
Als Kind musste ich die Haare immer kurz tragen. Sobald sie Schulterlänge hatten, schickte mich meine Mutter zum Friseur damit ich mir den damals ultimativen Pottschnitt verpassen lassen konnte. Ich habe es gehasst. Immer, wenn ich einen winzigen Pferdeschwanz zusammen machen konnte, musste ich zum Friseur.
Als Teenager fingen dann die Haarexperimente an. Auch mit Henna. Das war richtig lustig, denn sie wurden knatschorange. Beim Friseur habe ich sie mir wieder in meine normale Haarfarbe färben lassen. Ein dunkles straßenköterblond mit goldenen Akzenten. Dann fingen Dauerwellen an. Das ging ganz gut. Aber so richtig glücklich war ich damit auch nie wirklich. Aber ohne wirkten meine Haare saft- und kraftlos. Dann hatte ich wieder Henna und als die Haare grün wirkten, wieder ganz schnell zum Friseur und tönen lassen. So war es ein stetes Hin und Her bezüglich Länge, Farbe und Dauerwelle. Ich trug sie sogar irgendwann mal raspelkurz. Sehr praktisch, aber schön ist anders.
Irgendwann fing ich dann an zu züchten. Eher unbewusst, weil ich keine Lust mehr auf Friseur hatte. Dort bekam ich immer irgend eine Frisur, die mich nicht überzeugte und es wurde auch immer viel zu viel abgeschnitten. Also habe ich wachsen lassen und alle paar Monate selber Spliss geschnitten. Einen Rest Dauerwelle hatte ich noch drin und ich war glücklich mit meinen Haaren. Ich hatte sie ungefähr bei Mid Back als ich beschloss wieder eine Dauerwelle machen zu lassen. Das war dann der Untergang. Keine Ahnung, was die Frau dort machte, aber 2 Tage später musste ich mir die Haare komplett abschneiden lassen, weil sie total im Eimer waren und schon beim angucken abgebrochen sind. Für mich war das ein Schock! Monatelang bin ich in meiner Freizeit nur noch zu Pflichtveranstaltungen gegangen, wenn es nicht anders ging. Am liebsten hätte ich mir eine Tüte über den Kopf gezogen.
Die Haare wuchsen langsam aber sicher wieder vorwärts und ich bekam einen Friseurbesuch geschenkt. Ich bin dann hin, weil mir die Friseurin wärmstens empfohlen wurde. Dreimal dürft Ihr raten, was ich mir machen ließ. Natürlich die obligatorische Dauerwelle

Vergangenes Jahr hatte ich eine grauslige Phase, ich habe mir teilweise einmal die Woche die Haare gefärbt. Ich habe auch ab und wann mit Sante gefärbt, weil ich merkte, dass meine Haare das mögen. Dann kam eine stressige Phase für die Psyche. Aber so richtig fies. Ich hab die Haare zwar gepflegt, aber eher halbherzig. Zunehmend gingen sie mir auch auf den Wecker. Der nächtliche Zopf drückte und quälte mich an der HWS. Ewig waren sie im Weg. Eingeklemmt in die Autotüre oder an einem Stuhl oder in den Achseln, wenn ich sie denn mal offen trug. Das waschen und kämmen nervte unsäglich. Ewig genau überlegen, wann ich wasche und um wie viel Uhr, damit ich nicht mit zuuuu nassen Haaren ins Bett ging. Morgens wurde ich wach und die Dinger waren immer noch total feucht. Da war Kämmen dann auch nicht so toll, also ungekämmt aus dem Haus und die Haare lieblos in einen Zopf gewurstelt. Abends dann eine Kämmprozedur vom feinsten. Wenn ich Kleidung wusch, hatte ich überall so Haarknubbel, die ich abpflücken musste. Selbst der Hund hatte mal ein Haar von mir mit gefuttert, das ich ihm dann aus dem Po ziehen musste

Ich glaube, das alles hat mir die Haarpracht arg verleidet. Hinzu kommt, dass meine Silberlinge weder bei der Chemiekeule noch mit PHF nachgeben sondern fröhlich silbern. Irgendwie kam mir dann in den Sinn, dass Frauen in meinem Alter vieleicht deshalb gerne kürzere Haare tragen, weil dann die Färbeprozeduren nicht auffallen, die die Haare kaputt machen. Ich begann mich irgendwie auch ein wenig danach zu sehnen. Einfach Haare waschen können, einmal durchwursteln, anfönen und fertig ist die Frisur. Denn nur offen, mit Zopf oder mit Rosebun (heißt der so?) war es mir doch zu langweilig. Und ewig dieser Aufwand.
In der Summe führte das dazu, dass meine Haare dieses Jahr vor Spliss nur so strotze. Trotz intensiver Spitzenschnippelei konnte ich zusehen, wie der Spliss sich hoch fraß. Ich habe dann selber ca. 30 cm abgeschnitten und bin 6 Wochen später zum Friseur und habe mir weitere 10 cm abschneiden lassen, weil immer noch nicht alles weg war.
Ziel: Mindestens wieder Steißbeinlänge, wenn ich es schaffe, mehr. Und ich hoffe mit Würde und Gelassenheit dabei versilbern zu können.
Irgendwie finde ich die Links nicht mehr, wo ich meine Haare genau mit Euren Kürzeln beschreiben kann. Daher beschreibe ich sie so:
Meine Naturhaarfarbe ist dunkelblond, im Alter ohne Goldglanz. Überhaupt wirken die sehr matt am Ansatz. Ich habe ganz leichte Wellen, die mir früher immer als Wirbel verkauft wurden. Mein Zopfumfang hat 8 cm.
Ein Bild werde ich morgen nachreichen, wenn eine Kollegin den Jetzt-Zustand geknipst hat.