Lotions oder Haargel eingesetzt wurden.

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BeitragVerfasst: 26.09.2008, 12:55 
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Zuckerwasser, zumindest im Biedermeier. Das weiß ich aus dem HOCHinteressanten Ausstellungskatalog "Als die Frauen noch sanft und engelsgleich waren".

Ich denke mir mal, daß das auch eher schon gebräulich war. Natürlich war Zucker damals teuer. Aber es war auch nur die Oberschicht, die diese Frisuren trug, für die man eine Art Kammerzofe brauchte.

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BeitragVerfasst: 29.11.2008, 16:02 
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Ich mag Romane und Filme die zu dieser Zeit spielen sehr. Vor allem die Brontes haben es mir angetan: "Jane Eyre" habe ich verschlungen, und "Sturmhöhe" ist ein Buch wie eine Naturgewalt :shock: Man fragt sich, wie eine mit allerhöchster Wahrscheinlichkeit zeitlebens jungfräuliche Pfarrerstochter, die nie viel von der Welt gesehen hat, so über eine alles verzehrende, zerstörerische Haßliebe schreiben konnte :shock: :shock: Ein wunderbares Buch.
Frisurentechnisch mag ich die schlichten Frisuren die Jane Eyre trägt, und die man auch ziemlcih einfach nachbauen und zu heutiger Alltagskleidung tragen kann.
Schwer beeinflußt hat mich auch Dumas "Kameliendame", (findige Leuten werden die Verbindung zu meinem Nick entdecken :D ). Von dieser Romanfigur habe ich die Blüten übernommen, die ich, wann immer es passt, in meine Frisuren stecke.

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BeitragVerfasst: 29.11.2008, 16:25 
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Violetta, magst Du vielleicht ein Bild und eine kurze Anleitung zu Deiner Jane Eyre Frisur posten? :D

Frisurenanleitungen interessieren mich immer, vor allem da Du schreibst, dass es einfach zu machen und auch alltagstauglich ist.


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BeitragVerfasst: 29.11.2008, 16:50 
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Naja, im Grudne ist es nichts besonderes, Janes Frisuren sind in den diversen Verfilmungen immer sehr schlicht. Meist ist es eine Variation des normalen Flechtdutts. Hier mal meine Lieblibgsversion:
Von Vorne

Von Hinten
Ich habe mal versucht, das nachzubauen, ich habe die Länge dafür, aber leider nicht die Fülle, sodaß meine "Zierzöpfchen" ein bichßchen mickriger ausgefallen sind.

Ich habe an der Schläfe zwei Partien abgeteilt.
Den Rest zu einem normalen Dutt gesteckt
Die abgeteilten Partien zu Zöpfchen geflochten.
Die Zöpfe nach hinten geführt
im Nacken gekreuzt und um den Dutt geschlungen.
Wie gesagt, schwer ist es nicht, aber man braucht die Länge UND die Fülle.
Bei der Darstellerin im Film waren definitiv Haarteile im Spiel: man sieht sie mehrfach mit offenem Haar, sie hat die Fülle, aber (noch) nicht die nötige Länge dafür.

Ein anderer Stil den ich sehr mag, der aber im Alltag wohl nicht so einfach zu tragen ist, ist diese Frisur: Klick

Das Bild zeigt die Sopranistin Teresa Stratas in der Verfilmung von Giuseppe Verdis "La Traviata", die um ca. 1847 spielt. Ich liebe den Film, weil ich Opern liebe und habe ihn sehr oft gesehen. Im Nacken sind die Haare zu einem schlichten Chignon gesteckt, das kann man auf dem Bild nicht sehen.
Ich denke, dazu gehören lauter böse Dinge: Brenneisen nud seeeehr viel Spray, damit die Stocklocken den Abend überstehen. Also nix für jeden Tag, aber für eine besondere Gelegenheit...
Hier die Frisur von der Seite: Klick
Ich mag es eben romantisch... :oops:

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BeitragVerfasst: 29.11.2008, 17:01 
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Ohhh, der Dutt mit den Flecht-Akzenten ist ja süß! Bild

Die Zöpfchen sind ja anscheinend am Anfang sehr locker geflochten, bzw. wurde nicht direkt am Haaransatz straff losgeflochten, dadurch entstehht dann wohl dieser softe Look von vorne. Sehr süße Idee. :D

Leider sind meine Haare nicht lang genug um die Zöpfchen einmal ganz um den Dutt zu wickeln, aber vielleicht wandel ich die Frisur leicht ab.

Wegen der Haarfülle: Du könntest ja links und rechts einfach mehr Haare abtrennen, für dickere Zöpfchen. Und den Dutt machst Du dann mit Duttkissen oder Hairagami, damit Du dort nicht zu wenig Fülle hast. :D


Die Locken finde ich auch toll! *auch Kitschnase bin*
Aber das ist schon sehr aufwändig, da hast Du Recht.


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