Langhaarnetzwerk

Wir sagen "ja" zu langem Haar.
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BeitragVerfasst: 10.12.2014, 18:24 
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Hallo ihr Lieben :)

Ich dachte mir, ich stelle euch mal meine Öltunke vor. Ich verwende sie seit einem halben Jahr regelmäßig und habe sie fest in meine Routine integriert, da sie mir zuverlässig unschlagbare Ergebnisse liefert :nickt: Und ich hab mittlerweile von etlichen Leuten, denen ich von der Öltunke erzählt hatte und die sie ihrerseits ausprobierten, irre gutes Feedback bekommen. Meine Öltunke scheint also auch für andere gar nicht so verkehrt zu sein.

Ich weiß, das Rad habe ich damit nicht gerade neu erfunden... Aber dennoch scheint niemand außer mir bisher auf genau diese Idee gekommen zu sein und nachdem ich überredet wurde, hierzu einen Thread zu eröffnen - et voilà - da isser ;)

Vorab sag ich noch kurz was zu meiner Routine:
Ich habe sehr feines, empfindliches Haar, Waschrhythmus 7-11 Tage. Ich wasche meine Längen mit Öl + Condi, die Kopfhaut / den Ansatz mit meinen eigenen Seifen, dann folgt eine saure Rinse, welche nur aus den Spitzen und Längen -sofort- wieder ausgespült wird, dann folgt die Öltunke. Die saure Rinse (am Ansatz) und die Öltunke (in Spitzen und Längen) lasse ich so ein Minütchen einwirken, spüle dann alles kühl und gründlich aus, kalter Guss zum Abschluss.

Die Öltunke ist bitte nicht zu verwechseln mit dem Oilrinsing, was eine ganz andere Technik ist, verwandter ist sie da schon mit der einfachen Ölrinse. Aber um endlich zu der eigentlichen Erklärung zu kommen, zitiere ich mal die entsprechende Nachfrage aus meinem PP:

Zitat:
Was genau ist eine Öltunke? Ich stelle mir da einen Becher Öl vor, in den du die Längen tauchst, aber das scheint mir etwas zu viel des Guten...

Äh ja, fast ;) (Mess-) Becher und Haare reintunken ist richtig, aber meine Öltunke besteht genauso zu 100% aus Öl wie eine einfache Ölrinse - nämlich keinesfalls ;)
Oder anders gesagt:
Die Öltunke ist kein pures Öl! Sondern im Grunde nichts anderes als eine (sehr) hoch dosierte Ölrinse, die allerdings als Tunke verwendet wird.
Im Sommer habe ich immer drei Tropfen Öl auf einen knappen halben Liter warmes (Leitungs-) Wasser genommen, seit Ende Oktober / Anfang November (Witterungsänderungen) dann vier Tropfen, weil ich im Verlauf der Woche nach dem letzten Mal drei Tropfen gemerkt habe, die reichen nimmer ganz aus.
Also x Tropfen Öl (ich nehme Macadamianussöl) auf einen halben Liter warmes Wasser - gut umrühren (! weil kein Emulgator) und dann die Längen da reintauchen, bissele rühren, wedeln, tunken, so dass auch überall was hinkommt. Ich geh schon recht hoch damit, wasch ja überkopf, fasse die Haare oben / vorn (zwischen Assipalme und Einhorn) mit der Faust zusammen und tunke die Spitzen und Längen bis knapp vor die Faust in die Öltunke, also ca. 10-15cm von der Kopfhaut entfernt, schätz ich mal.

Jemandem, der gefärbte / anderweitig strapazierte oder mehr / lockigere / trockenere Haare als ich hat, würde ich eine höhere Dosierung empfehlen, schätzungsweise 5-8 Tropfen Öl (auf einen knappen halben Liter warmes Wasser). Aber auch hier gilt: lieber mit weniger anfangen und dann hochtasten.

Anmerkung: aus verlässlicher Quelle habe ich erfahren, dass selbst bei lockigen und sehr trockenen Haaren ein ganzer Teelöffel Öl in der Tunke zuviel ist - na, dann haben wir zumindest eine echte Obergrenze gefunden :)

Der Vorteil meiner Öltunke gegenüber der bekannten Ölrinse ist, dass das Öl(wasser) eben -nicht- an den Ansatz kommt, potentiell zuviel Fett und Klätsch werden damit von vornherein vermieden; die Öltunke kann demnach viel höher dosiert werden als eine gewöhnliche Ölrinse, was für die normalerweise pflegehungrigeren Spitzen und Längen dann genau das Richtige ist. Sollte die Tunke mal etwas überdosiert worden sein und die Haare nach dem Trocknen leicht fettig aussehen (ist mir einmal passiert) - keine Panik - das zieht bis zum nächsten Tag weg, weil es ja 1. von vornherein nur wenig, nämlich ein paar Tropfen Öl waren, die gleichmäßig sehr fein verteilt wurden und 2. nur Spitzen und Längen, aber nicht der Ansatz betroffen sind (Wegstecken ginge also ganz unkompliziert).

Außerdem finde ich toll, dass die Tunke so variabel ist - nicht nur, dass sie sich mMn mit jedem Waschmittel (Shampoo, Seife, HES, Kräuter, usw.) kombinieren lässt - man kann sie den Haarbedürfnissen jederzeit anpassen. Ich kann meine Öltunke problemlos sommers wie winters verwenden, indem ich einfach an der Dosierung schraube. Weiterhin brauche ich seit ich 1. mit meinen eigenen Seifen wasche UND 2. die Öltunke bei jeder Wäsche anwende über den gesamten Waschrhythmus hinweg (bei mir 7-11 Tage) nicht nur keinen Condi mehr nach der Wäsche (die Öltunke ersetzt den), sondern darüber hinaus auch -gar kein- Leave In mehr! Dadurch hat sich automatisch auch die Staub- und Fusselanziehungskraft meiner Spitzen (bedingt durch Öl oder Creme als LI) drastisch verringert, dadurch wiederum habe ich fast gar keine Verknotungen mehr, Klett ist ein totaler Ausnahmezustand geworden, demzufolge hat auch der Haarbruch / Haarabriss extrem nachgelassen. Und als weiteres Plus verzeichne ich, dass ich entgegen der letzten Winter (Heizperioden) bisher überhaupt keine Probleme mehr mit elektrisch geladenen / fliegenden Haaren habe.
Und sparsam ist die Öltunke auch noch - anstatt vieler "Erbsen" Leave In pro Woche und verschiedener Leave Ins je nach Jahreszeit brauche ich nur noch die paar Tropfen Öl in der Öltunke.

Interessant für mich ist, dass meine Haare normalerweise nur trocken geölt werden wollen, das Ölen von feuchten oder nassen Haaren führt bei mir seit jeher unweigerlich zu einer echten Katastrophe :?
Die Öltunke aber funktioniert!

(Ich könnte mir dennoch vorstellen, dass sie ihre besten Ergebnisse bei Haaren liefert, die Ölpflege als solche bereits gewöhnt sind.)

Ich hab meine Öltunke jetzt seit über einem halben Jahr ausgiebig getestet und kann sie wirklich sehr empfehlen :nickt:


Viel Spaß beim Ausprobieren! :D

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Zuletzt geändert von cielita am 10.12.2014, 18:46, insgesamt 1-mal geändert.

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BeitragVerfasst: 10.12.2014, 18:29 
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Hallo :-)

Ich mach das jetzt auch schon seit einigen Wäschen. Allerdings kippe ich in meine Rinse Proteine UND Öl. Und danach um die Schuppenschicht zu schließen mach ich eine sauer Rinse.

Bin bisher ganz glücklich damit :gut:

:winke:

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BeitragVerfasst: 10.12.2014, 18:33 
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Oh danke schön für den tollen Thread und die nochmalige genaue Beschreibung :gut:
Ich werde bei der nächsten Wäsche auf jeden Fall weiter an der Dosierung schrauben, 4 Tropfen waren meinen Haaren jetzt im Winter einfach zu wenig.
:winke:

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BeitragVerfasst: 10.12.2014, 18:38 
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Hui, eine Anleitung. Ich kann schon mal sagen: Mehr als Spitzen tunken scheint sinnvoll, dabei aber (deutlich!) weniger als ein Teelöffel Öl nehmen, selbst bei meinem Wüstenhaar. ;) Ich hab einen erstklassigen Fettkopf. xD

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BeitragVerfasst: 10.12.2014, 18:42 
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Syphalia - eine Tunke ist -keine- Rinse :kniep: Die Unterschiede habe ich oben, glaub ich, recht deutlich erklärt.

Râa - :bussi: schraub mal ;) - du hast ja auch Locken, ich glaub sofort, dass die von Hause aus mehr brauchen als meine glatten Feenhaare :nickt:

Julianna Lion - *anlach* das schreib ich ins EP... *sicheristsicher* ;)

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Zuletzt geändert von cielita am 10.12.2014, 18:48, insgesamt 1-mal geändert.

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BeitragVerfasst: 10.12.2014, 18:47 
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Werde ich auch mal probieren! Danke für die ausführliche Anleitung :)

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BeitragVerfasst: 10.12.2014, 18:48 
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cielita

:oops: Oh das hätte ich wohl dazu sagen sollen:
ich vertrage keine Rinse an der Kopfhaut und Rinse deswegen NUR die Längen und Spitzen ( und achte dabei auch darauf das ich noch deutlich unter dem Pony bleibe)

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BeitragVerfasst: 10.12.2014, 18:56 
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cielita :gut: das hört sich ja mal richtig gut tan. Mist dass ich heute Morgen gewaschen habe. Das wird sofort bei der nächsten Wäsche ausprobiert, ich habe nämlich eben gerade in meinem PP geschrieben, dass ich unter trockeneren Spitzen und Längen leide, als sonst. Und da ich früher immer schon ab und zu mit Öl Beimischung gerinst habe, denke ich dass deine Öltunke für mich die bessere Variante wäre, da es bei mir ja wirklich nur die Längen und Spitzen betrifft und nicht den Kopf.

Vielen Dank für deinen Tipp. Wenn ich es dann ausprobiert habe, schreibe ich dir hier einen Feedback. :lol:

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BeitragVerfasst: 10.12.2014, 19:01 
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Ommel - na dann kommt meine Öltunke ja wie bestellt für dich *anlach* - Jaaa, berichte hier, wenn du sie ausprobiert hast! :nickt:

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BeitragVerfasst: 10.12.2014, 19:20 
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Oh wie gut dass du das mit dem Teelöffel erwähnt hast. Die 5 Tropfen Mac Öl bei der letzten Tunke waren zwar gut, aber es hätte noch mehr sein können. Dann schraube ich mich mal von oben nach unten :lol:
Und selbst mit meiner mega superschnell fettenden Kopfhaut hat die Tunke super geklappt .Es ist nichts hochgezogen und die Längen fühlten sich auch nicht ölig an. Einfach nur schön weich.
Was allerdings nicht heißt, dass es das bei einer zu hoch dosierten Tunke nicht mal der Fall sein kann mit dem hochziehen. Wie bereits erwähnt wurde, man kann sie super für sich selber dosieren.
Brauchte zwischen den Wäschen nichts anderes mehr. Kein LOC nichts.

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BeitragVerfasst: 10.12.2014, 19:25 
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Damit habe ich auch eine Weile herumexperimentiert, aber irgendwie gab's bei mir leider nichts zwischen zu wenig Öl (sprich keiner Wirkung) und strähnigem Haar, dabei habe ich mich tropfenweise herangetastet... :nixweiss:


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BeitragVerfasst: 10.12.2014, 19:31 
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Muss ich unbedingt ausprobieren, danke für die Anleitung.
Hab einmal Rinse mit Öl getestet und das ging absolut in die Hose :mrgreen: . Da ist die Öltunke eine super Alternative :gut:

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BeitragVerfasst: 10.12.2014, 19:47 
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Auf die Idee bin ich tatsächlich noch nicht gekommen. Im Moment kann ich das so gar nicht in meine Routine einbauen, aber wenn ich in fünf bis 20 Jahren aufgebraucht habe, probier ich es mal. Jojobaöl scheint mir ein guter Kandidat.

Dass ein Teelöffel Öl zu viel ist, kann ich mir denken. Durch starkes Verrühren wird verteilt sich das Öl zwar kurzfrustig im Becher, aber während des Tunkens und Wedelns erhöht sich der Anteil des Öls im Bereich der Wasseroberfläche, so dass man dann beim Rausziehen der Haare den Ölfilm mitnimmt.

Wie sieht das eigentlich mit dem Nackenhaar aus? Wenn du die Haare über dem Kopf zusammennimmst und dann noch ein gutes Stück vom Ansatz weg auslässt, dann ist die Unterwolle ja eigentlich überhaupt nicht behandelt.

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BeitragVerfasst: 10.12.2014, 20:17 
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Schön, der Thread ist da.

Ich werd's natürlich auch testen demnächst und hier berichten!

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1b f i, von Midback auf APL zurückgeschnitten
mein abgeschlossenes PP:
viewtopic.php?f=21&t=23872


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BeitragVerfasst: 10.12.2014, 20:24 
Cielita, das klingt gut. Ich glaube, das werde ich mal bei einer Verwöhnaktion für meine Haare ausprobieren!


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