Langhaarnetzwerk

Wir sagen "ja" zu langem Haar.
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 Betreff des Beitrags: Re: Olaplex
BeitragVerfasst: 12.02.2017, 16:22 
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Rokoko hat geschrieben:
@ Salomee: Dann bin ich gespannt, wie sie werden, wenn ich Olaplex direkt in die Farbe mische. In welchem Verhältnis mischt du es rein? Warum bist du für Nr. 2 zu geizig? In meinem Kit, sind davon zwei Flaschen enthalten, während von Nr. nur eine drin ist.

Interessant, dass du schon probiert hast nur Nr. 1 anzuwenden. In Nr. 2 soll ja der Inhaltsstoff Polyquarternium-37 nicht so beliebt sein. Andererseits könnte ich mir auch vorstellen, dass Nr. 2 nach dem auswaschen der Farbe notwendig ist, um die noch nicht wieder geschlossenen Disulfidbrücken zu reparieren. Hab gelesen, dass die bei der Aufhellung aufgespalten werden müssen.


Ich gebe ~3,75ml Olaplex 1 in die Mischung von 60ml Farbe und 120ml Entwickler.
Bei meinem Set war leider nur eine Flasche No. 2 dabei und davon verbrauche ich doch wesentlich mehr als 3,75ml.
Ich habe mir jetzt noch eine Flasche Olaplex No.2 bestellt, aber wenn die dann auch irgendwann leer ist, werd ich mich wohl trotz der guten Wirkung wieder mit Keraphlex begnügen. Das ist mir sonst einfach zu teuer. Zur Zeit gönne ich es mir aber, um endlich und endgültig die Schulter zu knacken. :)

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 Betreff des Beitrags: Re: Olaplex
BeitragVerfasst: 13.02.2017, 22:15 
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Danke. Ich werde bei meiner ersten Anwendung erstmal schauen ob ich mit 30g Farbe und 60g Entwickler auskomme (wenn nicht werde ich nachmischen). Da müsste dann ich da ja ca. 1,9 ml Olaplex Nr. 1 reinmischen. In dem Heft, was da beiliegt, stehen viele verschiedene Angaben drin, sodass ich gar nicht weiß, welche nun für meine Hellerfärbung die richtige ist. Muss mir da wohl auch noch vorher ein paar Youtube-Videos ansehen. :?

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 Betreff des Beitrags: Re: Olaplex
BeitragVerfasst: 15.02.2017, 00:12 
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Rokoko hat geschrieben:
Andererseits könnte ich mir auch vorstellen, dass Nr. 2 nach dem auswaschen der Farbe notwendig ist, um die noch nicht wieder geschlossenen Disulfidbrücken zu reparieren. Hab gelesen, dass die bei der Aufhellung aufgespalten werden müssen.
Die für die beworbene Wirkung verantwortliche Crosslinker-Verbindung in Olaplex (Bis-Aminopropyldiglycol Maleat), ist in allen drei Steps enthalten. Die Steps bauen daher nicht aufeinander auf. Die beiden Steps 2 und 3 enthalten zusätzlich zum Crosslinker noch weitere Stoffe zur Konditionierung, sodass die Haare auch optisch gut aussehen und eine glatte, hydrophobe (wasserabweisende) Oberfläche erhalten.
Hierbei handelt es sich hauptsächlich um diverse, gängige kationische Tenside (Behentrimonium Methosulfate, Stearamidopropyl Dimethylamine, Quaternium-91, Cetrimonium Methosulfate, Cetrimonium Chloride), sowie ein kationisches Polymer (PQ 37), welches in den Produkten auch die Funktion eines Verdickers haben wird.

Während einer Blondierung will man eigentlich nur die haareigenen Pigmente oxidativ abbauen. Und bei einer oxidativen Färbung werden erst durch Oxidation die eingebrachten Pigmente farbgebend. Ein unerwünschter Nebeneffekt sind dabei auch oxidative Schäden, wie beispielsweise auch die oxidative Spaltung von Disulfidbrücken (weiteres siehe unten). :wink:



Da hier gerade so viel los ist, würde ich gerne schnell noch ein paar Anmerkungen zu Olaplex vorgreifen, die ich eigentlich in etwas größerem Umfang zusammenschreiben wollte. :ugly:

Marleane hat schon mal einen wichtigen Punkt angesprochen. Die oxidative Schädigung ist nicht nur auf die Disulfidbrücken beschränkt.
Die eigentlich beworbene Wirkung von Olaplex kann sich nur auf die Zug- und Dehnungseigenschaften des Haars auswirken - für die überwiegend Disulfidbrücken verantwortlich sind - sowie vermutlich auch in gewissem Maße auf die zunehmende Hydrophilie (Wasserliebe) geschädigten Haares, welche ihrerseits die Zug- und Dehnungseigenschaften des Haares im nassen Zustand beeinflusst.
Weitere Schädigungen erfolgen durch Oxidation anderer Teile von Proteinen (Seitengruppen anderer Aminosäuren), Oxidation von Lipiden.
Eine weitere Schädigung erfolgt bei diversen Haarbehandlungen und zunehmendem Alter des Haares (durch UV-Strahlung etc.), die allerdings auch durch normale Kuren maskiert werden kann:
Beispielsweise verliert das Haar bei diversen Haarbehandlungen (Blondierung etc) oder durch natürliche Witterung die natürliche, hydrophobe (wasserabweisende) Oberfläche, den sogenannten F-Layer (18 MEA).
Entsprechender Ersatz 18 MEA-Schicht wird durch gängige kationische Tenside (so.) in Step 2 und 3 hinzugefügt. Der Eratz der ehemals fest gebundenen, natürlichen Fettsäureschicht ist die eigentliche Funktion von kationischen Tensiden.



Es gibt zwei entscheidende Widersprüche hinsichtlich der versprochenen Wirkung von Olaplex.

Die in Olaplex verwendete Crosslinker-Verbindung (Bis-Aminopropyldiglycol Maleat) soll eigentlich mit den reaktiven Schwefelgruppen der Aminosäure Cystein reagieren, was auch unter bestimmten Bedingungen geschieht.
Man nennt diese Gruppe des Cysteins auch Thiol-, Sulfhydryl- oder Mercaptangruppe: -SH. Diese ist von sich aus sehr reaktiv.

Diese Art Crosslinker nennt man daher Sulfhydryl-Crosslinker. Dieses werden schon lange in der Proteinchemie verwendet (Bioconjugation). Zur Behandlung von Haaren und Wolle wurden diese Verbindungen auch schon in den 1950ern verwendet. Das Wissen wie Maleinsäure mit Thiolgruppen reagiert, und entsprechende Publikationen hierzu, existieren spätestens schon seit den 1938er Jahren.


Werden bei Blondierung und Färbungen Disulfidbrücken durch Oxidation gespalten, entstehen verschiedene Zwischenprodukte, allerdings keine Thiolgruppen. Auch bereits vorhandene Thiolgruppen werden weiter oxidiert. In beiden Fällen ensteht jeweils Sulfonsäure (Cysteinsäure) als Oxidationsendprodukt.
Oxidation von Disulfiden und Thiolen
Die verwendeten Crosslinker reagieren weder mit den Oxidationsprodukten noch mit intakten Disulfidbrücken.
Sie können nur mit Thiolgruppen reagieren. Die Crosslinker können auch keine Disulfidbrücken selbst spalten.


Es müssen für eine Reaktion, wie sie von Olaplex beworben wird, also Thiolgruppen im Haarprotein vorhanden sein. Diese entstehen im größeren Umfang bei einer reduktiven Spaltung von Disulfidbrücken, zum Beispiel im 1. Schritt einer Dauerwelle oder bei einer chemischen Glättung.

Unbehandelte, junge Haare besitzen eine gewisse Anzahl von reaktiven Thiolgruppen; solche, die bei der Haarentstehung keine Disulfidbrückenbindung eingegangen sind.
Allerdings enthalten Haare nach einer Blondierung oder oxidativen Färbung (mit H2O2) sehr viel weniger Thiolgruppen, nämlich ~88% weniger als unbehandelte Haare, dafür logischerweise mehr von den entsprechenden Oxidationsprodukten.
Das Oxidationsprodukt Cysteinsäure ist übrigens hauptsächlich dafür verantwortlich dafür, dass geschädigte Haare mehr negative Ladungen besitzen und zunehmend hydrophil werden.
Jachowicz, J. "Hair damage and attempts to its repair." Journal of the Society of Cosmetic Chemists 38.4 (1987): 263-286.
http://journal.scconline.org/pdf/cc1987/cc038n04/p00263-p00286.pdf
Zitat:
Versteckt:Spoiler anzeigen
"According to aminoacid analysis, extensive bleaching can reduce the content of half-cystine residues from 13.9% to 5%, which corresponds to approximately a 64% reduction in the disulphide bond linkages of the protein molecules (10,39). Bleaching also reduces the concentration of free sulfhydryl groups (for example, from 2.46 •mol/mg to 0.3 •mol/mg (39)). Qualitatively similar results were reported by Robbins et M. (40) and Wolfram (41). The oxidative scission of disulfide bonds results in decreasing the crosslink density of the protein and provides additional anionic sites in the form of cysteic acid residues. Both reduction in covalent crosslink density and an increase in hydrophilicity contribute to the increase in swelling (liquid retention) (10), alkali solubility (9), and sorption of metal ions (9) as well as polymers (34). For bleached hair, liquid retention was found to be about 42-43% in the pH range 3-5, with increases of up to 52% in the pH region of 5-7.5.(10)."

Das bedeutet, dass bei behandelten Haaren (oxidative Haarbehandlungen) weniger reaktive Thiolgruppen für Sulfhydryl-Crosslinker wie in Olaplex vorhanden sind, als bei zuvor völlig unbehandelten Haaren (virgin hair).
Werden unbehandelte Haare mit diesen Crosslinkern (Bis-Aminopropyldiglycol dimaleat in Olaplex) behandelt, reagieren diese mit den Thiolgruppen, die von Anfang an im Haar vorhanden gewesen sind. Haben sie alle reagiert, wären weitere Reaktionen nur möglich, wenn das Haar mit reduzierenden Chemikalien (in Dauerwelle oder in chem. Haarglättung) behandelt würde. Während einer oxidativen Haarbehandlung (Blondierung) jedoch gehen bereits sehr viele reaktionsfähige Thiolgruppen verloren.

Zudem reagieren die verwendeten Crosslinker mit den Thiolgruppen nur unter einem pH-Wert von 8. Solange der PH-Wert nicht unter 8 liegt, reagieren diese nicht mit etwaigen Thiolgruppen. Optimal ist ein pH-Wert zwischen 6,5 - 7,5 damit die Crosslinker mit Thiolen reagieren.
Bei hohen pH-Werten (über pH 8 ) reagieren diese Crosslinker bevorzugt mit Aminen.

Ein weiterer wichtiger Punkt: Die Crosslinker, also Olaplex, sollten nicht zusammen mit anderen Proteinen verwendet werden. Da die Crosslinker keinen Unterschied zwischen Haarprotein und anderen Proteinen machen, reagieren diese in diesem Fall bereits im Vorfeld mit anderen Proteinen und stehen nicht mehr für weitere Reaktionen zur Verfügung. Nachtrag: Allerdings werden häufig (oder standardmäßig) Proteine wie Weizenprotein- oder Keratinhydrolysate während einer Färbung und Blondierung verwendet.

Im Übrigen werden Disulfidbrücken nicht neu geschlossen, sondern eigentlich durch die eingesetzten Crosslinker-Verbindungen ersetzt:
Crosslinker-Reaktion


Zuletzt geändert von Alichino am 15.02.2017, 09:10, insgesamt 1-mal geändert.

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 Betreff des Beitrags: Re: Olaplex
BeitragVerfasst: 15.02.2017, 01:58 
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danke Alichino, ich hatte mir schon gedacht dass der Olaplex Wirkstoff mit den Haar- und auch anderen Proteinen reagiert denn theoretisch könnte man auf die Versionen 2 + 3 völlig verzichten und sich das No 1 einfach mit einem eigenen Condi oder einer Kur kombinieren....nur eben strikt ohne Proteine .....das wäre auf jeden Fall eine günstige Alternative. Ich kenne Berichte von Frauen mit lange zurückliegenden Färbungen und auch einfach strapaziertem virgin Hair wo Olaplex eine positive Wirkung hatte, allerdings das No. 3 das ja wie Du schon sagtest andere Konditionierer enthält. Ich benutze das Olaplex 1+2 ausschliesslich als Treatment ohne weiter oxidative Farben zu benutzen. Irgendwann müssten dann in meinen "Althaaren" wenn ich es richtig verstanden haben keine Thiolgruppen mehr für eine Reaktion vorhanden sein richtig? Wie verändert sich die chemische Struktur des Haares bei Alltagsstrapazen wie UV Licht und mechanischer Belastung im Hinblich auf Thiolgruppen?

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 Betreff des Beitrags: Re: Olaplex
BeitragVerfasst: 15.02.2017, 17:12 
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Die genauen Vorgänge bei photooxidativen Schädigungen sind noch etwas komplizierter...

Es kommt hier auch zu Spaltungen von Bindungen, allerdings verlaufen die Bindungsbrüche durch Strahlung größtenteils auf verschiedene Weisen: Spaltung zwischen dem Kohlenstoff und dem Schwefelatom (S-C-Bindung) anstatt einer Spaltung der Doppelschwefelbindung (S-S). Thiolgruppen bilden sich bei der photooxidativen Spaltung auch sehr selten. Thiolgruppen wurden bei den ausgewaschenen (gelösten) Haarproteinen gefunden. Laut Literaturequellen bilden sich im Haar wieder Cysteinsäure und andere Oxidationsprodukte. Zudem kommt es hierbei zu verschiedenen Crosslink-Reaktionen zwischen veränderten Aminosäuren (bspw. Lanthionine).
Die Strahlung wirkt sich auch sehr stark auf die aromatischen Aminosäuren aus (Phenylalanin, Tyrosin und Tryptophan).

Die Photooxidation ist sehr komplex (und sehr chaotisch) und nicht vollends geklärt.
Falls man ein wenig chemisch bewandert ist und mit Englisch kein Problem hat: Chemical and Physical Behavior of Human Hair 5. Edt. von. Clarence R. Robbins. Kapitel 5, bzw. 5.4 behandelt dieses Thema ausführlich oder Aging Hair von Ralph M. Trüeb und Desmond Tobin, Kapitel 13 (Hair Photoaging).



Ich spekuliere übrigens noch auf eine weitere Erklärung für die Wirkung von Maleat. Es gibt da Untersuchungen der Auswirkungen von organischen Säuren; hier Apfelsäure. Die Apfelsäure (malic acid) ist chemisch etwas anders aufgebaut als Maleat (Maleinsäure, engl. maleic acid). Die Apfelsäure kann daher nicht wie Maleinsäuren reagieren (also Vorsicht, nicht verwechseln).
http://journal.scconline.org/pdf/cc2006 ... p00151.pdf
Itou, Takashi, and Masayoshi Nojiri. "Study of the interaction between hair protein and organic acid that improves hair-set durability by near-infrared." J. Cosmet. Sci 57 (2006): 139-151. In dieser Veröffentlichung ist auch ein sehr treffendes Bild (Figure 8 ).
Dabei wirkt sich die Apfelsäure auf die Wasserstoffbrückenbindungen zwischen den Haarproteinen aus. Die Apfelsäure verdrängt die Wassermoleküle und bildet zwischen den Haarproteinen Wasserstoffbrückenbindungen aus. Diese sind stärker als die Wasserstoffbrücken zwischen Wasser und Haarproteinen. Wasser macht Haare weich und sehr dehnbar - daher die extreme Dehnbarkeit im nassen Zustand. Die Wasserstoffbrücken zwischen den Haarproteinen untereinander sind etwas stärker, daher dehnt sich trockenes Haar nicht so weit wie nasses. Die Säure verhindert daher die Interaktion von Wassermolekülen mit den Haarproteinen, damit die extreme Dehnbarkeit im nassen Zustand.

Es könnte möglich sein, dass die Maleate (Maleinsäuren) ähnlich wirken wie die hier vorgestellte Apfelsäure, wenn diese schon keine Bindungen eingehen. Das würde zumindest auch erklären, weshalb manche Haarstrukturen (Locken, Wellen) durch Olaplex zusammenfallen und glatter werden.


Zuletzt geändert von Alichino am 15.02.2017, 20:34, insgesamt 1-mal geändert.

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 Betreff des Beitrags: Re: Olaplex
BeitragVerfasst: 15.02.2017, 19:05 
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Alichino hat geschrieben:
Die für die beworbene Wirkung verantwortliche Crosslinker-Verbindung in Olaplex (Bis-Aminopropyldiglycol Maleat), ist in allen drei Steps enthalten. Die Steps bauen daher nicht aufeinander auf.


Das der Wirkstoff in allen drei "Steps" enthalten ist, wusste ich. Hatte das so gemeint, dass die Ersatz-Verbindungen, welche durch Olaplex entstehen sollen, evtl. zum Teil durch die oxidative Schädigung bei der Farbbehandlung wieder zerstört werden und Step 2 (nach ausspülen der Farbe) diese erneut verbindet. Aber das scheint deiner Erklärung zufolge doch nicht so zu gehen.

Ah okay, also sollen die anderen "Zusatzstoffe" in Nr. 2 und 3 bewirken, dass die hydrophobe Schicht, die zuvor da war, wiederhergestellt wird. Wenn diese Stoffe die Haare nicht schädigen oder das eindringen weiterer Pflege verhindern, ist es für mich in Ordnung, wenn sie das Haar gesunder aussehen lassen als es eigentlich ist.

Laut des Werbeversprechens von Olaplex soll es ja (eigentlich) bewirken, dass die bereits vorhandenen Disulfidbrücken nach einer oxidativen Spaltung mit Bis-Aminopropyldiglycol Maleat repariert werden. Aber wenn ich deinen Text so lese, soll das doch nicht funktionieren u.a. wegen dem eher hohen PH-Wert bei der Farbbehandlung. :? Bin nun hin- und hergerissen. Ich möchte, dass die Schädigung der Haare bei meiner Hellerfärbung reduziert werden. Tut Olaplex das nun doch nicht? Das es keine 100%ige Reparatur gibt, ist mir klar. Oder ist es sinnvoller Olaplex vor einer Farbbehandlung aufzutragen?

Danke

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 Betreff des Beitrags: Re: Olaplex
BeitragVerfasst: 15.02.2017, 20:04 
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@Rokoko ich habe meine Haare selbst mit Hilfe von Olaplex einmal oxidativ gefärbt, allerdings meine Haare auch mit Kokosfett gesättigt vorher. Die Schäden hielten sich in der Tat in Grenzen. Verbessert hat das Färben die Struktur allerdings nicht! Meine Haare hatten ja schon eine starke Schädigung einige Monate vorher erfahren und es war ein hohes Risiko sie wieder blond zu färben, es ist allerdings in meinem Fall gelungen, ich hatte aber auch wenig zu verlieren da die Haare schon relativ kurz waren. Ich wollte das Hennaorange einfach komplett los werden und die Resthaare als Stellvertreter zum hochstecken behalten.
Allerdings habe ich auch nicht sehr lange einwirken lassen, nur 15 Minuten bis die Farbe aufgenommen war. Ich hatte früher schon Phasen mit extremen Haarschäden, z.B. schulterlange extrem blondgefärbte Haare die mir beim Friseur abgebrannt waren 6 Monate mit Nivea Lotion geduttet. Mit Olaplex hatte ich schon den Eindruck dass die Haptik und das Aussehen jetzt schneller besser waren als mit herkömmlichen Methoden. Ein Freifahrtschein für gedankenloses Färben ist Olaplex meiner Meinung nach nicht, auch mit Olaplex sind mir weiterhin kaputte Haare abgebrochen. Es gibt eben Strukturschäden die nicht dauerhaft reparabel sind. Die Ölmethode ist allerdings sicher eine gute Möglichkeit oxidativen Stress zu minimieren meiner Efarhung nach. Man muss sehr gut aufpassen. Zu meinen Langhaarzeiten in denen ich kompakt heller gefärbt habe habe ich immer nur den absoluten Ansatz gefärbt, anders wäre es nicht gegangen. Silikonpflege kittet und glättet manche kaputte Stelle für die Optik, das habe ich früher benutzt und nutze das auch jetzt gezielt, ich denke auch dass diese Mittel die Spitzen davor schützen durch Reibung beschädigt zu werden...man muss gut wissen was man wie benutzt....weniger ist da oft mehr.

Ich betone nochmal dass ich Olaplex hauptsächlich als Treatment nutze und denke dass ich damit gut gefahren bin...

@Alichino ich finde Deine Ausführungen immer äusserst spannend und inspirierend...

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 Betreff des Beitrags: Re: Olaplex
BeitragVerfasst: 15.02.2017, 22:03 
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Rokoko hat geschrieben:
Hatte das so gemeint, dass die Ersatz-Verbindungen, welche durch Olaplex entstehen sollen, evtl. zum Teil durch die oxidative Schädigung bei der Farbbehandlung wieder zerstört werden [...]
Dieser Gedankengang führt zu einer interessanten Frage. Wie verhalten sich die gebildeten Verbindungen bei Oxidation und Reduktion? Wenn Maleate und ähnliche Verbindungen unter den erforderlichen Bedingungen mit Thiolen reagieren konnten, bildet sich jeweils ein Thioether (Sulfide). Die oben erwähnten Lanthionine sind übrigens auch Thioether. Thioether sind stabiler als Disulfidbrücken. Sie können unter physiologischen Bedinungen nicht reduziert, also nicht reduktiv geöffnet werden so wie Disulfidbrücken. Bei einer Oxidation kommt es allerdings auch nicht zum Bindungsbruch. Es bilden sich sogenannte Sulfoxide und Sulfone ohne Bindungsbruch.
Der einzige Schwachpunkt ist der ionisch gebundene Spacer, also das Bis-Aminopropyldiglycol, welches zwei Maleate verbindet. Zu diesen Spacern gibt es auch einige interessante Aspekte, die man beleuchten sollte...

Wohlgemerkt ist dieser ganze restliche Kram in Nr 2 und Nr 3 nichts besonderes. Kationische Tenside sind fast in allen konventionellen Haarprodukten und auch in Naturkosmetik hier und da vertreten. Kationische Tenside haben einen Fettschwanz, um die Fettsäuren zu ersetzen und eine positive Ladung als Kopf (meist eine quaternäre Ammonium-Gruppe). Mit dem positiven Kopf heften sie sich ionisch (magnetmäßig) an Cysteinsäure, eine negative Ladung besitzt und wie oben erwähnt bei Schädigung der Schwefelbindungen im oder auf dem Haar entsteht. Meistens nimmt man für die Fettschwänze (Alkylketten) Fettsäuren von Pflanzenfetten. Interessanterweise sind ein paar Quaternium-Zahl-Verbindungen nicht vegan, da für einige "Nummern" die Fettsäuren von Talg oder von Wollfett (Lanolin) verwendet werden.


Wieder zu den Maleaten.
Dass man bei den pH-Werten keine entsprechenden Restriktionen macht, ist mir auch gänzlich unverständlich. Darauf achtet man auch in der Proteinchemie und auch in den etlichen Experimenten bei denen diese Verbindungen seit jeher für die Haarforschung verwendet werden... Es wird sogar in den entsprechenden Patenten für Olaplex mitgeteilt, dass der pH-Wert bevorzugt zwischen pH 6-8 liegen sollte. Das Patent selbst geht übrigens auch lediglich vom reduzierten Zustand der Disulfidbrücken - also verfügbaren Thiolen - aus.

https://www.google.com/patents/US20150034117
Ich würde ja zu gerne Hawker und Pressly fragen wie die sich das nun eigentlich vorgestellt haben. ^^


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 Betreff des Beitrags: Re: Olaplex
BeitragVerfasst: 15.02.2017, 23:13 
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@ Marleane: Ich helle meine Haare seit etwas über zwei Jahren auf und möchte sie dabei nun möglichst gut "schonen", weil ich mir die Haare lang wachsen lassen möchte. Dafür möchte ich die Produkte/Methoden verwenden, die am besten dazu geeignet sind. Bisher hatte ich für LHN-Verhältnisse immer kurze Haare und starke Stufen. Zum Hellerfärben wird bei mir auch nur der Ansatz behandelt, nur ganz exakt erwische ich (bzw. mein Freund) den nicht, da der Übergang zum bereits hellen Haar schwer abzugrenzen ist. Die Kokosölmethode hab ich bisher einmal verwendet und will sie weiter nutzen.

@ Alichino: Was bedeutet dies nun in der Schlussfolgerung (Haltbarkeit der Verbindungen beim färben)? Das mit dem PH-Wert ist auch echt blöd, nur kaum bekannt. Demnach ergibt es dann ja kaum Sinn Nr. 1 in die Farbe zu mischen. Oder doch? Was meinst du dazu, wie man diese Nr. 1 am besten anwenden sollte?
Ich finde deine Ausführungen übrigens auch sehr interessant, aber auch sehr kompliziert.

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 Betreff des Beitrags: Re: Olaplex
BeitragVerfasst: 21.02.2017, 16:42 
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Rokoko hat geschrieben:
Was bedeutet dies nun in der Schlussfolgerung (Haltbarkeit der Verbindungen beim färben)?
In welcher Hinsicht genau? Die Haltbarkeit der Verbindung in der angemischten Entwicklercreme oder im Haar oder die bereits gebundenen Verbindungen im Haar?

Ich habe mir mal die handelsüblichen Colorationen und Blondierungen näher angeschaut.
Es ist tatsächlich so, dass einige Blondierungen und Färbungen auch Reduktionsmitteln enthalten, besonders in mehrstufigen Anwendungen.
Dies wird offenbar auch als reduktive Vorbehandlung verbucht und wird für eine "verbesserte Aufhellleistung" verwendet. Es ist allerdings nicht notwendig für eine Färbung oder Blondierung. Womöglich war es das, was du meintest, Rokoko. :-)

Es gibt also so einige Blondierungsmittel und Haarfärbemittel im Einzelhandel, die auch Reduktionsmittel enthalten, welche womöglich reaktive Thiolgruppen im Haar durch Aufspalten der Disulfidbrücken erzeugen.
In Blondierungen und Färbungen sind es entweder Thiol-Verbindungen: Cystein, Cystein Hydrochlorid, Thioglykolsäure (Thioglycolic acid), Ammoniumthioglykolat (ammonium thioglycolate), Ethanolamin Thioglykolate (Ethanolamine thioglycolate) und Thiomilchsäure (Thiolactic acid).

oder häufiger Sulfite: Natriumbisulfite (Sodium Bisulfite bzw. Sodium Metabisulfite) oder Natriumsulfit (Sodium Sulfite). Alternativ auch mit Ammonium statt Natrium.

Die obige Gruppe der Thiol-Verbindungen ist jedoch, ebenso wie Keratin- oder Weizenproteine, in meinen Augen eher nicht geeignet, um diese mit Olaplex zu mischen, da die Maleate hier schon in der Entwicklercreme mit diesen Thiolgruppen reagieren werden.

Ob die angemischten Colorationen und Blondiermittel bei Friseuren auch Reduktionsmittel enthalten können, kann ich leider nicht sagen.

Nochmals zu erwähnen ist, dass man in bereits stark geschädigten Haaren diese neuen Bindungen mittels Olaplex selbst mit Reduktionsmitteln nicht mehr nachträglich aufbauen kann, da die bereits oxidierten Schwefelgruppen in geschädigten Haaren nicht mehr zu Thiolgruppen reduziert werden können. Man kann die zerstörten Disulfidbindungen bei bereits geschädigten Haaren nicht mehr nachträglich "reparieren".

Daher bringt eine Olaplex-Behandlung mehrere Tage oder gar Wochen nach einer Blondierung hinsichtlich der versprochenen Reparatur der Disulfidbrücken nichts mehr - zumindest nicht mehr so viel.
Da in unbehandelten Haaren (virgin hair) vor oxidativen Prozessen wie einer Blondierung mehr Thiolgruppen enthalten sind als danach, ist es vermutlich sinnvoller diese Crosslinker wie in Olaplex kurz vor einer geplanten Haarfärbebehandlung zu verwenden. Sind Reduktionsmittel (Sulfite) in Blondierung und Haarfarbe enthalten, könnte es auch noch mal was bringen, diese mit Olaplex zu kombinieren.


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 Betreff des Beitrags: Re: Olaplex
BeitragVerfasst: 21.02.2017, 23:02 
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Ich meinte die letzten beiden von dir genannten Punkte ("im Haar oder die bereits gebundenen Verbindungen im Haar?").

Deine Antwort ist wie immer sehr erkenntnisreich. Dankeschön. Also kann es doch sein, dass Olaplex die versprochene Wirkung zeigt wenn die von dir beschriebenen Reduktionsmittel in der Farbe oder dem Entwickler enthalten ist. Dann würde ich bei der nächsten Ansatzbehandlung am besten Nr. 1 in die Mischung geben und vorher Nr. 1 mit dem Kokosöl mischen, welches ich ca. einen Abend vor der Behandlung im Haar verteile. Meinst du Kokosöl für die Vermischung mit Olaplex als Vorbehandlung geeignet?

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 Betreff des Beitrags: Re: Olaplex
BeitragVerfasst: 22.02.2017, 07:00 
Poah, ich hab wirklich gute Haare und ich denk immer wieder über ombre nach. Aber ich hab zu großen Respekt davor. Ich bin mir sicher das meine Spitzen kaputt wären! Auch mit dieser vermeindlich "guten" Methode


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 Betreff des Beitrags: Re: Olaplex
BeitragVerfasst: 01.03.2017, 18:27 
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Hallo, ich bin ganz neu hier :)
Hat eine von euch schon Erfahrungen gemacht, wie eine Aufhellung der Haarfarbe mit Olaplex funktioniert, wenn die Haare vorher über lange Zeit mit Henna gefärbt wurden?

In meinem Fall heißt das Kupfer-Rot mit dem Caca Rouge von Lush. Ich habe aber langsam genug davon und möchte gern hellbraun werden... Kann mir jemand Tipps geben?


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 Betreff des Beitrags: Re: Olaplex
BeitragVerfasst: 04.03.2017, 19:53 
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Olaplex selbst hat keinerlei Aufhellungs- oder Färbewirkung. Daher ist die Frage hier fehl am Platz. ;-)
Du musst dich allgemein mit dem Aufhellen bzw. dem Entfernen von Haarfarben, insbesondere Henna, beschäftigen, und an anderer Stelle nach einem Lösungsweg fragen z.B. im Farbzieher-Thread. Da kannst du auch fragen, wie du am besten zu deinem Ziel kommst.


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 Betreff des Beitrags: Re: Olaplex Kur
BeitragVerfasst: 16.05.2017, 19:53 
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Beiträge: 207
Wohnort: Berlin
Hi zusammen,

jetzt hab ich mir voller Neugier diesen Olaplex Fred hier durchgelesen und hoffe dass diejenigen, die hier vor zwei Jahren geschrieben haben immer noch
aktiv sind. Ich hab von Fälschungen auf Amazon gelesen bzw gehört und viele hier haben ihr Olaplex ja bei Ebay USA bestellt. Hatte eine von Euch mal das Gefühl eine Fälschung erwischt zu haben?

Ich hab immer noch mit meinen "Blondierleichen" aus dem Jahr 2014 und davor zu kämpfen und von daher liest sich das mit dem Olaplex schon toll als
Unterstützer für meine vom Blondieren strapazierten Längen. Könnt Ihr mir eine Einkaufsquelle nennen? Gern auch per PN,

liebe Grüsse

Mandalay

PS: Ich lese schon ca drei Jahre viel mit, hab mich aber erst heute hier im LHN angemeldet

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1c M ii, ZU 7,5cm, NHF Mittelblond, BSL (65 cm) Stand: 21.01.19
Mein PP:
viewtopic.php?f=21&t=30692&p=3363552#p3363552


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