Langhaarnetzwerk

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BeitragVerfasst: 23.07.2009, 16:34 
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BeitragVerfasst: 26.07.2009, 13:42 
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Ich hab heute morgen gerade eine Proteinkur mit Ei gemacht und jetzt, wo die Haare trocken sind, fühlen sie sich irgendwie total trocken und strohig an und das, obwohl ich, im Anschluss an die Proteinkur gleich ne Feuchtigkeitskur gemacht hab.

Ich denke ich werd mich verstärkt auf die Feuchtigkeit konzentrieren und allenfalls einmal im Monat eine Joghurtkur machen (nach der war's nämlich, glaube ich, nicht so schlimm). Keine Ahnung, ob das dann was bringt. Vielleicht brauchen meine Haare einfach kein Protein.

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 Betreff des Beitrags: Re: zuviel Protein?
BeitragVerfasst: 27.03.2015, 13:08 
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Ich habe mich mit der Überpflegung durch Proteine beschäftigt.

Da die semiwissenschaftlichen Aussagen hierzu sehr spärlich ausfallen, musste ich ein wenig recherchieren, um eine Hypothese zu erstellen, wie die Symptome bei Proteinüberschuss zustande kommen könnten. Ich hoffe, dass diese einigermaßen zutrifft.
Kann natürlich auch totaler Humbug sein. :lol:

Mit Feuchtigkeitsüberschuss erklärt sich ja von selbst. Es ist meist eher ein optisches Problem, der durch Überdosierung der Wasser einschließenden Komponenten entsteht, sodass Haare ölig und beschwert aussehen.
Interessanter ist da der Proteinüberschuss, der offenbar recht schnell zu negativen Wirkungen führt:
das Haar reißt sehr schnell ohne sich zu dehnen und ist härter und steifer, als gewöhnlich.
Ebenso reißt das Haar aber auch schnell, wenn lediglich Feuchtigkeitsmangel herrscht, aber genug Protein vorhanden ist.
Im Umkehrfall sind Haare bei Proteinmangel dehnbar wie Gummie.
Weil der Zusammenhang von Ursache und Wirkung bei Proteinüberschuss offenbar sehr schwer verständlich ist, wird häufig nur von den Symptomen berichtet.
Bei solchen Problemen wird dann vom protein overload, protein over conditioning und beim optimalen Pflegezustand von einer “Protein Moisture balance“ gesprochen.

http://loveyourcurls.com.au/loveyourcur ... e-balance/

Oder hier bei science-yhairblog.
http://science-yhairblog.blogspot.de/20 ... otein.html

Interessanterweise haben naturbelassene Afrohaare sehr viel schneller mit einem Proteinüberschuss zu kämpfen als andere Haartypen, dafür fehlt ihnen schnell Feuchtigkeit.
Bei einem Proteinüberschuss reißt das Haar bevor es sich überhaupt gedehnt hat. Und es fühlt sich hart und steif an. Trockenes Haar ist ebenfalls dafür anfällig zu brechen.
Allerdings findet sich nichts, was genau die Ursache für diese Wirkungsweise erklärt.
Überall steht nur: das ist eben so, weil zu viel Protein im Haar ist, wobei aber nicht näher die erklärt wird. Die einzige Erklärung, dass der Grund, der das Haar hart, steif und brüchig macht, der ist, weil das Haar einfach nur mit einen Haufen überschüssiger Proteine vollgepackt ist, war mir irgendwie nicht scientific genug.
Ich wollte versuchen mal eine nähere Erklärung auf molekulare Ebene zu finden.

Die beste Erklärung habe ich dann hier gefunden:
http://www.xovain.com/hair/moisture-protein
Zitat:
Amino acids and protein molecules can penetrate to the cortex and permanently attach to areas of damage, essentially filling them in. If the cortex and cuticle become overfilled with these molecules without "grease" for the moving parts, the hair can become too rigid and break, splinter, or bead.

Eine übermäßige Zufuhr von Proteinen im Cortex ohne ausreichende Zufuhr von Feuchtigkeit / bzw von Fetten die die Feuchtigkeit einschließen, führt also zu diesen Symptomen - klar.

Zunächst muss man zwischen zwei Kategorien von Proteinen für die Haarpflege unterscheiden: Es gibt sowohl kleine hydrolisierte Proteine (hydrolyzed proteins) oder die einzelnen Aminosäuren als auch große Proteine. Große Proteine können gar nicht tiefer in das Haar eindringen. Diese wirken eher in der äußeren Schuppenschicht als „Auffüller“, bzw. als conditionierende Substanzen. Wirken also gar nicht auf die mechanischen Eigenschaften der Haare, denn die zugmechanischen Eigenschaften können nur im Inneren des Haares beeinflusst werden.

Weil man einen Proteinüberschuss über das Dehnungsverhalten und andere mechanische Eigenschaften des Haares bemerkt, muss es ja was mit der molekularen Mechanik während der Dehnung des Haares zu tun haben, die im Cortex stattfindet. Also muss es irgendein Zusammenspiel der kleinen Peptide und Aminosäuren und den biomechanischen Vorgängen geben.

Was mich zu der Frage geführt hat: was passiert überhaupt im Haar bzw. mit den Keratinsträngen bzw mit den einzelnen Keratinfibrillen, wenn es gedehnt wird bevor es reißt? Was bringt das Haar dazu steif zu werden und zu reißen, und besonders: was macht es unflexibel und brüchig bei Proteinüberschuss?

Kurz zum Aufbau des Haares:
Im groben hat das Haar eine Cuticula (Schuppenschicht), einen Cortex mit hydrophilen globulären Matrixproteinen und den hydrophoben langen Keratinfibrillen, die in der Matrix eingebettet sind. Vor allem dicke Haare haben auch eine Medulla.



Was geschieht beim Dehnen der Haarfaser?


So wie ich das verstanden habe, gibt es da verschiedene Erklärungsansätze was mit den Keratinsträngen bei Dehnung im Detail geschieht und wie die Wechselwirkung von Keratinen und anderen Proteinen in etwas funktioniert.
Offenbar geht man davon aus, dass Keratin im Ruhezustand (relaxed) als alpha-Keratin (als zwei verdrillte Helices) vorliegt. Zu Beginn der Dehnung, verformen sich zuerst die alpha-Helices als Moleküle geringfügig selbst, dann erst gleiten benachbarte alpha-Keratine aneinander vorbei. Während die Filamente gegeneinander verschoben werden, werden die Wasserstoffbrückenbindungen gelöst und neu gebildet.
Bei noch stärkerem Zug geht das alpha-Keratin dann in beta-Keratin über. Das alpha-Keratin ist eine helikale coiled-coil Struktur, das beta-Keratin ist dagegen eine beta-Faltblattstruktur.

Verschiedene Dehnungsexperimente wollen diese Transformation nachgewiesen haben.
http://www.cell.com/biophysj/abstract/S ... %2973549-3
New Aspects of the α-Helix to β-Sheet Transition in Stretched Hard α-Keratin Fibers, Biophysical Journa, Volume 87, Issue 1, p640–647, July 2004, L. Kreplak, J. Doucet, P. Dumas, F. Briki

Das Verhalten bei Dehnung wird auf eine Spannungs-Dehnungskurve übertragen, die das Verhalten des Haares bei Dehnung wird z.B. hier dargestellt:
http://www.doitpoms.ac.uk/tlplib/bioela ... eresis.php
Im ersten Bereich, im Linearelastischen (Hookeschen) Bereich wirken die Wasserstoffbrückenbindungen gegen die Zugkräfte. Werden diese gebrochen geht das Haar von den helikalen Keratinstrukturen in die beta-Faltblatt-Struktur über. Dieser Übergang wird Fließbereich genannt. In diesem Bereich wird das Haar plastisch dehnbar. Die Dehnung ist reversibel. Das Haar kann von selbst wieder in die alpha-Keratinstruktur zurückwandeln.
Die Umwandlung erfordert das Lösen und die Neuordnung von Wasserstoffbrückenbindungen. Dabei spielt Wasser als ein Protonenaustauscher eine Rolle, soweit ich das verstanden habe.
Dieses Wasser wiederrum befindet sich im Bereich der hydrophilen Matrixproteine, die sich quasi mit Wasser umgeben (Hydrathülle). Die Keratine selbst sind eigentlich hydrophob. Die umgebenen Matrixproteine stellen also auf diese Weise verfügbares Wasser bereit.
Da die Umwandlung in die beiden Strukturen durch Wasser als Protonenaustauscher erleichtert wird, ist auch verständlich, dass Haare im Wasser ausgedehnter sind und sich schneller relaxen.
Bei weiterer stärkerer Dehnung reicht aber auch die plastische Verformung nicht aus und es kommt zum Materialermüdungsbruch.

Ein paar Quellen:
http://www.sciencedirect.com/science/ar ... 9504735493
Mechanics of trichocyte alpha-keratin fibers: Experiment, theory, and simulation, J. Mater. Res., Vol. 30, No. 1, Jan 14, 2015, C-C. Chou et al

http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/article ... 85/?page=1
Water in keratin. Piezoelectric, dielectric, and elastic experiments Biophys J. 1989 Nov; 56(5): 861–868. H Maeda

http://journal.scconline.org/pdf/cc1972 ... p00469.pdf
The binding of small molecules to hair--I: The hydration of hair and the effect of water on the mechanical properties of hair, J. Soc. Cosmet. Chem. 23 447-470 (1972), M.M. Breuer


Wasser spielt eine entscheidende Rolle bei der Umwandlung der Proteinstruktur (von alpha-Keratin in Beta-Keratin) und die Veränderung/ Umformung der Proteinstruktur des Keratins selbst ist der Grund für das charakteristische elastische Dehnungsverhalten, also, dass das Haar plastisch dehnbar und biegsam ist.

Im oben genannten Paper ("New Aspects of the α-Helix to β-Sheet Transition in Stretched Hard α-Keratin Fibers") wurde auch nachgewiesen, dass im trockenen Zustand das alpha-Keratin nicht in die beta-Faltblattstruktur tranformiert wird.
L. Kreplak et al hat geschrieben:
... concerns the role played by water, which seems to act as a polymer polymer plasticizer in the transformation mechanism: stretching in water leads to the formation of β-sheets, whereas the chains remain unraveled at low-humidity conditions. (L. Kreplak et al)


Die Überlegung ist also: steht sehr wenig freies Wasser für die Umwandlung zur Verfügung, wird der Übergang von der alpha-helikalen Struktur in die b-Faltblattstruktur verhindert bzw erschwert. Das Keratin bleibt dann offenbar größtenteils als alpha-Keratin vorliegen.
Die Dehnung wird dann eventuell lediglich durch die Verschiebung der helikalen Keratinfibrillen selbst bewerkstelligt. Dadurch dehnt sich das Haar nicht plastisch, sondern bricht ohne vorherige Dehnung.
Aus den gleichen Gründen ist das Haar unter gegebenen Umständen hart und unflexibel, denn auch für Biegung und Verformung werden die Wasserstoffbrückenbindungen gelöst und neu gebildet (Locken und Wellen).
Bei genügend Wasser kann diese Umordnung schnell geschehen, bei Abwesenheit von Wasser ist die Neuanordnung dieser Bindungen erschwert und verlangsamt. Es fehlt Elastizität und Verformbarkeit durch den nicht stattfindenden Umwandlungssprozess der Keratine.

Im trockenen Zustand macht also die Beobachtung Sinn, insofern staubtrockene Haare, die Feuchtigkeit bräuchten, schnell brechen und störrisch sind…


Und was machen dann überschüssige Proteine???


Dazu habe ich im Buch "Feughelman M., Mechanical properties and structure of alpha-keratin fibres: wool, human hair, and related fibres. 1997, Sydney, Australia: University of New South Wales Press" auf Seite 26 einen Abschnitt gefunden, der in etwas Folgendes aussagt:

Aus einer Studie von Bendit und Gillespie (an das originale Paper kam ich leider nicht heran) geht hervor, dass die Steifigkeit von a-Keratinen bei einer verhältnismäßigen Zunahme von globulären Matrixproteinen zu einer erhöhten mechanischen Steifigkeit führen. Ebenfalls führt eine proportional größere Masse an Matrixproteinen im Wasser gesättigtem Zustand zu einer verminderten Fähigkeit eines reversiblen Verformungsverhaltens, also die Fähigkeit in den Ursprungszustand (z.B. Länge) zu gelangen.
Über die Menge an Matrixproteinen (zur Erinnerung, die Keratine sind in dieser Matrix eingebettet) wird also das Dehnungsverhalten und Steifigkeit von verschiedenen Keratinen beeinflusst.

Dieser Zusammenhang wird in diesem Abschnitt folgendermaßen erklärt: wenn das Verhältnis von Matrixproteinen zu Keratinfasern ansteigt, verringert sich der Raum für Wasser und dessen Mobilität zwischen den Mikrofibrillen (Keratinfasern).

Feughelman M. aus "Mechanical properties and structure of alpha-keratin fibres: wool, human hair, and related fibres" hat geschrieben:
A reduction in the water polymer relative to the keratin protein must result in the decrease of the mobility of the interpenetrating polymer network of water plus keratin. (Feughelman M.)


Also wirkt ein Proteinüberschuss ganz ähnlich wie Trockenheit.
Das Übermaß an Proteinen in der Matrix verdrängt das für die Verformbarkeit benötigte Wasser aus den Bereichen der Mikrofibrillen. Dadurch, dass weniger Wasser zur Verfügung steht, können Wasserstoffbrückenbindungen nicht so leicht aufgebrochen werden. Das würde dann auch die Steifheit von Proteinüberladenen Haaren erklären und warum diese dann schlecht zu stylen sind. Die Haare können nur sehr schwer andere Formen annehmen und sich elastisch biegen, wenn die Bindungskräfte nur schlecht gelöst und umgeordnet werden können.
Bei zugeführten Proteinen wird eine erhöhte Feuchtigkeitszuführung „moisture“ angeraten. Heißt also, man muss versuchen der Verdrängung des Wassers aus den Keratinbereichen entgegen zu wirken.

http://rspb.royalsocietypublishing.org/ ... .2012.2158
Regulation of hard α-keratin mechanics via control of intermediate filament hydration: matrix squeeze revisited Proc. Biol. Sci., Proc Biol Sci 2013 Jan 7;280(1750):20122158. Epub 2012 Nov 7., Daniel A Greenberg, Douglas S Fudge
In diesem Paper geht es ebenfalls um das Verhalten von Keratin und der Matrix bei verschiedenen Feuchtigkeitsgraden und das Zusammenspiel der Keratine und der Matrix.
Hier ist überdies auch ein Erklärungsansatz auf welche Weise ein geringeres Massenverhältnis von Matrixproteinen zu Keratinfasern an eine Anpassung an trockene Verhältnisse zu sehen ist.
Dies wäre also ein Erklärungsansatz, wieso Afrohaare gewisse Eigenheiten aufweisen als Anpassung an trockene Bedingungen. Afrohaare sind bekanntlich empfindlicher und feiner, als z.B. europäische Haare und vor allem asiatische Haare.
Ich habe das so verstanden, dass Afrohaare feiner sind, weil sie ein geringeres Volumen der Cortexschicht haben, also auch weniger Matrixproteine (an denen Wasser angelagert wird) aufweisen. Diese hätte zum einen zur Folge, dass Feuchtigkeit im geringeren Maße gespeichert werden kann und zum anderen, dass „weniger Platz“ für zusätzliche Stoffe wie eben Proteine vorhanden ist - es sei denn es wurden durch chemische Behandlung eigene Proteine verändert und ausgeschwemmt, sodass die wieder zugeführt werden müssen.
Allerdings könnte eine kleinere Cortexschicht auch bedeuten, sodass diese auf ein Ungleichgewicht sensitiver reagiert, daher, dass das System proteinsensitiver ist und schneller auf diesen Überfluss reagiert. Daher vertragen diese Haare übermäßige Proteinzufuhr nicht.

Und das waren meine Übelegungen zum Proteinüberschuss...


Im ganz umgekehrten Fall: Proteinmangel
Man profitiert von einer "Stärkung" durch Protein, wenn bei einer chemischen Behandlung bei der die Disulfidbindungen der Mikrofilamente (Keratinstränge) aufgebrochen werden und nachhaltig chemisch verändert werden und gleichzeitig auch die Matrixproteine zerstört oder chemisch verändert werden. Diese werden labil und ausgeschwemmt. Dadurch verliert die Faserstruktur ihre Fähigkeit nach plastischer Verformung in den Ursprungszustand zurückzukehren, weil die Verankerung über Disulfidbrücken geschwächt ist und die Bindungen noch vor dem allgemeinen Materialermüdungsbruch brechen, sodass das Haar in diesem überdehnten Zustand bleibt.
Vor allem dehnt sich das Haar dann sehr weit im Wet Assessment Test. Durch Wasseraufnahme bei hoher Luftfeuchte kann Wasser direkt in den Cortex gelangen. Durch den Proteinmangel im Cortex hätte es aber kein Puffersystem (Wasserdonator) und bricht sehr leicht im trockenen Zustand, weil das Wasser z.B. nach der Wäsche nicht durch Matrixproteine gehalten werden kann. Wenn man Feuchtigkeit einschließt, tritt dann das Gummiegefühl auf.
Das Haar hat bei Protein- gleichzeitig einen Feuchtigkeitsmangel, weil die Proteine quasi als Puffersystem (Wasserdonator) fehlen, um freies Wasser für Umformungsprozesse bereit zu stellen.

Proteine umgeben sich also mit Wasser, dass für die plastische Verformbarkeit bereitgestellt wird. Allerdings kehrt sich der positive Effekt bei einer einem protein overload um, wenn zu viel Protein oder ähnliche Moleküle (Farbmoleküle eventuell) die Wassermasse verdrängt bzw die Mobilität der Wassermoleküle einschränkt.


Zuletzt geändert von Alichino am 27.03.2015, 14:28, insgesamt 1-mal geändert.

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 Betreff des Beitrags: Re: zuviel Protein?
BeitragVerfasst: 27.03.2015, 14:09 
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Vielen Dank für Deine Mühe! Es ist immer wieder gut, mehr von dem zu verstehen, was im Haar vorgeht.

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 Betreff des Beitrags: Re: zuviel Protein?
BeitragVerfasst: 27.03.2015, 14:27 
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Ist aber nur ein theoretisches Modell. Ob diese Zusammenhänge stimmen, ist leider nirgends durch ein Experiment bewiesen. Und sicher bin ich auch nicht, ob ich da nicht einen grundsätzlichen Denkfehler gemacht habe. ^^


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 Betreff des Beitrags: Re: zuviel Protein?
BeitragVerfasst: 27.03.2015, 14:41 
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Haarbruch durch Proteinkuren könnte auch einfach davon kommen, dass sich am Haaräußeren eine zu dicke steife Schicht ablagert, wie eine Schiene. Die Haare wären dann nicht mehr geschmeidg und könnten leicht knicken, statt jede Bewegung mitzumachen. Dann würden sie wahrscheinlich leichter brechen.
Andere steife Filmbildner wie Silikon oder Aloe Vera machen meine Haare übrigens auch brüchig, nicht nur zuviel Protein.
Und ich glaube, bei nicht extrem geschädigtem Haar (z.B. durch Blondierungen oder Färbungen poröser Schuppenschicht) schafft es von außen aufgetragenes Protein gar nicht bis ins Haarinnere sondern legt höchtens einen Film auf die Schuppenschicht und fühlt evtl. kleine Lücken. Die Schuppenschicht ist ja mehrlagig, und das eine Lücke durch die gesamte Schuppenschicht geht, kommt sicher nur bei sehr geschädigtem Haar vor.

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 Betreff des Beitrags: Re: zuviel Protein?
BeitragVerfasst: 27.03.2015, 21:40 
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uff.. ich les den text sonntag in ruhe nochmal.
vielenlieben dank das du ihn geschrieben hast und mit uns teilst! :knuddel:

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wenn du nicht willst, das dein bilder und texte im internet zu finden sind, poste sie nicht! ;)
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 Betreff des Beitrags: Re: zuviel Protein?
BeitragVerfasst: 27.03.2015, 22:52 
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Diese Überlegung hatte ich auch, wuschlon.

Biegeeigenschaft und das Verhalten bei Torsion wird durch die Cuticula beeinflusst.
Eine Erklärung wäre, dass die Schuppen in ihrer Bewegung eingeschränkt sind, dass also Scherung der Schuppen gegeneinander behindert wird.

Wenn die Proteine bzw kurze und daher kleine Proteinfragmente (Peptide) nach und nach zu einem immer größer werdenden Netzwerk aggregieren würden, könnten sie zuletzt eine fest zusammenhängende Hülle bilden, wie du gesagt hast. Ob das der Fall ist? So ein SEM-Bild wäre wirklich hilfreich. Mit einem REM könnte man schauen, ob beim protein overload eine zusätzliche Schicht aufgelagert ist und ob bei bei Biegung irgendein Unterschied im Verhalten der Schuppenschicht aufzuweisen.
Das wäre mal ein Grund das REM in der Elektrotechnik zu verwenden, um das zu überprüfen.
Vielleicht bilden die Proteine auch zwischen den Lagen in der Cuticula eine Art Kit wie Kaugummie, der die Schuppen daran hindert sich aufzurichten oder bei Biegekräften zu verschieben?
Deine Ideen wären auf jeden Fall eine Erklärung für die Steifheit.
Aber die Dehnungseigenschaft (wie beim Wet Assessment) wäre damit meiner Meinung nach nicht geklärt. Wenn man am Haar zieht, würde dieses Netzwerk nachgeben und das Haar würde sich anschließend normal verhalten, also dehnen und dann brechen.

Entweder beeinflusst die äußere Schicht den Wasserhaushalt des Haares, was dann zu Trockenheitsbruch führt, oder die Proteine beeinflussen auf zwei Ebenen die Haareigenschaften: sowohl über die Cuticulaschicht als auch über die Cortexschicht und damit die Wasserverteilung.

Dazu habe ich noch eine Publikation gefunden, mit schönen SEM Bildern mit Proteinablagerung. Aber wahrscheinlich ist das kein Haar, bei dem ein protein overload vorliegt.

http://www.biomedcentral.com/1472-6750/13/15
Feather keratin hydrolysates obtained from microbial keratinases: effect on hair fiber, BMC Biotechnology 2013, 13:15, Ana Lúcia Vazquez Villa, Márcia Regina Senrra Aragã, Elisabete Pereira dos Santos, Ana Maria Mazotto, Russolina B Zingali, Edilma Paraguai de Souza and Alane Beatriz Vermelho


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 Betreff des Beitrags: Re: zuviel Protein?
BeitragVerfasst: 29.07.2018, 16:38 
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Ich habe mal ein paar Fragen zum Thema Protein.
Im Langhaarwiki steht, dass man bei Proteinmangel Joghurt- oder Eikuren und / oder Produkte mit Proteinen verwenden soll.
Nun habe ich immer gedacht, dass Joghurt, oder in meinem Fall Leinsamengeld (was ja auch zum größten Teil aus Eiweißen besteht) gar nicht ins ineere (der Cortex) des Haares dringen können sondenr sich lediglich außen anlagern.
Ich habe in meinem konkreten Fall festgestellt, dass Leinsamengel meine Haare strohig und trocken aussehen lassen. Beim Wet Assesment Test habe ich einen ganz klaren PRoteinüberschuss diagnostiziert. Kann es also sein, dass wenn das Haar vom inneren her schon zu viel Protein hat, dass es dann nicht gerade gut ist, wenn sich zusätzlich noch Protein um den Haarschaft legt? Meine Haare wurden regelrecht starr... :-(

Wie wird man einen Proteinüberschuss wieder los?
Und kann es auch sein, dass ein Proteinüberschuss Spliss verursachen kann?


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 Betreff des Beitrags: Re: zuviel Protein?
BeitragVerfasst: 29.07.2018, 20:39 
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Danke für's Ausgraben, Juniperberry!

Wenn ich Alicinos langen Text recht verstehe, werden Haare ganz klar durch zuviel Protein brüchig, wobei es dann eigentlich auch egal sein sollte, wo sie sich anlagern? Dann wäre der Spliss, von dem Du vor einiger Zeit berichtet hattest, auch sehr wohl darauf zurückführbar. (Bei mir ist Spliss weiter oben im Haar eine Folge von Haarbruch, quasi die übriggebliebene Hälfte des gebrochenen Astes.)
Zuviel Proteine im Haarinnern? Wäre die Frage, angenommen, das ist so, welche da vorhanden wären bzw. in welchem Verhältnis (also alpha zu beta-Keratin) und was dazu geführt hätte. Wenn ich aber lese, daß durch die Anwesenheit von Wasser das Haar entweder geschmeidig bleibt oder aber die Keratinstrukturen gelockert werden, kann ich daran nicht recht glauben, weil Du doch regelmäßig ploppst und zusätzlich alles mögliche für Feuchtigkeit zuführst. In dem Zusammenhang wäre es eher Bruch durch Materialermüdung infolge von langfristig zuviel Feuchtigkeit, weil das Keratin dadurch irgendwann zerstört wird. Da tendiere ich eher zu zuviel Proteine außen angelagert, ist aber nur intuitiv.
Unter "Haarpflege/ kurze Fragen und Antworten" hatte Alicino irgendwann erläutert, wie die verschiedenen Proteine auf das Haar wirken, dabei seien Seidenproteine eher geeignet, Haare geschmeidig zu halten, während Weizenproteine Haare stärken, aber auch hart machen können. Vielleicht hast Du zuviel Proteine der falschen, weil hartmachenden Art erwischt?

Nachtrag: Das Wasser sorgt anscheinend dafür, daß die einzelnen Keratinstrukturen gegeneinander verschiebbar bleiben. Allerdings dringt das Wasser entweder durch die Kopfhaut direkt ins Haar ein - die Schuppenschicht ist, wenn intakt, eigentlich ja wasserabweisend - oder selbst in Form von Luftfeuchtigkeit auch von außen, letzteres hängt aber vom individuellen Haarzustand ab. Auf Dauer zu wenig Wasser sorgt für eine "Erstarrung" des Haares, auf Dauer zuviel zu einer zu starken "Auflockerung" der Strukturen - und beides macht Bruch.
Inwieweit man Proteine gezielt von außen zuführen kann/ muß, ist eine ganz andere Frage, auf die ich auch gerne eine Antwort hätte, denn: Beim intakten Haar ist die Schuppenschicht geschlossen, fraglich also, ob da Proteine überhaupt weit genug vordringen können - während der Wäsche vielleicht einfacher - bzw. ob sie es überhaupt müssen, oder ob das nicht vielleicht schon Schaden provoziert? Andere Situation: Das Haar ist nicht mehr intakt, die Schuppenschicht also durchlässig, somit könnte sehr wohl das eine oder andere ins Haar gelangen, würde aber gleichermaßen auch wieder "ausgewaschen" werden können, weil die innere Haarstruktur sowieso schon aufgelockert ist und durch die Wäsche noch stärker aufgelockret wird, Proteine müßten demnach regelmäßig zugeführt werden. Das würde vielleicht erklären, warum meine Haare bislang noch nie starr wurden - obwohl ich sie mit Proteinen zuschütte? Jedenfalls hat sich an ihrer Dehnbar- oder Undehnbarkeit seit Umstellung der Pflege nichts geändert, würde ich meinen. Allerdings hat sich mein allgemeiner Haarzustand dadurch verbessert.

Sind nur Überlegungen!

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2b/cM (seit Jan'18 in trockenem Zustand 2a), ZU 4,0-4,6 (chron. HA), Ringelhaare
silberblond (Weiß mit Hell- bis Dunkelblondnuancen), Naturstufen/FTEs
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Okt '15 Schlüsselbein Dez '17 BSL Mai '19Taille optische Taille


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