Langhaarnetzwerk

Wir sagen "ja" zu langem Haar.
Aktuelle Zeit: 07.12.2019, 05:48

Alle Zeiten sind UTC + 1 Stunde [ Sommerzeit ]




Ein neues Thema erstellen Auf das Thema antworten  [ 55 Beiträge ]  Gehe zu Seite Vorherige  1, 2, 3, 4  Nächste
Autor Nachricht
BeitragVerfasst: 02.12.2019, 00:50 
Offline
Benutzeravatar

Registriert: 01.10.2016, 16:41
Beiträge: 2936
niq, ich glaube - meine Überlegung, habe so dazu keine Erklärung gefunden -, daß die Entstehung eines Rotstichs von den Farbwerten abhängt, mit denen das Licht reflektiert wird: Wenn jemand einen bräunlichen Ton hat, bleiben wahrscheinlich überwiegend Grün und Rot als wahrgenommene Farben übrig, wenn jemand hellblonde Haare hat, werden mehr Anteile des Spektrums reflektiert. Verschwindet jetzt ein Teil dieser Palette, weil die Teile des Haarschafts, die Grün als Farbwert "produzieren" - Pigment wird durch Ausbleichen zerstört, d.h. es "verschwindet" zumindest teils, fällt zumindest teils weg -, bleibt das übrig, das Rot produziert, womöglich Pigment, womöglich - dazu tendiere ich eher - Proteinreste etwa von abgebautem Tryptophan, das je nach Ausgangsfarbwert, gelb bzw. rot wahrgenommen wird.

_________________
2b/cM (seit Jan'18 in trockenem Zustand 2a), ZU ca.4,6 (chron.HA), Ringelhaare
silberblond (Weiß mit Hell- bis Dunkelblondnuancen), Naturstufen und FTEs
ganzheitlich zu mehr/ längeren Haaren

Okt '15 Schlüsselbein - Dez '17 halbe Büste - optische Taille


Nach oben
 Profil  
 
BeitragVerfasst: 02.12.2019, 05:34 
Offline
Benutzeravatar

Registriert: 06.05.2013, 18:13
Beiträge: 30022
Wohnort: im Biosphärengebiet
Keratin enthält kein Tryptophan in relevanter Menge. Melanin ist ein Abkömmling des Tyrosin (und ist kein Protein).

"Tryptophan is particularly uncommon in keratin"
https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC3258107/

_________________
2c F8 optisch irgendwie MO, FTE *PP* *Gral* *YouTube*
Ein Krauthobel ist ein Krauthobel ist ein Krauthobel. :ugly:


Nach oben
 Profil  
 
BeitragVerfasst: 03.12.2019, 13:44 
Offline
Benutzeravatar

Registriert: 01.10.2016, 16:41
Beiträge: 2936
Ach so, niq, was noch hinzukommt:
Ein Ausbleichen durch chemische Oxidation funktioniert anders als durch photochemische Oxidation, sprich durch Licht. Bei chemischer Oxidation wird je nach "Dosis" das vorhandene Melanin sofort teilweise bis völlig zerstört und aufgelöst, unter der Einwirkung von Licht aller Art bleibt es jedoch noch lange intakt, je nach Haarfarbe selbst nach vielen Stunden UV-Einstrahlung, d.h. es kommt erst irgendwann zu einem Farbverlust, dafür verbacken aber die Proteinstrukturen nach und nach zu einer immer starreren, brüchigeren Masse. Wie stark der Proteinabbau ist, hängt dabei sowohl vom Wellenspektrum, als auch vom Umfang der Befeuchtung und der relativen Luftfeuchtigkeit ab, welche Proteinreste inwieweit bzw. in welcher Form vergilben, hängt ebenfalls vom Wellenspektrum ab, weshalb Ausbleichen und Farbveränderungen durch (UV-)Licht schwerer kalkulierbar sind als die durch chemische Oxidation.

_________________
2b/cM (seit Jan'18 in trockenem Zustand 2a), ZU ca.4,6 (chron.HA), Ringelhaare
silberblond (Weiß mit Hell- bis Dunkelblondnuancen), Naturstufen und FTEs
ganzheitlich zu mehr/ längeren Haaren

Okt '15 Schlüsselbein - Dez '17 halbe Büste - optische Taille


Nach oben
 Profil  
 
BeitragVerfasst: 03.12.2019, 13:54 
Offline
Benutzeravatar

Registriert: 06.05.2013, 18:13
Beiträge: 30022
Wohnort: im Biosphärengebiet
Funktioniert anders? Echt jetzt? Ein Sauerstoffradikal ist ein Sauerstoffradikal ist ein Sauerstoffradikal. Oder?

Wie "verbackt" eine Proteinstruktur? Dachte immer die Disulfidbrücken gehen teilweise *kaputt* bei der Oxidation? Oder verbackt da das abgebaute Protein? Mit oder ohne Disulfidbrücken? Und warum ist das starre, verbackene Protein dann so gummiartig elastisch, wie z.B. nach einer misslungenen Blondierung?

_________________
2c F8 optisch irgendwie MO, FTE *PP* *Gral* *YouTube*
Ein Krauthobel ist ein Krauthobel ist ein Krauthobel. :ugly:


Nach oben
 Profil  
 
BeitragVerfasst: 03.12.2019, 18:52 
Offline
Benutzeravatar

Registriert: 17.12.2015, 23:11
Beiträge: 1204
Es gibt auch Oxidationen, die ohne Bildung von Radikalen auskommen, und zwar werden da als Zwischenprodukt Eisen-Ione gebildet (Stichwort Fenton Chemie). Allerdings scheint hier noch nicht abschließend geklärt zu sein was die genauen Voraussetzungen für die beiden Varianten (mit und ohne Radikalbildung) bei der Wasserstoffperoxiddekomposition sind. Es hängt von verschiedenen Variablen ab wie pH-Wert, Wasserstoffperoxidkonzentration und Chelatkomplexe. Sie können aufgrund ähnlicher Reaktivität schwer voneinander unterschieden werden (es gab da schon mehrere Ansätze).

(W. C. Bray and M. H. Gorin, J Am Chem Soc)
(A. N. Pham, et al., J Catal, 2013)
(L. Deguillaume, M. Leriche and N. Chaumerliac, Chemosphere)
(S. J. Hug and O. Leupin, Environ Sci Technol)

Zum "Lichtbleichen": Hier wurden in einer Studie der Hair-Care Research Laboratories in Tokyo, Japan die unterschiedlichen Effekte von ultraviolettem Licht (UV) und visuellem Licht (VIS) auf blondem Haar untersucht. Hier wurde herausgefunden, dass (zumindest bei blondem Haar) die Aufhellung bei der Bestrahlung mit UV-Licht erst nach dem Waschen in Erscheinung trat und beim VIS-Licht direkt. Ergebnis war bei Untersuchungen der einzelnen Haare und Melaningranulate, dass zwar sowohl UV-Lich als auch VIS-Licht die Melaningranulate aufhellt (Melaningranulate müssen bei Aufhellungsprozessen nicht zwangsweise komplett zerstört werden, sie können auch beschädigt und aufgehellt werden), allerdings auf unterschiedliche Weise. Es wurde aber auch festgestellt, dass UV-Licht anderes Gewebe im Haar stärker angreift als die Melaningranulate, was beim VIS-Licht nicht der Fall ist. Das "Aufhellen durch waschen (nach UV-Licht)" entsteht, da beim Waschen quasi einige Melaningranulate auf dem Haar "rausfallen", dort wo es beschädigt wurde.

Zum Gummieffekt: Dieser ist verbunden mit dem Grad des Aufquellens des Haares in Wasser. Der Grad des Aufquellen und der Elastizität wird u.a. durch aufgebrochene Wasserstoff- und Disulfidbrücken bestimmt. Aber auch "Lücken", die durch zerstörte Melaningranulate entstanden sind, lassen das Haar besser aufquellen.
An sich ist die Cuticula (äußerste Schicht des Haares) von einer hydrophoben Schicht aus Lipiden (Fetten) umgeben und auch die Struktur der Cuticula selbst wirkt wie eine Barriere dagegen Substanzen in die Haarrinde (Cortex) dringen zu lassen. Deswegen werden alkalische Lösungen (wie Ammoniak) genutzt um in das Haarinnere vordringen zu können; ein basischer pH-wert lässt das Haar besser aufquillen. Die Kombination aus Ammoniak und Wasserstoffperoxid bricht dann erfolgreich Melaningranulate auf und es entsteht melaninfreie Säure (MFA= melanin free acid). Das bringt allerdings noch nicht die Aufhellung, ist aber manchmal Voraussetzung für das Bleichen. Die oxidative Zerlegung des Melanins führt dann zu oben genannten "Lücken", die dann im Nachhinein die "Aufquellfähigkeit" (irgendwie fällt mir hier kein passendes Wort ein) dauerhaft ändern.

(A. D. Bailey, G. Zhang and B. P. Murphy, J Cosmet Sci, 2014)
(A. N. Syed, W. W. Habib and A. M. Kuhajda, Water-soluble polymers in hair care - Prevention and repair of damage during hair relaxing, Plenum Press Div Plenum Publishing Corp, New York, 1998)
(D. H. Johnson, Hair & Hair Care, Marcel Dekker, 1997)
(L. J. Wolfram, K. Hall and I. Hui, J Soc Cosmet Chem, 1970)

Wie schon erwähnt wurde, können beim Bleichen Radikale entstehen, die zu Proteinverlust führen und großen Schaden am Haar anrichten können.
(K. R. Naqvi, et al., Int J Cosmetic Sci, 2013)

Eine schonende(re) Variante des Aufhellens könnte man also vielleicht dadurch erreichen, wenn sichergestellt werden könnte (meine Quelle ist von 2014, vielleicht geht das ja mittlerweile), dass keine Radikale entstehen und dass die Melaningranulate nicht vollständig zerstört werden, also nicht diese "Lücken" hinterlassen :-k . Das ist jetzt aber nur so eine Schnellschussüberlegung meinerseits.

Zurück zur Farbe: Die Farbbasis des Haares bleiben das Eumelanin und das Phäomelanin. Das Eumelanin wird schneller zerstört durch Oxidation als das Phäomelanin, Eumelanin kann (in der Haut z.B.) als Antioxidant agieren und so andere Zellen vor oxidativer Zerstörung bewahren. Das Gegenteil davon ist das Phäomelanin, welches eher als Prooxidant agiert (die Begriffe könnten hier etwas verwirren). Kurze unvollständige Erklärung: Ein Antioxidant kann andere Zellen schützen in dem er sogenannte stabile Radikale bildet, welche dann nicht mehr weiterreagieren. Die Reaktion kommt zum Erliegen und andere Zellen werden nicht mehr betroffen.
(E. S. Krol and D. C. Liebler, Chem Res Toxicol, 1998)
Daher kann es eben beim bleichen passieren, dass das Verhältnis sich zugunsten des Phäomelanins verschiebt und das Haar dadurch rötlicher wird. Wie schon erwähnt wurde ist bei aschigem Haar das Risiko geringer, da von vornherein kaum Phäomelanin im Haar war. Hier wurden aber schon ganz gute Beispielverteilungen angegeben, daher spar ich mir das jetzt.

Reflexion etc. spielt natürlich auch immer eine Rolle bei der Farbwahrnehmung, besonders bei farblosem, d.h. melaninfreiem Haar (weißes/graues Haar). Die Farbbasis wird aber durch das Melanin und damit durch das Verhältnis zwischen Phäomelanin und Eumelanin bestimmt.

Eigentlich wollte ich gar nicht so viel schreiben...trotzdem vielleicht zu knapp angerissen die einzelnen Thematiken :-k

_________________
2a/b M 9cm plus Pony; 82 cm SSS
Farbe: rauswachsende NHF in Blond, Rest noch Rot
...77 78 79 80 81 82 83 84 85 86 87 89 90...
TB: Mogi: Kindheitstraumerfüllung: Langhaarmähne in Naturblond


Nach oben
 Profil  
 
BeitragVerfasst: 04.12.2019, 05:22 
Offline
Benutzeravatar

Registriert: 06.05.2013, 18:13
Beiträge: 30022
Wohnort: im Biosphärengebiet
Meines Wissens bleicht UV über Sauerstoffradikale. Denn Eisen ist weder im Keratin noch im Melanin in relevanter Menge vorhanden. Ein wenig Eisen vielleicht, so wie in abgeschilferten Epithelien auch.

Richtig interpretiert? die Japanische Studie vergleicht sichtbares Licht mit UV-Licht, aber nicht H2O2 mit UV-Licht?
Hellt sichtbares denn Licht auf? Oder ist es einfach "hell" im sichtbaren Licht? (Weil man im dunkeln nix sieht?)
Das würde zumindest erklären, warum der Effekt "sofort" auftritt.

Wenn sichtbares Licht (also auch die Glühbirne?) aufhellt, also oxidativen Stress erzeugt, bräunt es dann auch?

Wenn das Haar (besonders blondes) nach dem Waschen heller erscheint..... kann das am abgewaschenen Sebum liegen? Kenn ich zumindest als running gag bei blonden... "hast Du Dir die Haare aufgehellt?" "Nee, gewaschen". :arrow: Vor der nächsten Wäsche waren sie wieder "dunkel".

_________________
2c F8 optisch irgendwie MO, FTE *PP* *Gral* *YouTube*
Ein Krauthobel ist ein Krauthobel ist ein Krauthobel. :ugly:


Nach oben
 Profil  
 
BeitragVerfasst: 04.12.2019, 08:02 
Offline
Benutzeravatar

Registriert: 18.03.2007, 20:34
Beiträge: 1926
Wohnort: Akko
Ich habe diese Studie auf die Schnelle nicht gefunden, mich interessiert auch, was genau miteinander verglichen wurde. Welche UV Strahlung mit welchem visuellen Licht?
Bei manchen Leuchtmitteln entsteht etwas UV Strahlung, ich habe mir so schon Sommersprossen eingefangen, und ich vermute es kann sich auch auf Haare auswirken.
Nach meinem Verständnis schädigt dann aber wieder die UV Strahlung.

Ich habe bisher auch immer nur gelesen, dass UV über Sauerstoffradikale schädigt, aber vielleicht gibt es dazu ja neue Erkenntnisse.

_________________
Haartyp: 1c/2a C ii
Länge: lang
Farbe: Naturrot + Henna


Nach oben
 Profil  
 
BeitragVerfasst: 04.12.2019, 12:39 
Offline
Benutzeravatar

Registriert: 17.12.2015, 23:11
Beiträge: 1204
Ich habe nirgends geschrieben, dass beim Aufhellen durch UV-Strahlung keine Radikale entstünden. Die Frage, die ich mir nur stelle, ist, ob dies auch bei der Aufhellung durch visuellem Licht der Fall ist, dazu konnte ich dem mir vorliegenden Ausschnitt der Studie leider nichts lesen (und ich habe auch keine Behauptung diesbezüglich aufgestellt). Es wurde nur dargelegt, dass es Unterschiede im Ergebnis gibt, ob mit UV oder visuellem Licht das Haar aufhellte.

Und nein, das Haar war nicht heller, weil es im hellen betrachtet wurde :lol: Ich meine ich habe auch geschrieben, dass die Experimente sowohl auf "ganzen Haaren", als auch auf extrahierte Melaningranulate durchgeführt wurden und dabei festgestellt wurde, dass sich diese Melaningranulate tatsächlich aufhellten. Sowohl durch UV-Licht als auch durch Licht des sichtbaren Spektrums. Bei der Aufhellung durch das sichtbare Licht wurden allerdings die weiteren Schäden am Haar nicht festgestellt, die allerdings das UV-Licht auslöste (deswegen fänd ich es hier spannend zu erfahren wie der Aufhellprozess konkret verläuft beim VIS-Licht). Wie gesagt, über den Aufhellungsprozess beim "Lichtbleichen mit visuellem Licht" ist mir nichts eindeutiges bekannt, ich könnte nochmal versuchen an die gesamte Studie ranzukommen, vielleicht steht da noch was dazu. Visuelles Licht war hier das visuelle Spektrum im Sonnenlicht. Wie genau sie die nicht-visuellen Anteile rausgefiltert haben ist mir leider nicht bekannt. Ich schau wirklich nochmal ob ich an die komplette Studie rankomme.

"Lichtbleichen" war ja hier bereits Thema und diese Studie war das Einzige was ich dazu konkret finden konnte. Und laut dieser Studie kann man als "Vorteil" dessen eher das nicht vollständige Zerstören der Melaningranulate sehen (weshalb es keine Lückenbildung gibt), als eine Form von "verbacken" von Proteinen, worüber ich nichts finden konnte.
Das Ergebnis der Studie war kurz gefasst: Sowohl UV- als auch VIS-Licht hellen (blondes) Haar auf. UV-Licht schädigt aber (mehr). Spannend ist das schon, wobei natürlich auch der mögliche Grad der Aufhellung entscheidend ist ob sowas überhaupt praktische Anwendung finden kann. Wie gesagt, ich guck nochmal ob ich an mehr Infos über die Studie rankomme.

Der Teil über non-radical hydrogen peroxide decomposition steht da für sich alleine. Damit wollte ich nur aufführen, dass es eben auch solche Möglichkeiten gibt, ich hab es nicht in Zusammenhang mit dem Lichtbleichen gebracht, hier bitte genauer lesen. Leider scheint es nicht einfach zu sein (laut meiner aufgeführten Quellen) dies genau zu beeinflussen, also ob als intermediates Radikale oder Eisenionen entstehen. PH-Wert, Wasserstoffperoxidkonzentration und Chelatkomplexe sind hier die Faktoren, die dies beeinflussen.

Edit: Erschienen ist die Studie übrigens im Journal of Cosmetic Science - Society of Cosmetic Chemists

_________________
2a/b M 9cm plus Pony; 82 cm SSS
Farbe: rauswachsende NHF in Blond, Rest noch Rot
...77 78 79 80 81 82 83 84 85 86 87 89 90...
TB: Mogi: Kindheitstraumerfüllung: Langhaarmähne in Naturblond


Nach oben
 Profil  
 
BeitragVerfasst: 04.12.2019, 12:53 
Offline
Benutzeravatar

Registriert: 06.05.2013, 18:13
Beiträge: 30022
Wohnort: im Biosphärengebiet
Die Eisenionen müssten doch aber wenigstens in Form von Eisenatomen oder Eisenverbindungen vorhanden sein? Sauerstoff ist ja als Element allgegenwärtig, durch Wasser als Basis allen Lebens. Eisen ist ja nur ein Spurenelement.
Ich weiß, dass ein Rest Eisenverbindungen aus den diversen eisenhaltigen Enzymen (Atmungskette und Co) jedenfalls in abgeschilfertem Darmepithel vorhanden ist, was den natürlichen Eisenverlust darstellt, den jeder hat, auch ohne Mens oder Verletzungen.

Aber ob das auch für verhornende Epithelien und Hautanhangsgebilde gilt und wenn ja in welcher Menge.... keine Ahnung. Viel kann es nicht sein.

_________________
2c F8 optisch irgendwie MO, FTE *PP* *Gral* *YouTube*
Ein Krauthobel ist ein Krauthobel ist ein Krauthobel. :ugly:


Nach oben
 Profil  
 
BeitragVerfasst: 04.12.2019, 13:15 
Offline
Benutzeravatar

Registriert: 17.12.2015, 23:11
Beiträge: 1204
Oh, da hab ich wohl was vergessen zu erwähnen: Bei der non-radical hydrogen peroxide decomposition werden der "Mischung", mit der das Haar gebleicht wird, Eisen in Form von Eisensalzen hinzugefügt. Das Eisen ist so also zu genüge vorhanden. Beim Prozess können dann allerdings trotzdem(!) als intermediates Radikale entstehen ODER eben besagte Eisenione. Was dann da allerdings nun genau bei entsteht scheint leider noch nicht ganz deterministisch zu sein (PH-Wert, Wasserstoffperoxidkonzentration und Chelatkomplexe als Einflussfaktoren). Die Radikalbildung ist daher nicht notwendig für den Aufhellungsprozess, man hat aber (Stand 2014 war das glaub ich) noch keine sichere Methode gefunden diese Bildung sicher zu verhindern. Ich hoffe jetzt hab ich das klarer formuliert :)

_________________
2a/b M 9cm plus Pony; 82 cm SSS
Farbe: rauswachsende NHF in Blond, Rest noch Rot
...77 78 79 80 81 82 83 84 85 86 87 89 90...
TB: Mogi: Kindheitstraumerfüllung: Langhaarmähne in Naturblond


Nach oben
 Profil  
 
BeitragVerfasst: 04.12.2019, 13:17 
Offline
Benutzeravatar

Registriert: 06.05.2013, 18:13
Beiträge: 30022
Wohnort: im Biosphärengebiet
Ach so. Danke! Hatte mich gewundert, wie die "entstehen". Alles klar.

_________________
2c F8 optisch irgendwie MO, FTE *PP* *Gral* *YouTube*
Ein Krauthobel ist ein Krauthobel ist ein Krauthobel. :ugly:


Nach oben
 Profil  
 
BeitragVerfasst: 04.12.2019, 21:30 
Offline

Registriert: 02.02.2009, 15:23
Beiträge: 2939
Wohnort: Hoffnungsthal/ Gevelsberg
Silberfischchen hat geschrieben:
Wie "verbackt" eine Proteinstruktur? Dachte immer die Disulfidbrücken gehen teilweise *kaputt* bei der Oxidation? Oder verbackt da das abgebaute Protein? Mit oder ohne Disulfidbrücken? Und warum ist das starre, verbackene Protein dann so gummiartig elastisch, wie z.B. nach einer misslungenen Blondierung?

Habe es auch noch so in Erinnerung, dass auch Cross-Links entstehen. Hier auf Seite 285 steht was dazu: https://books.google.de/books?id=WLq0mUHSU7cC&pg=PA284&dq=hair+%2B+photooxidation+%2B+cross-link&hl=de&sa=X&ved=0ahUKEwi2t9berZzmAhVOpYsKHX13Ca4Q6AEIKTAA#v=onepage&q&f=false


Nach oben
 Profil  
 
BeitragVerfasst: 05.12.2019, 01:31 
Offline
Benutzeravatar

Registriert: 01.10.2016, 16:41
Beiträge: 2936
So, habe zurzeit leider nicht viel Zeit, also nur grob:
Mogi, sehr schöne Darstellung, gerade auch über die Komponenten beim chemischen Bleichprozeß, mit dem ich mich weniger befaßt habe (betrifft mich persönlich halt weniger).
Anja, ich versuche, die Texte, die eigentlich zu bestimmten Links gehören, in den Untiefen des Netzes zu finden, ich habe sie bei mir als pdf irgendwo auf dem Rechner, ich weiß nicht mehr, wo/ wie genau ich sie gefunden habe. Darin geht es insbesondere um die Wirkung verschiedener Wellenlängen, auch von verschiedenen Leuchtmitteln auf ungefärbte und depigmentierte Haare. Generell kann man sagen, daß nur helle Haare, also etwa „richtig“ blonde, auch von visuellem Licht verändert werden (die Abgrenzung, zu denen, die nicht mehr hell genug sind, wurde leider nicht angegeben), dunkle nicht, auf reines Infrarot reagiert nur weißes Haar. Sofern eine Lampe aber UV-artige Strahlen abgibt bzw. imitiert, haben sie denselben Effekt wie UV-Licht.
Aber – und da frage ich mich persönlich, inwieweit nicht doch auch allgemein die Temperatur ein Faktor ist: Gerade schwarze Haare werden besonders warm, wie ja auch Silberfischchen schreibt (ich kann es selbst nicht beurteilen), und Wärme schädigt auf Dauer auch das Keratin, das Keratin wiederum enthält Cystein usw., ist also auch schwefelhaltig wie das Phäomelanin (einer der Unterschiede zu Eumelanin), und gerade in sehr dunklem Haar wird mehr Schwefel gefunden als in blondem Haar usw. usf…. Kann es sein, daß sich durch die Veränderungen an den Proteinstrukturen der darin enthaltene Schwefel optisch stärker zeigt, zumal in sehr dunklem Haar der Anteil an geschädigten Proteinstrukturen höher ist als in hellem? Habe darauf keine Antwort gefunden, weil die farbliche Wirkung geschädigter, abgebauter Proteine noch nicht endgültig geklärt zu sein scheint. In der Theorie erscheint es mir aber plausibel, daß auch das eine farbliche Veränderung bewirken könnte, wenn ich mir eine Art Gelbschleier denke, der sich über Dunkel legt, ergibt womöglich auch rötlich, je nach Lichtbrechung?
Speziell Silberfischchen, aber auch an alle anderen: „Verbacken“ habe ich absichtlich in Gänsefüßchen gesetzt, weil es so nicht wörtlich gebraucht wurde, mir aber zu folgender Beschreibung nichts Besseres eingefallen ist: „ Long-term UV irradiation\/humidification cycling causes thinning and fusion of the surface cuticle cell, as well as fusion of the cuticular sheath into a solid, rigid, and brittle unit. While intercellular cohesion within the cuticular sheath is high, possibly due to crosslinking of the proteins in the intra- and intercellular domains, the cells themselves are brittle. A newly observed fracture pattern of long-term UV-exposed fibers suggests fusion of the regions attacked most severely by UV light into one rigid and brittle mass, incapable of extension due to loss of all original elastic properties.“ (Zitat: Photodegradation of human hair: An SEM study, Sigrid B. Ruetsch , Y. Kamath , H.-D. Weigmann, 2000)
http://journal.scconline.org/abstracts/ ... y%20intact.
Ja, der Gummieffekt kommt von einer langfristigen Veränderung der Proteinstrukturen, die statt kristallin amorph vorliegen, weil sie nicht mehr in ihre ursprüngliche Struktur zurückfinden – wenn ich hier recht erinnere -, die Folge ist, daß das Haar noch mehr Wasser aufnehmen kann, wodurch es gummiartig wird. Und hier liegt vielleicht ein großer Unterschied des chemischen und des natürlichen Bleichens: Beim chemischen Blondieren riskiert man Gummihaare, wenn man‘s übertreibt, beim natürlichen bleichen wird das Haar mit Pech zu Stroh und bricht, aber wenigstens kein Gummi.

_________________
2b/cM (seit Jan'18 in trockenem Zustand 2a), ZU ca.4,6 (chron.HA), Ringelhaare
silberblond (Weiß mit Hell- bis Dunkelblondnuancen), Naturstufen und FTEs
ganzheitlich zu mehr/ längeren Haaren

Okt '15 Schlüsselbein - Dez '17 halbe Büste - optische Taille


Nach oben
 Profil  
 
BeitragVerfasst: 05.12.2019, 11:28 
Offline

Registriert: 02.02.2009, 15:23
Beiträge: 2939
Wohnort: Hoffnungsthal/ Gevelsberg
Schade, dass ich aktuell mit dem Knirps noch weniger Zeit zum Mitdiskutieren habe. ^^' Also nur kurz.

@ Silbelfe
@ Silberfischen
Hier auf S. 281 sind übrigens auch SEM-Bilder bei denen die "Verschmelzung" von Haarstrukturen zu sehen sind.
Hier steht auch genauer welche Crosslink-Reaktion dabei auftreten kann, und zwar zwischen einer Carbonylgruppe, die bei UV-Strahlung im Proteinrückgrat entsteht und einer weiteren Amingruppe (z.B. vom Lysinrest).

Silberelfe hat geschrieben:
Ja, der Gummieffekt kommt von einer langfristigen Veränderung der Proteinstrukturen, [...]

Hauptsächlich entsteht der Gummieffekt dadurch, weil die Anzahl an Disulfidbindungen reduziert wird, sodass nur schwächere nicht-kovalente Bindungen für gewisse Reststabilität sorgen. Gleichzeitig nimmt die Quellung gegenüber "virgin hair" aufgrund einer Zunahme an polaren Gruppen (insbesondere durch Bildung von Cyteinsäure (=Sulfonsäure)) zu.

Der Unterschied in der Wirkung zwischen chemischen Ox. und photoox. entsteht sicher auch dadurch, dass letztere auch stark und hauptsächlich im quellfähigen Cortex stattfindet und die photoox. zunächst einmal auch stark in der äußeren Schicht und auch nicht nur häuptsächlich in stark quellfähigen Bereichen.


Nach oben
 Profil  
 
BeitragVerfasst: 05.12.2019, 13:01 
Offline
Benutzeravatar

Registriert: 17.12.2015, 23:11
Beiträge: 1204
Also ich find ja beides, Gummihaare und Strohhaare, kacke :lol:

So ich hatte den Volltext dieser Lichtbestrahlungsstudie bei blondem Haar bei einer der Autoren angefragt und tatsächlich schon zugeschickt bekommen (kann man bei researchgate anfragen, Titel ist "A study of the photolightening mechanism of blond hair with visible and ultraviolet light "). Hab mich dann gestern Abend mal da durchgearbeitet. weiter verbereiten, also hochladen, darf ich die Studie leider nicht und da möchte ich mich auch dran halten. Jeder mit einem Researchgate-Account kann diese jedoch selber bei den Autoren anfragen(kostenlos).

Vornweg: Die Studie untersucht ausschließlich das Eumelanin, da dieses im Gegensatz zum Phäomelanin durchweg eine sehr ähnliche Größe und Form aufweist. Die Unterschiede innerhalb der Phäomelaningranulate seien wohl sehr groß und daher ist es schwierig sie untereinander zu vergleichen. Trotzdem habe ich gesehen, dass es wohl noch eine ähnliche Studie zu rotem Haar gibt (werde ich vielleicht auch mal anfragen). In der vorliegenden Studie wird das rote Haar nur am Rande erwähnt, daher lass ich das hier erstmal weg.

Ich versuch das Ganze erstmal eher "knapp" zusammenzufassen (ich bezweifel, dass mir das gelingt) und ihr könnt ja dann entweder hier oder per PN noch nach Details nachhaken. D.h. ich werde erstmal viele exakte Zahlen, etc. weglassen, kann sie aber dann nennen, falls sie irgendwer möchte.

Zum Licht: Auf Basis des Sonnenlichtmodels des CIE (Commission Internationale de L'Éclairage) wurden die Standardintensitäten des UV-Lichts und des VIS-Lichts definiert. Es wird also jeweils der UV- und der VIS-Anteil des Sonnenlichts simuliert. Angegeben wird die Bestrahlung des Sonnensimulators in Units, welche einer Stunde Bestrahlung in der Sonne entsprächen. Gerät war ein Solar Simulator von Oriel Instruments mit einer 1 kW Xenon Lampe mit entsprechenden Filtern für UV- und VIS-Licht.

Zum Haar: Es wurden kaukasische blonde Haare verwendet, welche von der Kerling International Haarfabrik GmbH aus Deutschland gekauft wurden. Es wurden 8cm lange Tressen vorbereitet, welche dann 3 mal mit SLES gewaschen (pH7) und luftgetrocknet wurden.

Die Bestrahlung:
Die Tressen wurden auf 2 unterschiedliche Weisen bestrahlt. Je Variante wurden 6 Tressen verwendet, Ergebnisse wurden gemittelt. Die Tressen waren bei jeder Bestrahlung trocken und hatten eine Temperatur von 25°C bis 35°C bei 20-30% RH (relative humidity soll das denk ich sein). Unter diesen Bedingungen gab es dann eine 40 Unit Bestrahlung von entweder VIS- oder UV-Licht (entspricht 40 Stunden in natürlicher Atmosphäre unter Sonnenlicht).

Die 2 Bestrahlungsvarianten (für jeweils UV und VIS):
1. Bestrahlung mit regelmäßigem Waschen: Die Tressen wurden in spezifischen regelmäßigen Abständen gewaschen und luftgetrocknet. Nach jeder Wäsche wurde die Farbe gemessen und weiter bestrahlt (bis dann insgesamt 40 Unit Bestrahlung erreicht wurden).

2. Bestrahlung mit nur einer abschließenden Wäsche: Die Tressen blieben ungewaschen während der gesamten Bestrahlungszeit. Die Farbe wurde allerdings zu den identischen Zeiten wie bei Variante 1 immer wieder gemessen. Gemessen wurde mit einem CR-300 Chromameter, wem das was sagt. Es wurde immer das Delta zur Farbe (eigentlich Helligkeit) des unbehandelten Samples betrachtet (DeltaL = L(t) - L(0); L(0) ist die Farbe des unbehandelten Samples)

Zusätzlich zu der Behandlung "ganzer" Haare wurden ebenfalls extrahierte, isolierte Melaningranulate und Querschnitte von einzelnen Haaren den beschriebenen Bestrahlungsvarianten unterzogen.

Bestrahlung der isolierten Melaningranulate:
Es wurden 9 Samples präpariert (zum Präparieren gibt es auch noch einige Details zu wen es interessiert). 3 wurden komplett vom Licht abgeschottet, 3 weitere mit VIS und die letzten 3 mit UV bestrahlt. Farbunterschiede wurden wieder nach jeder Bestrahlungsphase gemessen, die abgeschotteten Samples hatten keine Farbveränderung.

Untersuchung der Strukturveränderungen der Melaningranulate:
Hier wurden (wieder insg. 9 Samples) bis zu einem bestimmten Grad bestrahlt. Für das VIS-Licht waren dazu 380 Units und für das UV-Licht 620 Units notwendig. Bei jedem Sample wurden dann die Formen der Granulate mit einem SEM (scanning electrone microscope) untersucht (hier ist auch noch eine genauere Beschreibung des Vorgangs vorhanden). Pro Bestrahlungsvariante wurden 200 Granulate untersucht.

Bestrahlung der Querschnitte einzelner Haare:
Einzelne Haare wurden hierfür zwischen Platten fixiert und dann mit einem Ultracut N geschnitten um die Querschnitte der Haare freizulegen. Es wurden 3 Gruppen mit je 4 Samples gebildet. Gruppe 1 wieder abgeschottet von Licht, Gruppe 2 mit VIS-Licht und Gruppe 3 mit UV-Licht bestrahlt. Die Bestrahlung fand hier über 20 Units unter trockenen Bedingungen statt. Anschließend wurden je 2 Samples aus jeder Gruppe in deionisiertem (ist das korrektes Deutsch? Es sieht seltsam aus :lol: ) Wasser geschwenkt. Anschließend wurden mit dem SEM Bilder von den gewaschenen und den ungewaschenen Samples gemacht. Auf den Bildern wurden dann die Anzahl an Melaningranulaten und Löchern (verlorene Melaningranulate) gezählt. Für jede Bestrahlungsvariante wurden über 1000 Löcher und Granulate gezählt. Die Prozentsätze wurden je Bild berechnet und dann gemittelt. (Percentage of disappeared melanin granules = Number of cavities/(Number of cavities + Number of granules) x 100 )

Die Effusion (also das Rausfallen aus dem Haar) der Granulate wurde zusätzlich noch mit folgender Methode untersucht:
Unbehandelte Tressen wurden über 3 Stunden in deionisiertem Wasser eingelegt, die Wasserschicht wurde dann mit einem Polycarbon-Membranfilter entfernt. Anschließend wurden die Tressen getrocknet und mit VIS- bzw. UV-Licht über 20 Units bestrahlt. Danach wurden sie wieder für 3 Stunden im Wasser eingelegt und mit demselben Filter wie zuvor die Wasserschicht entfernt. Die auf der Membran zurückgebliebenen Festkörper wurden dann mit dem SEM untersucht.

Ergebnisse:
Die Ergebnisse wurden hier in mehreren Schritten präsentiert, da zunächst für manche Beobachtungen diverse Hypothesen aufgestellt und diese dann anschließend mit den Ergebnissen der Experimente oder weiteren Untersuchungen widerlegt oder bestätigt. Ich versuch die Hypothesen mal kurz zu erwähnen um dann das Resultat vorzustellen (hier gibt es natürlich dann auch noch viele Details)

Beobachtung der Messwerte für den Farbunterschied:
VIS: Die Tressen mit regelmäßigem Waschen wiesen einen Farb- bzw. Helligkeitsunterschied von ca. 4,5L auf. Die ungewaschenen Tressen wiesen einen Unterschied von knapp über 3L auf. Nach einer Wäsche stieg der Farbunterschied noch auf ca. 4,2L an.

UV: Die Tressen mit regelmäßigem Waschen wiesen einen Farb- bzw. Helligkeitsunterschied von ca. 1,8L auf. Die ungewaschenen Tressen wiesen einen Unterschied von ca. 0,1L auf. Nach einer Wäsche stieg der Farbunterschied noch auf ca. 1,5L an.

-> Die Resultate legen nah, dass VIS-Licht die Melaninpigmente zersetzt (das Haar hellt auf), während UV-Licht die Melaninpigmente nicht direkt angreift und so nicht selber eine Aufhellung hervorruft. Es liegt nahe, dass UV-Licht andere Komponenten im Haar als die Melaninpigmente schädigt und sich diese erst über das Waschen "rauswaschen".

Hypothesen für UV-Licht-Aufhellung:
1. Denaturalisierung der Melaningranulate: Das UV-Licht greift die Granulate an, ausgenommen(!) der Pigmente. Die Granulate werden zu kleinen Fragmenten zersetzt oder wasserlöslich gemacht, weshalb sie durch Waschen dann verloren gehen.

2. Effusion der Melaningranulate: UV-Licht schädigt die Haarstruktur und macht es poröser, sodass die Melaningranulate rausgewaschen werden können.

Es wurden also hierauf die isolierten Granulate betrachtet und hier konnte man erkennen, dass die Aufhellung der isolierten Granulate fast identisch war durch UV- und VIS-Licht. Zudem sind die Granulate zwar etwas geschrumpft aber eine größere Formveränderung ist nicht aufgefallen. Nachdem die bestrahlten isolierten Granulate mit Wasser abgespült wurden zeigten sich bei den mit VIS-Licht bestrahlten Granulaten deutliche Schäden, bei den mit UV-Licht bestrahlten fielen keine größeren Formveränderungen auf.

-> Variante 1 wird somit ausgeschlossen.

Dann kam die oben beschriebene Waserfiltermethode zum Zuge:
Hier wurden bei den nicht-bestrahlten Tressen keine Festkörper nach dem 3-Stunden-Einlegen auf der Filtermembran festgestellt. Bei den mit VIS- bzw. UV-Licht bestrahlten Tressen konnten Festkörper auf den Filtermembranen entdeckt werden, welche als Melaningranulate, bzw. zersetzte Melaningranulate identifiziert wurden. Bei den VIS-Licht -Tressen sahen die ausgespülten Granulate zersetzt/ geschmolzen aus. Die UV-Licht-Tressen verloren Granulate, welche keine größeren Schäden aufwiesen (ähnlich zu den Experimenten an den isolierten Granulaten)

Untersuchung von Haarschäden:
Auf den SEM-Bildern der Querschnitte fiel auf, dass die mit UV-Licht behandelten Haare viele bis zu Mikrometer große Risse aufwiesen, während beim mit VIS-Licht bestrahltem Haar keine Risse auffielen.
Dass auch die mit VIS-Licht bestrahlten Haare beim Waschen Melaningranulate verlieren, erklärt sich dadurch, dass diese vom VIS-Licht in kleine Fragmente zersetzt und teilweise auch aufgeweicht werden. So waschen sich auch nach der VIS-Licht-Bestrahlung Granulate aus, ohne dass Haarschäden entdeckt werden konnten.

Nächste Fragestellung: "Ganze" blonde Haare werden viel schneller durch VIS-Licht als durch UV-Licht aufgehellt. Extrahiertes, isoliertes Eumelanin wird durch UV- und VIS-Licht ähnlich schnell aufgehellt. Warum?

1. Mitwirkung des Phäomelanins: Hier werden einige kontroverse Untersuchungen anderer Forscher aufgeführt, auf die ich hier jetzt nicht näher eingehe, das sprengt sonst alles. Kann man mal gesondert betrachten. Es geht um die Lichtempfindlichkeit von Phäomelanin bei UV- und VIS-Licht.

2. Denaturaslisierung der isolierten Melaningranulate: Bei der Extraktion könnten die Granulate auf irgendeine Weise beschädigt worden sein, die zu verändertem Verhalten bei der Bestrahlung führen könnte.

3. Absorption von UV-Licht durch die Haarproteine: Das Licht muss erst durchdie Proteine in Cuticula und Cortex um die Melnaingranulate zu erreichen. Es wäre möglich, dass das UV-Licht gedämpft wurde bis es beim Melanin ankommt, daher würden Melaningranulate im intakten Haar weniger aufgehellt werden als die Extrahierten.

Überprüfungen:
1. Es konnte keine vermehrte Sensibilität von rotem Haar auf VIS-Licht festgestellt werden, photolightening bei rotem Haar ist bei VIA-Licht und UV-Licht ähnlich -> Hypothese 1 scheidet aus

2. Um diese Hypothese auszuschließen gab es die Querschnittsexperimente, hier konnte eine Veränderung durch Extraktion der Melaningranulate ausgeschlossen werden. Hier wurde ebenfalls festgestellt, dass die Melaningranulate selbst ähnlich sensibel auf VIS- wie auf UV-Licht reagieren, was ihre Farbe/Helligkeit angeht. -> Hypothese 2 scheidet auch aus

Es deutet also auf Hypothese 3 hin, da eben auch die Schäden, die an der sonstigen Haarstruktur zu finden waren dafür sprechen, dass das UV-Licht durch die Zersetzung der Proteine abgeschwächt wird und dadurch der Schaden an den Melaningranulaten abgeschwächt ist. Das UV-Licht wird also von den Proteinen absorbiert, zersetzt diese und kommt erst sehr geschwächt bei den Melaningranulaten an. Daher kommt die deutlich schwächere Aufhellung bei den ungewaschenen Haaren im Vergleich zu mit VIS-Licht bestrahltem Haar, obwohl blanke Granulate von beiden Lichtvarianten ähnlich aufgehellt werden.

Es wird zum Schluss noch folgendes erwähnt: Generell geht man aber davon aus, dass Melaningranulate eine schützende Rolle für menschliches Gewebe gegen schädliches UV-Licht haben und es gibt viele Arbeiten, die dies verifiziert haben. Diese Studie allerdings zeigt, dass Melaningranulate in blondem Haar die Haarstruktur nicht vor Schäden durch UV-Licht schützt, zumindest in der frühen Phase photochemischer Reaktion, die in dieser Studie betrachtet wurde. Dafür können sie die Kopfhaut vor der Hitze des VIS-Lichts schützen.

Edit: Sorry für die Wall of Text :shock: Und Danke Alichino für die Infos zum "verbacken"!

_________________
2a/b M 9cm plus Pony; 82 cm SSS
Farbe: rauswachsende NHF in Blond, Rest noch Rot
...77 78 79 80 81 82 83 84 85 86 87 89 90...
TB: Mogi: Kindheitstraumerfüllung: Langhaarmähne in Naturblond


Nach oben
 Profil  
 
Beiträge der letzten Zeit anzeigen:  Sortiere nach  
Ein neues Thema erstellen Auf das Thema antworten  [ 55 Beiträge ]  Gehe zu Seite Vorherige  1, 2, 3, 4  Nächste

Alle Zeiten sind UTC + 1 Stunde [ Sommerzeit ]


Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder


Du darfst keine neuen Themen in diesem Forum erstellen.
Du darfst keine Antworten zu Themen in diesem Forum erstellen.
Du darfst deine Beiträge in diesem Forum nicht ändern.
Du darfst deine Beiträge in diesem Forum nicht löschen.

Suche nach:
Powered by phpBB® Forum Software © phpBB Group
Deutsche Übersetzung durch phpBB.de