Langhaarnetzwerk

Wir sagen "ja" zu langem Haar.
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BeitragVerfasst: 14.07.2016, 23:13 
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Es gibt keine philosophische Größe, der ich irgendwas unterordne. Man sollte einfach nur seinen gesunden Menschenverstand benutzen und anderen Menschen zu nichts zwingen. Frei nach dem Motto: Tue anderem Menschen das nicht an, was du nicht willst, was man dir antut.

Schau mal, wie viele hier alleine im Thread es rechtfertigen, dass Frauen wegen offenen Haaren gegen ihren Willen eingesperrt werden. Das ist nur einer von vielen Beweisen, warum es eine schlechte Idee ist, sich von anderen beherrschen zu lassen. Ich will auf keinen Fall, dass solche Menschen irgendwie über mich bestimmen können.

Und da die meisten Menschen Empathie und Moral besitzen, würde auch in einer freien Gesellschaft zumindest nicht mehr Armut und Leid geben als jetzt. An Ländern wie Schweden, USA und Deutschland sieht man hervorragend, dass je größer die Freiheit ist, desto geringer ist Armut und desto höher ist die Moral.

Freiheit hat sich bis jetzt immer als das erfolgreichste Modell bewährt. Sozialismus hingegen hat nur allein in den letzten 100 Jahren mit die meisten Gewaltverbrechen und Morde hervorgebracht. Auch wird die Armut eines Landes dann größer, je sozialistischer es wird.

Interessanterweise sind auch hier diejenigen Sozialisten, die das Einsperren von Frauen gerechtfertigt finden, weil sie offene Haare tragen.

Du siehst auch schon an dem Wort "rechtfertigen", dass es sich um etwas Unmoralisches handelt. Solche Menschen müssen sich nämlich ein Recht fertigen. Etwas zurecht basteln. Sie können sich nicht auf die universell gegebenen Gesetze beziehen.

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Pixie 2014 - APL 2016
Lügen mögen den Sprint gewinnen, aber die Wahrheit gewinnt den Marathon


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BeitragVerfasst: 15.07.2016, 09:33 
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Google mal den Begriff Aktivierender Sozialstaat und du wirst sehen, dass Deutschland nicht grade das ideale Vorbild für Armutsvermeidung ist... Die USA und Schweden sind da auch keine Traumbeispiele...

"Man sollte einfach nur den gesunden Menschenverstand benutzen...Tue anderem Menschen das nicht an, was du nicht willst, was man dir antut. "
Ja und was ist das? Wohl eher nicht, hier andere auf Grund ihrer Ansicht direkt der Befürwortung einer Haftstrafe dafür zu bezichtigen und dies auch gleich als "Beweis" zu sehen.. In der Ethik sucht man keine Beweise...
Im Übrigen: Ich befürworte nicht die Haftstrafen. Das habe ich nirgendwo geschrieben.
Was ich befürworte - und bitte beachte den Unterschied !!! - ist eine Haftstrafe für das bewusste und absichtliche Übertreten einer Gesetzesnorm, bei welcher das Strafmaß bekannt ist.

Und um nochmal auf das Beispiel des Themas zurückzukommen: Ja, aus unserer Perspektive lässt es sich leicht sagen, die sind ja "nur" dafür verhaftet worden, weil sie offene Haare tragen. Wenn man allerdings die historisch gewachsenen kulturellen Ansichten dieser Länder würdigt, ihnen also nicht deutscha Maßstäbe unreflektiert überstülpt, dann zeichnen sich zumindest historisch gesellschaftlich und kulturell gewachsene Ansichten auf, die eine solche Bestrafung aus Sicht der dort lebenden Menschen sinnhaft macht.

Und um es nochmal zu betonen: Damit habe ich immer noch nicht gesagt, dass ich eine Haftstrafe befürworten würde!

Mir fällt in deiner Agumentation auf, dass du zwischen ethischen und rein politischen Ambitionen hin und herschwingst.

Im Übrigen: Das Prinzip der Freiheit beinhaltet auch das der Meinungsfreiheit. Es ist also interessant, dass du von anderen erwartest, deine Ansichten zu akzeptieren, hier gleichermaßen aber andersdenkende direkt als "Sozialisten" bezeichnest und damit in eine Schublade steckst...

Wie gesagt, die Freiheit des Einzelnen endet dort, wo die Freiheit des anderen anfängt...

Und damit bin ich nun auch raus.

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Zuletzt geändert von Yunasama am 15.07.2016, 18:25, insgesamt 1-mal geändert.

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BeitragVerfasst: 15.07.2016, 17:36 
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laurie3030 hat geschrieben:

Schau mal, wie viele hier alleine im Thread es rechtfertigen, dass Frauen wegen offenen Haaren gegen ihren Willen eingesperrt werden. Das ist nur einer von vielen Beweisen, warum es eine schlechte Idee ist, sich von anderen beherrschen zu lassen. Ich will auf keinen Fall, dass solche Menschen irgendwie über mich bestimmen können.


Wer hat hier im Thread die Haftstrafe akzeptiert? Die Beiträge muss ich überlesen haben.

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BeitragVerfasst: 16.07.2016, 23:32 
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laurie3030 hat geschrieben:
Interessanterweise sind auch hier diejenigen Sozialisten, die das Einsperren von Frauen gerechtfertigt finden, weil sie offene Haare tragen
Woran du festmachst wer hier sozialistisch ist bleibt mir ebenso unklar wie die Behauptung das Einsperren für gerechtfertigt erklärt hat. Du darfst mich aber gern so bezeichnen, ich habe absolut kein Problem damit, auch wenn ich natürlich nicht jede Form und Ausprägung gutheisse.

laurie3030 hat geschrieben:
An Ländern wie Schweden, USA und Deutschland sieht man hervorragend, dass je größer die Freiheit ist, desto geringer ist Armut und desto höher ist die Moral.
Inwiefern sind Iraner weniger moralisch als Deutsche? Warum heisst du das amerikanische Rechtssystem gut, das Iranische jedoch nicht? Ist die Schere zwischen arm und reich im Iran wirklich grösser als in den USA?

laurie3030 hat geschrieben:
Du siehst auch schon an dem Wort "rechtfertigen", dass es sich um etwas Unmoralisches handelt. Solche Menschen müssen sich nämlich ein Recht fertigen. Etwas zurecht basteln. Sie können sich nicht auf die universell gegebenen Gesetze beziehen.
- lügt Laurie3030, daran sieht man das sie unrecht hat. Nein, natürlich meine ich nicht das du lügst, nur das eine Unterstellung keinen Beweis darstellt. Du behauptest das gerechtfertigt wird, belegst es nicht, ziehst es aber als Scheinbeweis heran. Eine Rechtfertigung zeigt im Übrigen auch nicht auf Unmoralisches hin. Es ist die Darlegung von Gründen die zu einer Meinung oder These geführt haben - also exakt das was du vermissen lässt. Ein Bezug auf ein "universell gegebenes Gesetz" ist auch eine Rechtfertigung, wenn diese allgemein Anerkannt sind, was auf die von dir genannten "Naturgesetze" nicht zutrifft.

Violetta hat geschrieben:
Ich weiß daß meine Einstellung nicht jedem gefällt. Aber ja, ich bin tatsächlich der Ansicht, daß die Werte und Freiheiten die sich die westlichen Gesellschaften über mehrere Jahrhunderte und unter Blut, Schweiß und Tränen errungen haben, und für die Menschen gestorben sind, unter allen Umständen zu verteidigen sind, und daß sie allgemeine Gültigkeit haben.
Ich finde es durchaus richtig diese Werte zu verteidigen. Aber eben nur in der Kultur in der sie entstanden sind. Genauso könnten sonst die Saudis den Wahibismus in Deutschlad verteidigen.

Violetta hat geschrieben:
Ich finde es falsch, Frauen die in Deutschland leben das Kopftuch zu verbieten und ich finde es falsch, Frauen die im Iran leben das Kopftuch aufzuzwingen.
Die Verweigerung des Kopftuches mit nackt-draußen-rumlaufen zu vergleichen finde ich...bedenklich, denn es ist ein Argument, das Männer aus Machokulturen auch gerne verwenden. Kein Kopftuch :arrow: halbnackt :arrow: Freiwild.
Falsch finde ich es auch, nur ist das eben meine persönliche Meinung und mehr nicht. Und niemand hat die Frauen zu Freiwild erklärt, der Vergleich zielte auf einen Verstoss gegen die Kleidungsnormen der jeweiligen Gesellschaft und war nicht wertend.

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BeitragVerfasst: 18.07.2016, 09:02 
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Zitat:
Ich finde es durchaus richtig diese Werte zu verteidigen. Aber eben nur in der Kultur in der sie entstanden sind. Genauso könnten sonst die Saudis den Wahibismus in Deutschlad verteidigen.

Diese Werte sind überall zu verteidigen, denn im Gegensatz zum Wahibismus stellen sie zumindest den Versuch dar, allen Menschen die gleichen Rechte, Pflichten und Chancen zu geben (daß das in
der Praxis oft anders aussieht ist wohl jedem von uns klar). Religiös-fundamentalistische Gesellschaftsordnungen sprechen ganz offen aus, daß Männer und Frauen nicht gleichberechtigt sind und nach "göttlicher" Ordnung auch nicht zu sein haben.
Damit beziehe ich mich im Übrigen keineswegs nur auf den islamischen -, sondern auch auf den christlichen- und jüdischen Fundamentalismus wie man ihn in vielen Teilen der Welt finden kann.
Ich kann das nicht akzeptieren und es gibt für mich keine Entschuldigung dafür. Keine kulturellen, keine religiösen und keine sonstigen Unterschiede können die Ungleichbehandlung und Unterdrückung der einen Hälfte der Menschheit rechtfertigen.
Ich sage nicht, daß wir den Saudis unsere Vorstellungen von falsch und richtig mit dem Schwert zu bringen haben, denn das wäre ebenfalls nicht zu rechtfertigen. Aber man sollte bei diesem Thema schon sehr deutlich Stellung beziehen.
Ich bin übrigens keine Gegnerin von Religion und keine Atheistin, aber Dinge an die man glauben kann oder auch nicht, dürfen nicht zur Rechtsprechung welchen Staates auch immer werden.

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BeitragVerfasst: 18.07.2016, 12:45 
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Violetta hat geschrieben:
Zitat:
Ich finde es durchaus richtig diese Werte zu verteidigen. Aber eben nur in der Kultur in der sie entstanden sind. Genauso könnten sonst die Saudis den Wahibismus in Deutschlad verteidigen.

Diese Werte sind überall zu verteidigen, denn im Gegensatz zum Wahibismus stellen sie zumindest den Versuch dar, allen Menschen die gleichen Rechte, Pflichten und Chancen zu geben


Der Wahibismus hat nicht die Auswirkungen der Französischen Revolution abbekommen und diverses andere. Wie sollte man dort eine identische Gesellschaftsordnung erwarten? Das alle Menschen gleich sind und gleich behandelt werden sollen ist übrigens eine ziemlich neue Erfindung und hat sich nichtmal bei uns bisher umsetzen lassen. Die Frage ist auch, ob es das sollte. Wenn jeder die gleichen Pflichten hat, haben es manche ungleich schwerer und nicht mehr die gleichen Chancen. Oder wollen wir auf gleiche Chancen hin optimieren (ich wäre ja dafür sofern vernünftig gemacht!). Übrigens, die Ungleichbehandlung, nicht Übereinstimmung bezüglich der Menschenrechte und vieles andere sind im Wahibismus wesentlich tiefgreifender als im Ursprungsbeispiel Iran - deshalb verkaufen wir Saudi Arabien ja auch Waffen und Panzer und boykottieren den Iran.
Grundsätzlich: Werte sind nie allgemein gültig sondern etwas was sich innerhalb einer Gruppe von Menschen entwickelt hat und deshalb nicht übertragbar sind sondern sich nur aus der Gesellschaft heraus ändern können.

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BeitragVerfasst: 19.07.2016, 08:16 
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In der Tat, der Islam hat sein Zeitalter der Aufklärung (hoffentlich) noch vor sich, das sehe ich ganz genauso wie du. Und natürlich hast du recht: wir können nicht erwarten, daß unsere Werte, die sich aus der Aufklärung entwickelt haben, überall in gleicher Intensität vertreten werden, weil die Geschichte im Islam eben anders verlaufen ist als im Christentum.
Ich denke, du und ich sind uns in manchem Einig, nur in einem nicht: ich halte bestimmte Werte tatsächlich für allgemeingültig, du nicht. Aber dafür sind Diskussionen ja da :)
Das Thema ist eigentlich zu ernst für blöde Witze, ich erlaube mir trotzdem mal einen: was der Islam braucht ist ein Reformator wie Martin Luther und einen Film wie "Das Leben das Brian".
Wenn das gut geht, sind viele Probleme gelöst :wink:

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BeitragVerfasst: 19.07.2016, 10:14 
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Mit dem kann ich mich in allen Punkten einverstanden erklären, besonders mit dem gewünschten Reformator (allein für den Film hat sich der Mathe LK gelohnt).
Ein grosses Problem im Iran besteht ja auch darin, dass gewisse Werte im Volk vertreten werden, die sich in der Gesetzgebung nicht widerspiegeln. Da wird sich hoffentlich einiges ändern, wenn die Riege der Revolutionsführer ihrem Schöpfer entgegen getreten ist.

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BeitragVerfasst: 02.08.2016, 07:28 
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Iranische Männer tragen Kopftuch
Ich hoffe, das verlinken hat halbwegs geklappt... am Handy schwierig ^^
Find die Aktion richtig gut, denn dabei kommt wohl keiner zu schaden. Könnte mir nur vorstellen, dass die Männer als "ehrlos" hingestellt werden, wenn es größere Ausmaße annimmt. 30 Männer sind ja jetzt noch keine überwältigende Zahl, aber für knapp ne Woche... Weiß nicht ob das für so eine Kultur schon viel ist, weil da die Hemmschwelle höher ist.
Interessant finde ich diese Aussage, dass sich die Männer schämen, dass Frauen zum Kopftuch gezwungen würden :gruebel:

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BeitragVerfasst: 02.08.2016, 09:15 
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Wow find ich ne tolle Aktion... sowohl von den Frauen als auch von den 30 Männern.
Aber ich denke auch, dass ohne "Revolution" und "Aufklärung" sich da nicht viel ändern wird.
Das schlimmste finde ich ja, dass die Frauen viel früher nicht zu sowas gezwungen wurden im iran... erst seit einer "Revolution"???? 1979!!! Das find ich echt schrecklich und absolut Verwerflich, dass sich da zu er Zeit so ein Rückschritt einfädeln konnte.

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BeitragVerfasst: 02.08.2016, 12:53 
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Eillets hat geschrieben:
Das schlimmste finde ich ja, dass die Frauen viel früher nicht zu sowas gezwungen wurden im iran... erst seit einer "Revolution"???? 1979!!! Das find ich echt schrecklich und absolut Verwerflich, dass sich da zu er Zeit so ein Rückschritt einfädeln konnte.

Naja, wie Nuray ja sehr treffend erläutert hat, war auch das Schah-Regime kein Paradies der Menschenrechte. Die Hinwendung zum Westen (und die damit verbundenen modischen Freiheiten) hatte eine Kehrseite, die sich in Gewalt und Folter und z.T. in der Unterdrückung religiöser Führer gezeigt hat. Bei Revolutionen gegen solche Regime wird dann gerne schon mal das Kind mit dem Bade ausgeschüttet und das ganze kippt ins andere Extrem.

Zum Thema "Die iranische Revolution und ihre Folgen" kann ich den wirklich wunderschönen (und stellenweise auch durchaus lustigen) Film "Persepolis" empfehlen.
Klick

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BeitragVerfasst: 02.11.2016, 10:26 
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Der Trailer reisst einer mit... Ich werde mir diesen Film auf jeden Fall anschauen.

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BeitragVerfasst: 12.08.2017, 05:33 
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Ich habe das hier grob überflogen...
"Freiheit ist die Freiheit der Andersdenkenden." Man mag von Frau Luxemburg halten was man will, dieser Satz trifft es, wenn er auch aus dem Zusammenhang gerissen ist. Da Kleidung oder Frisuren auch Ausdrucksformen sind, zählt dazu für mich auch dies zum Denken.
Zu sagen, diese Frauen hätten schließlich Gesetze gebrochen, darum sei Strafe zumindest zum Teil gerechtfertigt, hieße, Gesetze grundsätzlich nicht in Frage stellen zu dürfen.
Diese Leute haben niemandem wehgetan, sie waren so dumm, mehr oder weniger Privates mehr oder weniger öffentlich zu machen. Aber niemand war gezwungen, sich das anzuschauen. Niemand ist beim Entstehen dieser Bilder zu Schaden gekommen, vermutlich hat das alles kaum einer zu Kenntnis genommen, den es hätte stören können, bis kleinkarierte Staatsdiener danach gesucht haben.
Mir persönlich ist es völlig egal, ob eine Frau Kopftuch trägt oder nicht. Ich möchte keins tragen, außer vielleicht als Sonnenschutz, aber wenn ich eine Moschee betrete, gebietet es im Allgemeinen die Höflichkeit, genauso wie ich eine Kirche nicht im Minirock betrete und mir nicht die Fußnägel beim Familienabendessen schneide... Zumindest dann, wenn ich mich nicht unbeliebt machen möchte. Niemand zwingt mich zum Glück in Kirchen oder Moscheen. Aber wenn ich mich entscheide, irgendwo hinzu gehen, macht es Sinn, sich an Gepflogenheiten zu halten. Das gilt auch für Urlaubsorte.
Diese Leute, um die es hier ging, sind nicht leichtbekleidet, ohne Kopftuch, betrunken und randalierend, durch Irans Straßen gezogen, sie haben keinerlei Höflichkeitsregeln verletzt. Die Personen, die es hätte stören können, werden sich kaum für Instagram interessieren.
Staat und Religion gehören nicht zusammen. Aufgabe eines Staates ist es meiner Meinung nach, jede freie Religionsausübung sicherzustellen, aber nicht, die Art der Ausübung vorzuschreiben.
Natürlich unter der Prämisse, dass durch die Ausübung andere nicht zu Schaden kommen oder benachteiligt werden.
Ich bin evangelisch getauft, aber sei ich 14 bin, nicht mehr in der Kirche. Das Prinzip "Gott" hat sich mir bis jetzt nicht erschlossen. Aber ich finde es interessant zu sehen, wie die verschiedenen Religionen, besonders die jüdische, christliche, muslimische, versuchen, das Leben der Menschen zu regeln. Alle drei haben den selben Ursprung, die Kleidervorschriften im alten Testament sind rigider als die im Koran. Im Koran steht tatsächlich nichts von einem Kopftuch - zu der Zeit durften Sklavinnen ihren Kopf nicht bedecken, konnten aber durchaus "gute Muslima" sein, wenn sie konvertierten, allein deshalb schließt sich schon der Zwang zum Kopftuch aus, soweit ich weiß. Im Prinzip steht dort, ganz platt gesagt: lauft nicht unten und oben ohne herum, legt ein Tuch um die Schultern, das die Brüste bedeckt (die Kleider zur Zeit der Entstehung des Korans waren wohl extrem offenherzig ). Dort steht auch nicht, dass alle Andersgläubigen grundsätzlich ausgelöscht gehören, sondern Christen und Juden werden als "Leute der Schrift" bezeichnet und durchaus geschätzt - außerdem, was kann schiefgehen, es gibt bei allen dreien ja nur einen Gott, also ist es der selbe... Auch Frauen werden, zumindest wenn man den historischen Kontext betrachtet, gar nicht mal so gering geschätzt, der Autor des Korans hatte wohl durchaus eine gerechte Behandlung von Männern und Frauen im Sinn, wenn auch keine Gleichbehandlung. Es kommt natürlich auch immer auf die Übersetzung, bzw. Interpretation an. Ich behaupte mal platt, Mohammed hat es durchaus gut gemeint im Rahmen seiner Zeit und seiner Möglichkeiten. Das Problem, genau wie bei allen anderen missionarischen Religionen auch, ist das, was im Laufe der Zeit daraus gemacht wurde und dass diese Religionen auch die Politik für sich beanspruchen, Es ist alles so angestaubt, religiöse Vorschriften und Ansichten schaffen es selten, mit gesellschaftlichen oder wissenschaftlichen Erkenntnissen und Entwicklungen mitzuhalten. Im Umkehrschluss ist es unter dem Deckmantel der Religion einfacher und leichter begründbarer, an überholten, unsinnigen Vorschriften festzuhalten. Je enger die Grenzen, desto stärker die Kontrolle - Warum? - Weil Gott es will. Keine Diskussion, keine Rechtfertigung, keine Qualifikation nötig

Ähm. Mein Wort zum Sonntag. Am Samstag.

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