Langhaarnetzwerk

Wir sagen "ja" zu langem Haar.
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BeitragVerfasst: 12.07.2008, 22:16 
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Mataswintha hat geschrieben:
Zu dem Thema gibt es mehrere Bilder.

Das traurige:
http://www.artchive.com/artchive/K/kahl ... d.jpg.html

Soweit ich weiß, das erste Mal, daß die Blutung einer Fehlgeburt künstlerisch dargestellt wurde, der weibliche Körper sondert in der Kunst nichts ab, außer Tränen und selten mal Milch.

Sie sieht ihr totes Kind als Abbild ihres Mannes. Rundherum Symbole ihrer Verletzung bei dem Unfall, ihrer Verletzlichkeit.

Das melancholisch-versöhnte Bild:

http://www.artchive.com/artchive/K/kahl ... e.jpg.html

Ihr Mann ist ihr Baby. Er ruht in ihrer Umarmung, sie in der Umarmung der Erde, die Erde in der Umarmung des Kosmos. Eine ganze Reihe weiblicher Schutz- und Mutterfiguren hält das Mann-Kind, dessen 3. Auge offen ist - er weiß es also.

Ein starkes Symbol weiblicher Stärke.

Beide Bilder zusammen zeigen die innere Stärke dieser Frau, die aus großem Schmerz zu Harmonie und Versöhnung findet. Obwohl das bestimmt immer wieder hochkam... aber trotzdem, das Symbol steht.


ich würde nicht so sehr den symbolcharakter bei kahlos bildern betonen.
breton wollte sie ja zu den surrealisten zählen (wo der symbolcharakter und das phantastische ja eine große rolle spiel) aber sie wehrte sich strikt dagegen und meinte,sie male die realität.
ich denke das alles war auch ihre realität und keine symbolsprache wie im symbolismus,surrealismus,pittura metafisica,etc...
was für uns euroäer so symbolhaft und naiv wirkt ist ja auch typisch für die lateinamerikanische malerei (wie z.b,auch bei botero und auch kahlos mann rivera).kahlo zählt ja zu den neuen realismen was ja auch schon ausdrückt das man sie nicht in eine richtug stecken kann.sie ist eben ganz eigen und so faszinierend...
ich finde frida kahlo eine wundervolle malerin und interessante frau.hab jahrelang jedes buch/doku/film über sie verschlungen und sie ist definitiv eine art vorbild für mich,u.a.auch wegen ihrer politischen einstellung natürlich.


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BeitragVerfasst: 15.07.2008, 15:25 
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@Schneewittchen: ich kenne nur wenige von Diego Riveras Bildern und bin - wie gesagt - ein Kunstdepp, aber die bildsprache erscheint mir ähnlich. Ich halte es für möglich, dass die beiden, zumal sie ja auch ein Paar waren und gemeinsam in einem Haus gelebt haben, sich eventuell auch über Bilder, Kunst, Malerei unterhalten und so gegenseitig beeinflusst haben, ob beabsichtigt oder unbeabsichtigt, von daher finde ich das nicht verwunderlich, wenn beide ähnliche Symbolik (?) benutzen.

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BeitragVerfasst: 16.07.2008, 11:04 
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Sagi hat geschrieben:
@Schneewittchen: ich kenne nur wenige von Diego Riveras Bildern und bin - wie gesagt - ein Kunstdepp, aber die bildsprache erscheint mir ähnlich. Ich halte es für möglich, dass die beiden, zumal sie ja auch ein Paar waren und gemeinsam in einem Haus gelebt haben, sich eventuell auch über Bilder, Kunst, Malerei unterhalten und so gegenseitig beeinflusst haben, ob beabsichtigt oder unbeabsichtigt, von daher finde ich das nicht verwunderlich, wenn beide ähnliche Symbolik (?) benutzen.


ne,die beiden sind komplett verschieden :wink:
also,rivera gehört zum "muralismo".dabei geht es darum dem mexikanischen volk, was zu der zeit größtenteils nicht lesen konnte,die geschichte und politik mexikos auf bildern zu zeigen.
im sujet fanden sich kaum persönliche dinge,es ging wie gesagt um geschichte und politik.
was beide,kahlo und rivera gemein haben,,ist der narrative charakter ihrer werke.
rivera erzählt so von geschichte/politik,kahlo von irem gefühlsleben.
was beide auch gemein haben,ist der naive,lateinamerikanische malstil und ihre ähnliche,radikale politische gesinnung (beide waren aktiv dem kommunismus zugetan).
also,beide sind was ihr werk betrifft sehr unterschiedlich,aber aufgrund ihrer herkunft und gesinnung finden sich ein paar wenige gemeinsamkeiten.
beide wollen etwas vollkommen unterschiedliches ausdrücken und haben wohl auch eine sehr differente intention,wobei beide anscheinend von der leidenschaft getrieben werden,von der politischen bzw der emoltionalen.
naja,könnte noch ein paar seiten schreiben,aber lieber ma so in kurzfassung,bevors fad wird^^


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BeitragVerfasst: 16.07.2008, 11:47 
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Schneewittchen: Frida Kahlo hat keine Symbole gemalt, sondern ihr Innenleben. Um sie zu "übersetzen" für ein Publikum, dessen inneres Leben von ihrem verschieden ist und von denen jeder seine eigene Symbolwelt hat, benutzt man ein Wort wie "Symbole".

Jeder Weg vom Bild ins Wort ist wie eine Ãœbersetzung von einer Sprache in die andere, bei der unvermeidlich ein großer Teil, ja vielleicht der schönste und kostbarste Teil des Bilds verloren geht. Das macht nichts, denn nach der Erklärung bleibt das Bild trotzdem stehen und man kann es angucken.

Verständnis von Kunst ist eine spiralförmige Bewegung, die sich der Kunst immer neu nähert. Dabei benutzt man Hilfswörter. Ein solches Hilfswort ist "Symbol".

Und die Aussagen des Künstlers selbst sind Teil des Kunstwerks. Wenn wir nicht komplett redundant bleiben wollen, dürfen wir auch Begriffe benutzen, die dem Künstler selbst fremd sind. Kunstwissenschaftliche Forschung arbeitet anders als das Selbstbekenntnis eines Künstlers.

Und Kahlos Bilderwelt arbeitet wie Symbole, auch wenn es für sie persönlich keine Symbole waren, sondern Realität.

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BeitragVerfasst: 16.07.2008, 12:12 
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ja,ich weiß,bin selbst aktiv am kunstgeschehen beteiligt und meine mich doch relativ gut auszukennen =).
auf was ich nur hinauswollte,war, die symbolik nicht überzubewerten,weil ihre symbolik teilweise ja schon ins chiffrenhafte geht.
das war keine kritik an deiner aussage,die ja nämlich sehr treffend war :wink: .
und bei solchen künstlern wie kahlo scheiden sich wohl die geister,gerade weil es manchmal echt ziemlich chiffrenhaft ist.
hab mich beispielsweise mal ne zeit lang intensiv mit den äffchen-darstellungen in ihren bildern beschäftig und diese auf verschiedene ansätze hin analysiert (oder es bersucht :wink: ) und mehrere interpretationen eben nur in bezug auf die äffchen gelesen,und das ist echt wahnsinn :shock:


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BeitragVerfasst: 16.07.2008, 15:29 
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Hälst du es denn (allgemein, nicht speziell auch Frida Kahlo und diego Rivera bezogen) für möglich, dass zwei Menschen, egal ob Paar oder nicht, die miteinander leben oder eng befreundet sind und sich sehr gut verstehen, ihre Gefühle, ihr Innenleben, ihr Empfinden auch (unabhängig voneinander) ähnlich ausdrücken? (Ist vielleicht schon eine OT-Frage, ich bin mir da nicht sicher...)

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BeitragVerfasst: 16.07.2008, 16:41 
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Eine interessante Frage. Das ist vermutlich individuell unterschiedlich. Es gibt ja doch eine ganze Anzahl Paare, in denen jeder Partner kreativ und intellektuell mit dem anderen zusammengearbeitet hat. Die Curies, die Modersohns, die Oliviers... man beeinflußt sich gegenseitig, aber ich glaube, je größer ein Künstler oder Wissenschaftler ist, desto leichter fällt es ihm, eigentständige Genialität beim Partner anzuerkennen.

Die Curies haben sich gegenseitig bewundert und harmonisch zusammengearbeitet, wenn man ihrer Tochter (und allen Zeitzeugen) glauben kann. Bei den Modersohns war Otto anfangs der Lehrer, aber er war auch der Einzige und Erste, der erkannte, daß seine Frau ihn überflügelt.

Bei den Oliviers war es ähnlich, er beeinflußte Vivien Leigh anfangs sehr, aber im Lauf der Jahre entwickelte sie einen anderen Stil als er hatte. Und auch sie wurde von der Kritik zeitweise nicht verstanden (ihre Interpretation der Lady Macbeth zB), aber Olivier sah ihre Genialität auf der Bühne und gab ihr Freiraum.

Und Diego Rivera und Frida Kahlo waren vom Charakter und Schicksal her sehr verschieden. Wenn ich mich recht erinnere, hatte er großen Respekt für ihre Kunst und sie für seine, und diese gegenseitige Anerkennung kann durchaus dazu beigetragen haben, daß sie so verschieden gearbeitet haben.

Oh, Max Ernst und Leonora Carrington! Max Ernst liebte Frauen mit eigenständiger Identität. Beides Surrealisten, manches ähnelt sich, doch jeder drückt seine eigene innere Welt aus.

Lee Krasner wurde von Jackson Pollock förmlich an die Wand gedrückt, Camille Claudel ebenso von Rodin. Das gibt es auch. Lavinia Fontanas Mann, war der nicht auch Maler? Er wurde zum Manager seiner Frau. Wie auch der Mann von Angelika Kauffmann, glaube ich.

Siri Hustved und Paul Auster - ich glaube, da herrscht auch großer gegenseitiger Respekt.

Kandinsky und Münter - er begann als ihr Lehrer und war sehr beeindruckt von ihr.

Sarte und Beauvoir. Arendt und Heidegger. Oha, mir fallen immer mehr solcher Paare ein, wo beide Partner berühmt sind. Interessantes Thema!

Jede Partnerschaft ist ein individuelles Tierchen. Ich glaube, da kann man kaum verallgemeinern, außer der trivialen Aussage: je besser die Beziehung, desto freier kann sihc jeder Partner entwickeln, sowohl in der individuellen Entfaltung als auch in der Annahme von Inspiration durch den Partner.

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BeitragVerfasst: 16.07.2008, 16:50 
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*Staun* Was du alles weisst... also, ich sehe, das lässt sich nicht verallgemeinern.

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BeitragVerfasst: 17.07.2008, 08:03 
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stimmt,ist wirklich ein interessantes thema.
ich denke auch,dass das sehr unterschiedlich ist,aber vermutlich treibt man sich auch stets gegenseitig an in so einer beziehung,oder inspiriert sich.
auch wenn man andere intentionen hat,alle diese paar wurden jeweils durch eine bestimmte leidenschaft getrieben,die sie miteinander verbunden hat.
neben kahlo und rivera finde ich das paar sartre und beauvoir besonders interessant...
ach,jetzt würde ich am liebsten gleich noch ein paar mehr sachen von den beiden lesen,und biographien und so weiter,weil mich das thema gerade echt inspiriert hat,aber ich les grad eh schon zig bücher gleichzeitig :lol:


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BeitragVerfasst: 17.07.2008, 14:51 
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...willkommen im Club!! :mrgreen: Kannst uns ja mal im OT-Bereich gute Lektüren empfehlen, das klingt interessant, was du da alles liest!! :gut:

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BeitragVerfasst: 18.08.2008, 23:14 
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Frida Kahlo war wirklich herausragend. Ich bin damals noch zu Schulzeiten auf sie aufmerksam geworden. Wir hatten das folgende Bild in einem unserer Kunstbücher:

http://www.myalgia.com/Frida%201.jpg

Ich finde ihre Bilder wirklich einmalig. Ich kenne kaum andere Selbstdarstellungen und -portaits, die so viel Schicksal, Leid, aber auch Selbstbewusstsein und Kampfgeist vermitteln können.


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BeitragVerfasst: 17.06.2011, 15:43 
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Oh, genial! Es gibt hier auch ein Thema zu Frida Kahlo. Ich liebe diese Frau..sie macht Mut und war so unglaublich stark, ohne es selbst so wirklich zu wissen.
War denn jemand von euch letztes Jahr in Berlin? Da gab es die Frida-Ausstellung.

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1 b Cii
Länge: ca. 50 cm, PHF Auburn
Ziel: Taillenlänge (*TSCHAKA*)


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 Betreff des Beitrags: Re: Frida Kahlo
BeitragVerfasst: 03.06.2018, 15:43 
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Beiträge: 3504
Wohnort: Berlin
Hallo Diana,

Ich weiß, es ist lange her. Aber wusste Frida Kahlo wirklich nicht, wie stark sie war? Ich denke schon. Ich mag ihre schonungslosen, intensiven und dabei unglaublich zarten Bilder sehr. Den Film über sie mit Salma Hayek in der Hauptrolle habe ich auch sehr genossen.

LG
Fornarina

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2b M ii, SSS: 117 Klassik Plus (Rückschnitt vom Knie 140 cm) ZU 9,2
NHF mittelblond natürlich blond gesträhnt
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❤ Fornarina. Nur echt mit Seitenklemmen ;)BildKaufstopp 2019!


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